Politik | 27.02.2018

Am Sonntag Autonomie wählen

Bei den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag, dem 4. März, ruft der Südtiroler Bauernbund dazu auf, sich an der Wahl zu beteiligen und möglichst geschlossen die autonomie- und landwirtschaftsfreundlichen Kräfte zu wählen. von Guido Steinegger

Am Sonntag wählen die Italiener ein neues Parlament. (Foto: www.pixabay.com)

Am Sonntag wählen die Italiener ein neues Parlament. (Foto: www.pixabay.com)

Für den Südtiroler Bauernbund ist klar: Bei den Parlamentswahlen geht es um möglichst viel Autonomie für Südtirol und um möglichst großes Verständnis für die Besonderheiten der Südtiroler Landwirtschaft. Der Bauernbund ruft die bäuerlichen Wählerinnen und Wähler daher auf, sich wie gewohnt stark an der Wahl zu beteiligen und geschlossen das Listenzeichen jener Partei anzukreuzen, die aus ihrer Sicht die oben genannten Ziele am besten erreichen kann (siehe hier).
Auch aus Sicht der Landwirtschaft ist es wichtig, möglichst viele Zuständigkeiten nach Südtirol zu holen, das sieht man z. B. in den Bereichen Umwelt, Landschaftsschutz oder Arbeitssicherheit. „Rom schenkt uns da nichts, da brauchen wir schon möglichst viele eigene Leute“, sagt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Das neue Wahlgesetz
Gewählt wird auf Grundlage eines neuen Wahlgesetzes, des sogenannten Rosatellum bis. Demnach werden italienweit rund ein Drittel der Sitze in sogenannten Ein-Personen-Wahlkreisen (auch Einerwahlkreise genannt) nach dem Mehrheitswahlrecht vergeben – im Senat wie auch in der Abgeordnetenkammer. Die Kandidatin bzw. der Kandidat mit den meisten Stimmen im Wahlkreis erhält den Sitz zugesprochen.
In Südtirol gibt es je drei Ein-Personen-Wahlkreise für Abgeordnetenkammer und Senat: „Bozen“, „Brixen“ und „Meran“.
Zwei Drittel der Sitze in der Abgeordnetenkammer und im Senat werden hingegen über Listen oder Listenverbindungen in Mehrpersonenwahlkreisen nach dem Verhältniswahlsystem vergeben. Dabei erhalten Listen oder Listenverbindungen gemäß ihrem Stimmenverhältnis Sitze zugeteilt. In der Region Trentino-Südtirol ist auf diese Weise je ein Sitz für Kammer und Senat zu vergeben. Er geht an jene Partei, die in der gesamten Region die meisten Stimmen auf sich vereint.

So wird gewählt
Die Wählerinnen und Wähler mit vollendetem 18. Lebensjahr erhalten einen rosa Wahlzettel für die Kammer. Jene Wählerinnen und Wähler, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, erhalten einen weiteren, gelben Wahlzettel für den Senat. Die Wahllokale sind am Sonntag, dem 4. März, von 7 bis 23 Uhr geöffnet. Wichtig: Wahlausweis und Personalausweis nicht vergessen!Eigentlich ist es nicht schwer, richtig – sprich gültig – zu wählen. Dazu müssen die Wählerinnen und Wähler einfach das gewünschte Listenzeichen ankreuzen. Dieses Prinzip gilt identisch auf den Wahlzetteln für Kammer und Senat.
Damit ist es unerheblich, dass der Stimmzettel eher verwirrend aufgebaut ist. Das liegt an einer Neuheit für die Wählerinnen und Wähler: Mit dieser einen Stimme wählen sie gleich zwei Kandidaten: Jenen für den Ein-Personen-Wahlkreis und jenen für das Verhältniswahlrecht.