Bauernbund | 24.04.2018

Videos zum Wolf – Teil 2

Die Südtiroler sensibel für die Gefahr des Wolfes für die Almwirtschaft machen: Das will der Südtiroler Bauernbund mit mehreren Kurzvideos. Im zweiten Video berichten Thomas und Irmgard Rottensteiner vom Flachenhof in Pemmern bei Klobenstein von ihren Erfahrungen.

Thomas und Irmgard Rottensteiner berichten im Video, wie der Wolf ihre Wirtschaftsweise gefährdet

Thomas und Irmgard Rottensteiner berichten im Video, wie der Wolf ihre Wirtschaftsweise gefährdet

Drei Schafe hat Familie Rottensteiner Anfang März dieses Jahres an den Wolf verloren. Der Angriff des Raubtieres geschah nicht etwa auf einer entlegenen Alm, sondern unmittelbar am Hof der Familie in Pemmern bei Klobenstein.
Die drei gerissenen Schafe, eines davon aufgefressen, hatte Thomas Rottensteiner am Morgen nach dem Wolfsangriff am Zaun seiner Hofweide aufgefunden. Aus Angst um seine übrigen Schafe sperrt der Bauer seine Tiere seitdem häufiger ein, vor allem nachts, wie er im Video erzählt. „Denen, die in der Stadt wohnen, ist es offenbar egal, wenn Wölfe unsere Haustiere fressen“, bedauert Rottensteiner. „Uns aber sind die Tiere als Futter für die Wölfe zu schade.“

Gefahr für artgerechte Tierhaltung am Hof
Zum Konzept des Flachenhofes gehören freilebende Tiere auf der Weide. Diese Art der Tierhaltung, die dem Tierwohl zugutekommt, ist für Bäuerin Irmgard Georg-Rottensteiner nun wegen der Verbreitung der Wölfe in Gefahr: „Diejenigen, die ihre Tiere artgerecht halten möchten, haben in Zukunft ein Problem.“
Schutzzäune aufstellen sei jedenfalls nicht die Lösung: „Ich kenne keinen Zaun, der den Wolf wirklich abhalten würde“, sagt die Bäuerin. Im Gegenteil: Der Zaun wirke vielmehr wie ein Fischernetz. Die flüchtenden Tiere würden sich im Zaun verfangen und so zur leichten Beute für die angreifenden Wölfe.




Bevölkerung sensibilisieren
Familie Rottensteiner steht stellvertretend für viele Bauernfamilien, die ihre Tiere frei auf der Hofweide halten. Diese artgerechte Form der Tierhaltung wird durch die Verbreitung der Wölfe zunehmend bedroht. Das Video soll dazu beitragen, dass die Bevölkerung sensibel für diese Gefahr wird.
Die Videos sollen besonders jene Menschen erreichen, die wenig Bezug zum ländlichen Raum haben. Der Bauernbund ruft daher seine Mitglieder auf, bei der Verbreitung der Videos mitzuhelfen. Alle Bäuerinnen und Bauern sollten das Video an Freunde, Bekannte und insbesondere auch an Nicht-Bauern schicken, egal ob über E-Mail, Facebook oder WhatsApp. „Damit kann jedes Mitglied seinen Beitrag leisten, dass die Bevölkerung sensibel für die Zukunft der Almwirtschaft wird“, betont Tiefenthaler.