Bauernbund | 20.10.2017

Basiswahl: Kein Burggräfler nominiert

Ein Thema auf dem erweiterten Bezirksbauernrat Burggrafenamt gestern (19.10.) Abend in Marling war die Bauernbund-interne Basiswahl zur Ermittlung der Landtagskandidaten. Die Funktionäre beschlossen, keinen eigenen Kandidaten für die Basiswahl zu nominieren.

Bernhard Burger: „„Wir stehen hinter den Kandidaten, die aus der landesweiten Bauernbund-Basiswahl siegreich hervorgehen.“

Bernhard Burger: „„Wir stehen hinter den Kandidaten, die aus der landesweiten Bauernbund-Basiswahl siegreich hervorgehen.“

Bereits im Juli war ein Grundsatzbeschluss gefasst worden, wonach der Bezirk keinen Kandidaten für die Basiswahl nominieren wird. An diesem Beschluss wurde gestern festgehalten und deshalb keine Abstimmung vorgenommen. Bezirksobmann Bernhard Burger erklärte: „Wir stehen hinter den Kandidaten, die aus der landesweiten Bauernbund-Basiswahl siegreich hervorgehen und dann für die Landtagswahl unterstützt werden. Der erweiterte Bezirksbauernrat Burggrafenamt nominiert aber keinen Kandidaten. Dies auch aus Respekt vor Landesrat Arnold Schuler, der sich der Basiswahl nicht stellt.“ Burger betonte außerdem, dass die derzeitigen bäuerlichen Vertreter im Landtag bisher gute Arbeit für die Landwirtschaft geleistet hätten.

Großraubwild existenzielles Problem
Neben der Basiswahl war die Präsenz von Wolf und Bär im Bezirk ein weiteres Thema auf dem erweiterten Bezirksbauernrat. Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler dankte den Burggräfler, besondere aber den Ultner Bauern, für ihr Engagement: „Für die Berglandwirtschaft und insbesondere für die Almwirtschaft stellt das Großraubwild ein existenzielles Problem dar.“ Er bekräftigte das Ja des Bauernbundes zu Jagdruhezonen und das Nein zu Wildruhezonen, durch die die Land- und Forstwirtschaft in der Ausübung ihrer Tätigkeit eingeschränkt würde. 

Raumordnung: Nein zu Wertausgleich
Auch die Raumordnung kam im erweiterten Bezirksbauernrat zur Sprache. Um die landwirtschaftlichen Flächen zu schützen, müsse in Zukunft mehr Augenmerk auf ein Leerstandsmanagement und eine bessere Nutzung des Bestands gelegt werden. Laut Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner ist der geplante Wertausgleich abzulehnen. Er trage nicht zu günstigerem Wohnraum für alle bei, sondern mache das Wohnen teurer.
Was die aktuelle Diskussion über den Landeshaushalt anbelangt, sprach sich Rinner für eine mehrjährige Planungssicherheit für die Landwirtschaft aus. Auch wies der Bauernbund-Direktor auf die Möglichkeit hin, dass in ländlichen Gebieten der Postdienst in Zukunft durch Bäuerinnen und Bauern versehen werden könne. 

Pflanzenschutzdiskussion mit Augenmaß
Landesrat Schuler betonte, dass die Südtiroler Landwirtschaft im europäischen Vergleich in allen Sektoren sehr gute Arbeit leiste: „Europa kann sich heute nicht mehr selbst mit Lebensmitteln versorgen. Umso wichtiger ist es, dass Südtirol seinen Beitrag zur Ernährungssicherheit erbringe.“ Auch plädierte er in der Pflanzenschutzdiskussion für Augenmaß und vernünftige Lösungsansätze bei Bauern und Gesellschaft.