Politik, Bauernbund | 30.01.2018

Soziale Landwirtschaft: OK zu Gesetzentwurf

Soziale Angebote an die Allgemeinheit, Entwicklungs- und Zuerwerbsperspektiven für die Bauernhöfe - das alles ist Teil der Idee "Soziale Landwirtschaft". Die Landesregierung hat nun einen Gesetzentwurf dazu genehmigt. Der Bauernbund hofft, dass der Entwurf nun rasch vom Landtag genehmigt wird. von LPA – Landespresseagentur

Einen wichtigen Schritt hin zur gesetzlichen Regelung der „Sozialen Landwirtschaft“ hat die Landesregierung heute gesetzt. (Foto: Florian Andergassen)

Einen wichtigen Schritt hin zur gesetzlichen Regelung der „Sozialen Landwirtschaft“ hat die Landesregierung heute gesetzt. (Foto: Florian Andergassen)

Landwirtschaftliche Betriebe übernehmen zunehmend neue Aufgaben. Sie schaffen Arbeit für benachteiligte und behinderte Menschen, übernehmen Betreuungs- und Bildungsaufgaben. Einen Gesetzentwurf für diese „Soziale Landwirtschaft“ hat die Landesregierung heute auf Vorschlag von Landesrat Arnold Schuler genehmigt – und damit einen ersten Schritt dazu gesetzt, diesen sozialen Initiativen am Bauernhof auch einen gesetzlichen Rahmen zu geben.

Bäuerinnen haben Thema schon länger aufgegriffen
Schon vor zehn Jahren hat die Südtiroler Bäuerinnenorganisation das Thema Soziale Landwirtschaft aufgegriffen. So werden beispielsweise Kinderbetreuung und Tagesmutterdienst am Bauernhof, das Projekt „Schule am Bauernhof“ oder der Mittagstisch für Senioren an verschiedenen Orten erfolgreich angeboten.
Mit dem neuen Gesetz sollen auch die Tätigkeiten und die Verantwortlichkeiten abzusichern, Qualifikation und Qualität sichergestellt werden. Bei der Ausarbeitung des Gesetzentwurfes hat Landesrat Schuler eng mit der Landtagsabgeordneten Maria Hochgruber Kuenzer, dem Südtiroler Bauernbund und den Südtiroler Bäuerinnen, den Landesfachschulen für Hauswirtschaft und Ernährung, den Landesabteilungen für Landwirtschaft und für Soziales sowie der Europäischen Akademie Eurac zusammengearbeitet.
Hochgruber Kuenzer äußert sich in einer Aussendung sehr zufrieden mit dem Gesetzentwurf: „Bäuerinnen und Bauern erhalten damit bald weitere Erwerbsmöglichkeiten am Hof und von diesen Initiativen profitiert die gesamte Südtiroler Bevölkerung.“

Mit der Sozialen Landwirtschaft werde für die heimische Landwirtschaft ein neuer sozial-unternehmerischer Bereich eröffnet: Tiergestützte Therapien, Orientierungsangebote für Schulabbrecher, Arbeitsintegration,  Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen, Mittagstische und viele andere Initiativen seien möglich. „Dank dieses Gesetzes wird es viele Möglichkeiten am Hof geben, pädagogische, soziale oder didaktische Angebot einzurichten“, freut sich Hochgruber Kuenzer. Kinder- und Seniorenbetreuung werden von der - von Maria Hochgruber Kuenzer gegründeten - Sozialgenossenschaft Mit Bäuerinnen lernen-wachsen-leben bereits angeboten.

Bauernbund: „Gesetz zügig im Landtag behandeln"
Auch Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.zeigt sich erfreut, dass das Gesetz nun von der Landesregierung  gutgeheißen wurde. „Das Gesetz zur Sozialen Landwirtschaft bringt nämlich eine Win-Win-Situation. Besonders Bäuerinnen erhalten so eine neue Möglichkeit eines Zuerwerbs direkt am Hof. Für die Gesellschaft wird das Gesetz neue, interessante Möglichkeiten bieten. Und das in einem einmaligen Ambiente auf einem Bauernhof und inmitten der Natur.“ Zudem würden die neuen Angebote am Hof die bestehenden, öffentlichen und privaten Strukturen zu entlasten und zu ergänzen.
Tiefenthaler hofft, dass das Gesetz nun zügig in die zuständige Gesetzgebungskommission und dann in den Landtag kommt. „Wir hoffen, dass sich der Landtag noch im März mit dem Gesetz befassen wird.“