Wirtschaft, Bauernbund | 19.01.2018

Gut analysiert und prämiert

Studierende des Bachelors Agrarwissenschaften und Umweltmanagement an der Freien Universität Bozen haben ihre Gruppenarbeiten zum Thema "Betriebswirtschaftliche Analyse ausgewählter Südtiroler Bauernhöfe" präsentiert. Für sie ging es um den Gewinn des SBB-Preises 2018, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wurde.

Freuten sich gemeinsam über die Aiszeichnung: die prämierten Studenten und die Mitglieder der Jury.

Freuten sich gemeinsam über die Aiszeichnung: die prämierten Studenten und die Mitglieder der Jury.

Vergeben wurden je zwei erste und zwei zweite Plätze: Die Erstplatzierten Alexander Helfer, Letizia Bernardi und Fabian Stenico untersuchten einen Milchvieh-Betrieb in Ratschings, gleichauf landeten Rafael Palaoro, Michele Mascotti und Mattia Zanelle, die einen Milchvieh-Betrieb in Enneberg analysierten. Auf Rang zwei platzierten sich zum einen Johanna Maria Ostermaier, Greta Fichter und Angelika Oberkofler, die einen Milchvieh- und „Urlaub auf dem Bauernhof“-Betrieb in Pfitsch untersuchten, zum anderen David Heiss, Federico Pizzo und Rebecca Di Fonzo, die einen Milchvieh- und „Urlaub auf dem Bauernhof“-Betrieb in Schenna unter die Lupe nahmen.

Bauernbund stellte Daten zur Verfügung
Insgesamt analysierten die Studierenden 16 landwirtschaftliche Betriebe: fünf Apfel- und Weinbaubetriebe und elf Viehhaltungsbetriebe mit und ohne Urlaub auf dem Bauernhof. Es ging darum, anhand der vom Südtiroler Bauernbund zur Verfügung gestellten Buchhaltungsdaten die Betriebssituation zu erfassen und nach Gesprächen mit den Betriebsleitern Vorschläge zu erarbeiten, um die Wirtschaftlichkeit der Höfe zu verbessern. Studiengangsleiter Christian Fischer betonte: „Diese Einsichten in die Realität der Südtiroler Landwirtschaft sind für die Studierenden sehr lehrreich und herausfordernd. Das Ergebnis ist eine Win-Win-Situation sowohl für die zukünftigen Fach- und Führungskräfte als auch für die beteiligten Landwirte selbst.“
 
Studenten erhalten Einblick in Realität am Hof
Bauernbund-Vizedirektor Ulrich Höllrigl dankte den Leitern des Projektes, Prof. Jonas Rossmanith, Prof. Christian Fischer und Sarah Kühl sowie und den Studierenden: „Für uns als Bauernbund ist die Kooperation mit der Universität sehr wichtig. Dieses gemeinsame Studienprojekt setzen wir seit sechs Jahren um und die Ergebnisse sind für uns als Verband stets sehr aufschlussreich. Den Studierenden kann dadurch einerseits ein konkreter Einblick in die Realität der Landwirtschaftsbetriebe in Südtirol gewährt werden, andererseits können die Bauern von den innovativen Ideen profitieren.“
 
Zukunftsfähigkeit der Betriebe im Fokus
Neben den bereits genannten Personen saßen in der Jury noch Stephan Mutschlechner, Christoph Falkensteiner für den Südtiroler Bauernbund, die Landesbäuerin-Stellvertreterin Helga Fischnaller Lantschner sowie SBJ-Landesobmannstellvertreter Stefan Donà.
Im dreijährigen Studiengang Agrarwissenschaften und Umweltmanagement werden den Studierenden Kompetenzen in der Produktion und Vermarktung von pflanzlichen und tierischen Produkten, im nachhaltigen Management von Wäldern und Berggebieten, der Lebensmitteltechnologie, der Betriebswirtschaft sowie der Agrarökonomie und -politik vermittelt. Dieser Hintergrund konnte auch in die Aufarbeitung des diesjährigen Projektes maßgeblich einfließen. Fischer erklärte: „Für uns im Studium stellen insbesondere Fragestellungen der Zukunftsfähigkeit der heimischen landwirtschaftlichen Betriebe und der Aufwertung des Territoriums eine Rolle. Das diesjährige Thema der Wirtschaftlichkeitsverbesserung dient dieser Mission.“
 
Den Studierenden war die Aufregung und Freude in diesem wissenschaftlichen Wettstreit anzusehen. Schließlich kommt es nicht alle Tage vor, dass sie für eine Studienarbeit auch eine Honorierung erfahren. Und damit die Projektergebnisse dieses Semesters in die Praxis einfließen können, werden die Ergebnisse der Arbeiten demnächst im „Südtiroler Landwirt“ veröffentlicht.