Technische Beratung | 13.03.2018

Skipistenabkommen erneuert

Wenn Skipisten und Aufstiegsanlagen über Privatflächen führen, sollten die Spielregeln zwischen Betreiber und Grundbesitzer klar geregelt sein. Bauernbund und Seilbahnunternehmer haben kürzlich die bisherige Rahmenvereinbarung erneuert. von Hermann Stuppner, SBB-Betriebsberatung

Bauernbund und Seilbahner haben u. a. die Basisvergütung bei Skipisten erhöht. (Foto: Ph. Tappeiner)

Bauernbund und Seilbahner haben u. a. die Basisvergütung bei Skipisten erhöht. (Foto: Ph. Tappeiner)

Die Nachfrage nach privaten Flächen für verschiedenste Freizeitaktivitäten steigt von Jahr zu Jahr. Der Südtiroler Bauernbund strebt in solchen Fällen immer klare Vereinbarungen mit den Betreibern an. Die Kernelemente sind unter anderem Haftung, Laufzeit sowie Entschädigungen. Bei der Nutzung von Privatflächen für Skipisten und Aufstiegsanlagen geschieht dies schon seit Jahren: Der Südtiroler Bauernbund und der Verband der Seilbahnunternehmer Südtirols regeln die Entschädigungskriterien einvernehmlich durch Vereinbarungen. Sie haben sich als sehr effizient erwiesen und geben allen Betroffenen klare Richtlinien vor. Die vorerst letzte Rahmenvereinbarung stammte aus dem Jahr 2013. Vor Kurzem wurde sie aktualisiert und von Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler und dem Präsidenten der Seilbahnunternehmer, Helmut Sartori, unterzeichnet.

Basisvergütung erhöht
Wesentlich ist die Erhöhung der Basisvergütung auf 470,00 bis 935,00 Euro pro Hektar (bisher 420,00 bis 840,00 €). Die Basisvergütung entspricht dem voraussichtlichen Ernteausfall. Sie wird wie bisher aus der spezifischen Lage und der Qualität des betroffenen Grundstücks ermittelt.
Die Berechnungsmethode der Dienstbarkeitsentschädigung für neue und bestehende Skipisten, Aufstiegsanlagen und für Wasserspeicherbecken durch die Multiplikation der Basisvergütung mit dem Tourismuskoeffizienten bleibt nach wie vor unverändert. Die vertraglich vereinbarte jährliche Entschädigung unterliegt der ASTAT-Aufwertung.

Grundabtretungen wie bisher
Grundabtretungen für notwendige Anlagenteile richten sich nach wie vor nach dem niedersten Gewerbegrundstückspreis der betroffenen Gemeinde (außer bei Talstationen innerhalb des Siedlungsgebietes), der gemäß Enteignungsgesetz jährlich festgelegt wird. Für Talstationen ist der volle Wert geschuldet, für Bergstationen und für neue Ständer zwei Drittel davon. Für Wasserspeicherbecken ist ein Anteil von zwölf Prozent des Gewerbepreises vorgesehen, bei einer Doppelnutzung mit landwirtschaftlicher Bewässerung ein Anteil von 7,5 Prozent.
Bei Wasserspeicherbecken mit Nutzungsverträgen für die Konzessionsdauer wurde klargestellt, dass die Eintrittsentschädigung einmalig und nicht bei jeder Konzessionserneuerung geschuldet ist.

Schlichtung
Die Vereinbarung sieht die Möglichkeit eines Schlichtungsgesprächs bei Konfliktsituationen zwischen den betroffenen Parteien in Anwesenheit der Verbandsvertreter vor. Die anfallenden Kosten in Höhe von 500,00 Euro werden den Parteien zu gleichen Teilen angerechnet.