Bildung | 02.02.2018

Den Super-Tanninen auf der Spur

Der Tannin-Gehalt ist ein ausschlaggebender Faktor für die Qualität und Echtheit eines Weines. Prof. Emanuele Boselli und sein Forschungsteam von der Freien Universität Bozen sind auf "Super-Tannine" gestoßen. Damit soll es in Zukunft möglich sein, besser gegen Wein-Fälschungen vorzugehen.

Bei der Entdeckung der Super-Tannine war ein hochauflösendes Massenspektrometer im Einsatz. Im Bild der Forscher Edoardo Longo.

Bei der Entdeckung der Super-Tannine war ein hochauflösendes Massenspektrometer im Einsatz. Im Bild der Forscher Edoardo Longo.

Die Arbeitsgruppe für Önologie unter der Leitung von Emanuele Boselli, Professor an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik, hat kürzlich eine Studie in einer US-amerikanischen Fachzeitschrift veröffentlicht, die die Struktur natürlicher antioxidativer Verbindungen des Weins hervor, die von Prof. Boselli und seinen Kollegen „Super-Tannine“ benannt werden.

Massenspektrometer im Einsatz
Boselli erklärt, wie es dazu kam: „Als wir einige Südtiroler Weine analysiert haben, um festzustellen, welche ihrer Bestandteile eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Qualität und Echtheit spielen könnten, haben wir eine überraschende Entdeckung gemacht.“ Er und sein Team identifizierten zyklische Proanthocyanidine. „Diese Entdeckung“, fügt Edoardo Longo, der Autor des wissenschaftlichen Artikels, hinzu, „wurde durch ein analytisches Verfahren ermöglicht, das bisher fast ausschließlich bei der Untersuchung von Proteinen angewandt worden ist. Dieses Verfahren nutzt den Isotopenaustausch zwischen Wasserstoff und Deuterium sowie den Einsatz des hochauflösenden Massenspektrometers, ein in den universitären Labors für Lebensmitteltechnologie eingesetztes Instrument.

Echtheit der Weine überprüfbar
Die Studie der Bozner Önologen steht erst am Anfang und erfordert vertiefte Untersuchungen, aber weitere Experimente zeigen, dass alle Super-Tannine vielversprechende Marker für die Echtheit von Weinen aus aller Welt darstellen, also nicht nur der Südtiroler Weine, die bisher untersucht wurden.
Der Dekan der Fakultät, Prof. Stefano Cesco ist überzeugt: „Prof. Boselli und seine Mitarbeiter werden das Gebiet der önologischen Forschung an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik maßgeblich weiterzuentwickeln. Dies wird dem lokalen Weinsektor helfen, seine exzellente Positionierung zu festigen."