Produktion | 25.01.2018

Italien: Selbstversorgungsgrad sinkt

Der Selbstversorgungsgrad Italiens mit Lebensmitteln ist gesunken - zwischen 2012 und 2016 um satte fünf Prozentpunkte auf 78 Prozent. Das teilt der italienische Bauernverband Confagricoltura in einer Aussendung mit. von AgraEurope

Wein sowie Obst und Geflügel produzieren die Italiener weit mehr als sie selbst benötigen.

Wein sowie Obst und Geflügel produzieren die Italiener weit mehr als sie selbst benötigen.

Die Confagricoltura beruft sich dabei auf Daten des italienischen Instituts für Marktforschung und Information (ISMEA). Dabei sei der Verbrauch an Nahrungsmittel der Bevölkerung „im Wesentlichen“ stabil geblieben, steht in der Aussendung zu lesen.
Bei den einzelnen Produktgruppen verlief die Entwicklung allerdings teils gegenläufig. So fiel der Selbstversorgungsgrad bei Wein mit 225 Prozent im Jahr 2015, aus dem die letzten verfügbaren Daten dafür stammten, erheblich höher aus als in früheren Jahren. Deutlich über 100 Prozent war die Eigenversorgung mit frischem Obst und Geflügelfleisch. Hier lagen Daten für 2016 vor. Bei Gemüse war die Lage in etwa ausgeglichen. Deutlich unter 100 Prozent lag der Selbstversorgungsgrad dagegen bei Milch, Mais, Olivenöl und Schweinefleisch; bei Rindfleisch waren es sogar lediglich 55 Prozent, bei Hülsenfrüchten 47 Prozent. Die Produktion von Soja legte in den letzten Jahren deutlich zu, so dass die Inlandserzeugung im Jahr 2015 den Verbrauch zu 54 Prozent deckte.

Export um ein Fünftel gestiegen
Confagricoltura führt den Rückgang der Selbstversorgung insgesamt auf die erhöhte Nachfrage der Lebensmittelwirtschaft für Exportgüter zurück. So seien die Agrar- und Lebensmittelausfuhren im gleichen Zeitraum wertmäßig um 21 Prozent gestiegen. Gleichzeitig hätten sich auch die Rohstoffimporte erhöht. Infolgedessen werde ein wachsender Teil der typischen italienischen Produkte für den Export durch importierte Agrarrohstoffe unterstützt, stellte der Verband fest. Die wichtigsten Produktgruppen im Exportbereich sind laut Confagricoltura Wein, Milch, Käse und andere Milcherzeugnisse sowie frisches Obst und Gemüse.
Der Rückgang der Selbstversorgung könnte zum Teil aber auch auf den anhaltenden Flächenrückgang zurückzuführen sein, erklärte der Landwirtschaftsverband. So sei zuletzt wieder deutlich mehr an landwirtschaftlicher Nutzfläche aus der Nutzung genommen worden, zwischen 2010 und 2013 im Mittel 144.000 Hektar jährlich.