Bauernbund | 27.10.2017

Basiswahl: Bezirk Eisacktal nominiert Reinalter

Nach dem Burggrafenamt hat sich das Eisacktal als zweiter Bauernbund-Bezirk mit der Basiswahl zur Ermittlung der bäuerlichen Kandidaten für die Landtagswahlen auseinandergesetzt. Beim speziell erweiterten Bezirksbauernrat in Vahrn wurde am gestrigen Donnerstag Joachim Reinalter für die Basiswahl nominiert. von Bernhard Christanell

Konrad Obexer: „Es ist enorm wichtig, dass wir uns als Bezirk Eisacktal aktiv an der Basiswahl beteiligen.“

Konrad Obexer: „Es ist enorm wichtig, dass wir uns als Bezirk Eisacktal aktiv an der Basiswahl beteiligen.“

An der Versammlung nahmen neben den Ortsobmännern des Bauernbundes auch die Spitzen von Bäuerinnenorganisation, Senioren im Bauernbund und Bauernjugend teil. Joachim Reinalter hatte sich als einziger Kandidat im Eisacktal um die Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern bemüht. Bauernbund-Bezirksobmann Konrad Obexer betonte: „Es ist enorm wichtig, dass wir uns als Bezirk Eisacktal aktiv an der Basiswahl beteiligen. Nur eine gute politische Vertretung stellt sicher, dass wir Bauern auf unseren Höfen gut arbeiten können.“

Lob für Arbeit der bäuerlichen Abgeordneten
Aus dem Eisacktal habe sich trotz einiger Vorgespräche kein Kandidat für die Basiswahl zur Verfügung gestellt. „Aber auch Kandidaten aus anderen Bezirken setzen sich für die Belange der Landwirtschaft ein. Der Bezirk Eisacktal hat abgestimmt und unterstützt die Basiswahl-Kandidatur von Joachim Reinalter. Auch die bisherige Arbeit der bäuerlichen Abgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer, Josef Noggler und Albert Wurzer im Landtag war sehr gut. Kuenzer und Noggler sind für die Basiswahl gesetzt“, unterstrich Obexer. 

Großraubwild
Neben der Nominierung für die Basiswahl kamen weitere aktuelle Themen zur Sprache. Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler ging auf das Thema Großraubwild ein: „Dass Bären und Wölfe aus unserem Lebensraum verschwunden waren, ist kein Zufall. Eine Koexistenz war vor 100 Jahren nicht möglich und ist auch heute mit der Berg- und Almwirtschaft nicht vereinbar. Alle, Einheimische und Gäste, sind begeistert von unserer Kultur- und Almlandschaft. Wenn man wirklich will, dass unsere Landschaft nicht mehr gepflegt wird, sind die Förderung von Wolf und Bär der richtige Weg. Dann gehen im Berggebiet die Lichter aus.“

Soziale Landwirtschaft
Die soziale Landwirtschaft sei eine Chance für die Landwirtschaft und eine Möglichkeit, am Hof soziale Dienstleistungen im Bereich der Betreuung und der Pflege anzubieten. „Soziale Landwirtschaft ist ein Dienst an der Gesellschaft einerseits und andererseits die Möglichkeit, einen Zusatzverdienst am Hof zu erwirtschaften“, sagte Tiefenthaler.  

Raumordnung
Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner ging auf die aktuelle Raumordnungs-Debatte ein: „Die Raumordnung betrifft alle Bürger, vor allem aber die Landwirtschaft. Für die Arbeiten, die zur normalen Tätigkeit in der Landwirtschaft gehören, brauchen unsere Bauern auch weiterhin landschaftlich und baurechtlich freie Eingriffsmöglichkeiten – so wie es aktuell durch die Bagatelleingriffe geregelt ist.“ Der Bauernbund sei gegen Landschaftsschutzermächtigung im bebauten Gebiet. „Diese Bürokratisierung würde viele Bürger betreffen, nicht nur die Bauern“, stellte Rinner klar.

Mountainbike-Wege
Derzeit ist auch im Eisacktal der Neubau von Mountainbike-Wegen geplant, gerade in Kombination mit Aufstiegsanlagen. „Wo neue Wege durch landwirtschaftlichen Grund verlaufen, soll dies den Grundeigentümern pro Laufmeter vergolten werden. Die Entschädigung sollte – im Sinne einer gerechten Regelung – abhängig von der Tourismusstärke eines Gebiets gemacht werden“, schlug Rinner vor.