Bauernbund | 14.09.2017

Mahnfeuer gegen Ausbreitung von Bär und Wolf

Bauern wollen morgen (Freitag) ein sichtbares Zeichen gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Bären und Wölfen setzen. Mit Mahnfeuern machen sie auf das große Problem mit den Großraubtieren aufmerksam.

Ein friedliches, aber gut sichtbares Zeichen des Protestes sollen die Mahnfeuer sein. (Foto: pixabay)

Ein friedliches, aber gut sichtbares Zeichen des Protestes sollen die Mahnfeuer sein. (Foto: pixabay)

In Südtirol, aber auch in anderen Alpenländern sind Bauern und Weidetierhalter wegen der Risse durch Wölfe, aber auch Bären in großer Sorge. Eine verstärkte Präsenz der Großraubtiere ist für die Viehbauern nicht mit der traditionellen Almbeweidung vereinbar und gefährdet die Bewirtschaftung und damit den Fortbestand der Almen. „Morgen machen wir auf die schwierige Situation, in der sich viele Tierhalter befinden, aufmerksam“, kündigt Oswald Schwarz, Vertreter der Bergbauern im Landesbauernrat des Südtiroler Bauernbund an: „Wir werden Mahnfeuer entzünden, so wie das viele andere Bauern in mehreren europäischen Ländern auch tun. Damit wollen wir stilles und friedliches Zeichen des Protests setzen.“

Geplante Feuer in Tisens und St. Nikolaus/Ulten
Ein großes Mahnfeuer wird es am Freitagabend ab 20 Uhr auf dem St.-Hippolyt-Hügel oberhalb von Tisens geben, ein zweites zur selben Zeit oberhalb von St. Nikolaus in Ulten. Die Viehzuchtvereine sowie Jungzüchtervereine von Ulten, Deutschnonsberg und Tisens werden die Feuer entzünden. „Der Südtiroler Bauernbund stellt sich hinter die Initiative“, betont Landesobmann Leo Tiefenthaler.

Bevölkerung zum Nachdenken anregen
Die Mahnfeuer drücken zum einen den Protest der Bauern gegen die unkontrollierte Ausbreitung der Großraubtiere aus. Zum anderen sollen die Feuer die Bevölkerung zum Nachdenken anregen: „Wir appellieren an alle, sich über die Folgen der Großraubtiere für die Almen, aber auch für die eigene Freizeitgestaltung Gedanken zu machen“, unterstreicht Schwarz. Weil Herdenschutzmaßnahmen in Südtirol weder funktionieren noch in der klein strukturierten Weideviehhaltung umsetzbar sind, werden viele Bauern wegen des Wolfes über kurz oder lang auf die Alpung der Tiere verzichten. „Aufgelassene und zuwachsende Almen wären die Folge, was weder Gäste noch Einheimische wollen“, erklärt Schwarz.

Aktionen auch in anderen Ländern
Die Mahnfeuer in Südtirol sind Teil einer länderübergreifenden Initiative. Rund 60 Mahn- und Solidarfeuer wird es am 15. September in der Schweiz, in Deutschland und im französischen Westalpengebiet geben. Hinter der europaweiten Initiative stehen Vereinigungen von Weideviehhaltern dieser Länder, wie z. B. der „Förderverein der Deutschen Schafhaltung“.