Produktion, Internationales | 22.11.2017

Studie: Glyphosat ist nicht krebserregend

Eine kürzlich im Fachmagazin „Agricultural Health Study“ veröffentlichte Studie hat keine krebserregende Wirkung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs Glyphosat beim Menschen entdeckt. von AgraEurope

Ob Glyphosat nun krebserregend ist oder nicht, ist unter Wissenschaftlern weiterhin umstritten. (Foto: www.agrarfoto.com)

Ob Glyphosat nun krebserregend ist oder nicht, ist unter Wissenschaftlern weiterhin umstritten. (Foto: www.agrarfoto.com)

Darauf hat die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG) vergangene Woche in einer Aussendung verwiesen und sieht die Ergebnisse des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), der Europäischen Chemikalienbehörde (ECHA) sowie die Aussagen von insgesamt 27 Agenturen weltweit bestätigt.

Größte Studie zu Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln
Der Arbeitsgemeinschaft zufolge handelt es sich hierbei um die „größte und umfassendste“ Studie, die jemals zur Untersuchung der Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln durchgeführt wurde. Insgesamt seien fast 55 000 Landwirte und deren Mitarbeiter in den USA miteinbezogen worden.
Kritik übte die AGG am Vorsitzenden der mit der Bewertung von Glyphosat befassten Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Prof. Aaron Blair. Unter seiner Leitung hatte die IARC Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Die AGG geht davon aus, dass Blair bereits bei der Einschätzung der IARC im Jahr 2016 Kenntnis von dieser Studie und deren Ergebnis gehabt hat: „Es ist daher anzunehmen, dass er sie wissentlich außer Acht ließ und sie daher keine Rolle im Bewertungsverfahren der IARC gespielt hat.“

Noch immer keine Einigkeit über Zulassung
Was die weitere Zulassung von Glyphosat auf EU-Ebene betrifft, so gibt es nach wie vor keine Einigkeit: Eine erneute Abstimmung über die Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffs ist für den kommenden Montag, 27. November angesetzt. Einer Sprecherin der EU-Kommission zufolge werden die Mitgliedstaaten im Berufungsausschuss des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) dann über den aktuellen Entwurf der Behörde entscheiden.
Der Kommissionsvorschlag, der in der letzten Abstimmung vor rund zwei Wochen keine Entscheidung hervorbrachte, sieht eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um fünf Jahre vor.