Bauernbund | 22.03.2018

Versorgung sichern, Wasser sparen

Wasser wird zu einem immer kostbareren Gut. Das gilt besonders auch in der Landwirtschaft, wo ohne Wasser keine Produktion möglich ist. Eine der ganz großen Aufgaben der Landwirtschaft ist es deshalb, die Wasserversorgung zu sichern – und gleichzeitig Wasser durch eine effiziente und rationale Nutzung zu sparen. von Michael Deltedesco

Mit den Tropfbewässerungen kann schon heute im Vergleich zu früher mehr als die Hälfte an Wasser eingespart werden.

Mit den Tropfbewässerungen kann schon heute im Vergleich zu früher mehr als die Hälfte an Wasser eingespart werden.

Milde, schneearme Winter – der heurige Winter ist hier die Ausnahme – und immer heißere und niederschlagsarme Sommer erfordern eine funktionierende Bewässerung für die landwirtschaftlich genutzten Flächen. Nach wie vor verfügen aber viele Betriebe besonders im Berggebiet über keine ausreichende Bewässerung. Eine der großen Herausforderungen wird es deshalb sein, die Wasserversorgung zu sichern – das weiß auch Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler: „Wenn wir eine flächendeckende Landwirtschaft erhalten wollen, wird es mehr Bewässerungen brauchen. In den letzten Jahren gab es selten einen Sommer ohne Trockenschäden und damit ohne größere Einbußen bei der Heuernte.“ Mehr als in der Vergangenheit müsse die Bewässerung zu einem der Schwerpunkte der Agrarpolitik werden, auch in der Förderpolitik.

Wassermangel hat weitreichende Folgen
Würden Flächen nicht mehr bewirtschaftet oder Höfe aufgegeben, habe das nicht nur Auswirkungen auf die Kulturlandschaft. „Auch Arbeitsplätze gehen verloren, da die Landwirtschaft gerade im ländlichen Raum Tausende Jobs in den vor- und nachgelagerten Bereichen schafft“, erinnert Tiefenthaler. Daher müsse die Landwirtschaft bei der Wasserversorgung besonders berücksichtigt werden.
Doch die Versorgungssicherheit ist nur eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Die zweite wird sein, weiter einen konkreten Beitrag zur Wassereinsparung zu leisten. „Bereits jetzt verfügen viele Obstwiesen und Weinbauflächen über eine Tropfbewässerung, die deutlich weniger Wasser braucht. Von der Zeit, wo Wiesen mit Wasser aus Waalen bewässert wurden, bis zu den heutigen Tropfbewässerungen, haben wir mehr als die Hälfte an Wasser eingespart“, betont Leo Tiefenthaler.

Wiesen gezielter und bedarfsgerecht bewässern
In Zukunft werden es technische Innovationen ermöglichen, die Wiesen noch gezielter und bedarfsgerechter zu bewässern. „Durch Drohnen oder Sensoren kann der Wasserbedarf exakt ermittelt und Wasser gezielt genau dort eingesetzt werden, wo es nötig ist“, so Tiefenthaler. Damit soll die Wasserversorgung langfristig abgesichert werden und gleichzeitig ein aktiver Beitrag zur Wassereinsparung geleistet werden.