Bauernbund | 09.10.2018

Wolfsangriff neben Hirtin: „Politik muss handeln“

Der Wolfsangriff bei der Plattkofelalm sorgt beim Südtiroler Bauernbund für große Beunruhigung. Erstmals gab es einen Angriff am helllichten Tag und nur wenige Meter von einem Menschen entfernt.

Der Wolf verliert zunehmend die Scheu vor dem Menschen, zeigt der letzte Schafsriss nahe der Plattkofelalm.

Der Wolf verliert zunehmend die Scheu vor dem Menschen, zeigt der letzte Schafsriss nahe der Plattkofelalm.

Der Bauernbund ruft die Politik auf allen Ebenen auf, den Vorfall bei der Plattkofelalm nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wenn Wölfe ihre Scheu verlieren, sind nicht mehr nur unsere Tiere in Gefahr, sondern auch Hirten und andere Menschen in der Nähe“, zeigt sich Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler besorgt. „Mit diesem Vorfall haben die Wolfsangriffe eine neue Dimension erreicht“, unterstreicht Tiefenthaler und fordert: „Die Politik muss handeln, bevor ein Mensch zu Schaden kommt.“

Zusammenleben mit Wolf nicht möglich
Der Angriff im Beisein der Hirtin zeige, dass ein Zusammenleben mit dem Wolf trotz Schutzvorkehrungen nicht möglich sei. „Die Ziegenherde wurde nachts hinter einem Elektrozaun gehalten und untertags mit Hirten begleitet: Dennoch ist es zum Wolfsangriff gekommen“, stellt Oswald Schwarz, Bergbauernsprecher im Landesbauernrat, fest. „Dies widerlegt die Aussagen so mancher selbsternannter Experten, die dem Wolf eine große Menschenscheu nachsagen und keine Gefahr für den Fortbestand der Almwirtschaft sehen.“

In diesem Video ziehen einige Bauern eine traurige Bilanz zum Almsommer 2018