Politik | 16.11.2018

Interpoma: Erfolg einer Schnapsidee

Noch bis Samstag ist Bozen die Apfelhauptstadt der Welt – dank der Fachmesse Interpoma, die heuer zum elften Mal an der Messe Bozen stattfindet. Gestern Mittag hat sie Landeshauptmann Arno Kompatscher hat mit Vertretern der Apfelwirtschaft eröffnet. von Guido Steinegger

Eröffnet wurde die Interpoma am Donnerstagmittag von Vertretern aus Politik und Obstwirtschaft.

Eröffnet wurde die Interpoma am Donnerstagmittag von Vertretern aus Politik und Obstwirtschaft.

Als vor 20 Jahren die erste Interpoma stattfand, war dies ein großes Experiment. Niemand konnte ihre Erfolgsgeschichte vorhersehen. Dies der Grundtenor bei der gestrigen (Donnerstag, 15. Nov.) Eröffnung. Alle zwei Jahre organisiert die Messe Bozen diese Fachmesse rund um den Apfel – und längst schon ist sie zu einem weltweit einzigartigen Magneten für die gesamte Apfelwelt geworden.

Ennio Magnani: „Treffpunkt für große Entscheidungen“
Zu Beginn hielten es viele für eine Schnapsidee, wie Assomela-Präsident Ennio Magnani bei der Eröffnung gestern betonte: „Viele waren skeptisch und sagten: Ihr macht eine Apfelmesse mitten im Land der Apfelproduktion? Das ist so wie Eismaschinen am Nordpol vorzustellen.“ Offensichtlich war genau das das Erfolgsrezept: „Heute werden hier nicht nur alle technischen Neuheiten aus der Apfelwirtschaft vorgestellt. Nein, durch die internationale Begegnung und den Informationsaustausch fallen hier oft Entscheidungen von europaweiter, ja weltweiter Dimension!“
Zudem zeigte sich Magnani froh, dass „unsere Region“ mit einer Million Tonnen jährlich eine bedeutende Menge der europäischen Apfelproduktion hervorbringt: „Je mehr, desto besser: Denn mit jedem Apfel überzeugen wir die Konsumenten von der einzigartigen Qualität, die wir in Südtirol und im Trentino produzieren.“

LH Arno Kompatscher: „Gemeinsamkeit als Stärke“
Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher – heuer zum ersten Mal auf der Interpoma – zeigte sich „stolz auf die Südtiroler Apfelproduzenten“. Sie seien nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und Aushängeschild für Südtirol, sondern mit der Integrierten Produktion und einem Anteil von 40 Prozent der europäischen Bio-Apfelproduktion auch Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Das Erfolgsmodell Apfelwirtschaft funktioniere nur, weil wir alle Hand in Hand arbeiten: von der Politik über das Genossenschaftswesen, die Beratung und Forschung bis zu den Produzenten selbst. „Dieses Modell müssen wir weiterentwicklen, und die Interpoma ist der geeignete Platz dafür“, sagte der Landeshauptmann.

Zwei Hausherren
In gewisser Weise hat die Interpoma zwei Hausherren. Zum einen Messepräsident Armin Hilpold, der die Messebesucher und Kongressteilnehmer mit einem herzlichen „Welcome to apple city“ begrüßte. Zum anderen – als oberster Vertreter der Südtiroler Apfelwirtschaft – der Präsident des Apfelkonsortiums Georg Kössler. Schmunzelnd verwies er darauf, dass das Verkehrschaos in Bozen Süd am Eröffnungstag auch eine positive Seite habe: „Immerhin zeigt es auf, welch großes Interesse diese Fachmesse und ihr Thema – der Apfel in der Welt – inzwischen hervorruft.“ Womit sogar ein Verkehrskollaps die Aussage bestätigt, dass aus einer ursprünglichen Schnapsidee eine Erfolgsgeschichte geworden ist.