Produktion | 20.08.2018

Frühere Reife und weniger Säure

Das Labor für Wein- und Getränkeanalytik des Versuchszentrums Laimburg veröffentlicht auch in diesem Jahr wöchentlich einen Bericht zum Reifeverlauf in den Weinbergen. Das erste Fazit: Die Trauben haben im Vergleich zum langjährigen Schnitt einen klaren Reifevorsprung – und verhältnismäßig tiefe Säurewerte.

Das Versuchszentrum Laimburg erhebt auch in diesem Jahr Daten zum Reifeverlauf in mehreren Anlagen.

Das Versuchszentrum Laimburg erhebt auch in diesem Jahr Daten zum Reifeverlauf in mehreren Anlagen.

Der Reifetest bietet die Möglichkeit, die aktuelle Situation der Traubenreife mit jener der vergangenen Jahre zu vergleichen. Damit wird eine Hilfe bei der Wahl des richtigen Lesezeitpunktes gegeben. Die Probenahme erfolgt wöchentlich mit der herkömmlichen 300-Beeren-Methode. Für die Wahl des optimalen Lesezeitpunktes im eigenen Betrieb ist wie immer eine Beerenprobe aus den entsprechenden Weingärten nötig.

Reifebeginn überdurchschnittlich früh
Der Reifebeginn ist im Vergleich leicht früher als das langjährige Mittel seit 2006, verlief aber ohne größere zeitliche Verzögerungen über die vom Versuchszentrum Laimburg erhobenen Rebanlagen. Einzig in einigen Anlagen, welche sich im Gebiet des schweren Hagelereignisses in der Gegend um den Kalterer See befinden, wurde der Beginn der Reife etwas eingebremst. Die für den ersten Bericht vom 13. August beprobten Anlagen befinden sich gegenüber dem Vorjahr 2017 in einem ähnlichen Reifezustand. Der Reifetest wird wöchentlich aktualisiert und jeweils mittwochs auf der Webseite des Versuchszentrums Laimburg unter dem Link http://bit.ly/reifeverlauf18 veröffentlicht.

Witterungsverlauf im Überblick
Im ersten Bericht vom 13. August blicken die Forscher vom Versuchszentrum Laimburg wie gewohnt auch auf den bisherigen Witterungsverlauf des laufenden Jahres zurück: Nach einem kalten Dezember und einem milden Jänner zeigte sich der Februar, was die  Temperaturen betrifft, durchschnittlich. Die Niederschläge des Winters lagen aufgrund der reichlichen Schneemengen vom Dezember und Jänner trotz des recht trockenen Februars leicht über dem Durchschnitt. Das Frühjahr war vorwiegend nass, aber dennoch recht mild. Die überdurchschnittlich warmen Temperaturen im April konnten den durch den kühlen März bedingten Rückstand in der phänologischen Entwicklung wieder ausgleichen, auch die Frostsaison verlief dank der milden Apriltemperaturen optimal.
Der heurige Juni verlief sommerlich warm mit zahlreichen lokalen Hitzegewittern. Abkühlung verschafften die vor allem in der ersten Monatshälfte und meist am Nachmittag und in den Abendstunden aufziehenden lokalen Hitzegewitter. Leider fielen die Niederschläge zum Teil auch in Form von Hagel, mit entsprechenden Folgeschäden in der Landwirtschaft. Auch der Juli verlief insgesamt recht sommerlich. Die Niederschläge fielen vorwiegend in der ersten Monatshälfte, wiederum in Form heftiger Gewitter mit gebietsweise sehr starken Hagelschäden. In der letzten Monatsdekade hingegen blieben die Regenfälle fast gänzlich aus.

Austrieb und Vegetationsverlauf ohne Probleme
Nachdem im Vorjahr viele Rebanlagen von Spätfrösten betroffen waren, verlief im Frühjahr 2018 der Austrieb und der weitere Vegetationsverlauf ohne größere Schwierigkeiten. Der zeitliche Unterschied der Vollblüte zwischen den Anlagen in den unterschiedlichen Höhenlagen war heuer gering und die Blüte vollzog sich in den von der Laimburg überwachten Rebanlagen ohne größere Wetterkapriolen. Für eine genauere Vorschau sind wie immer die Analysenwerte der folgenden Reifetestberichte abzuwarten.