Produktion, Südtiroler Landwirt | 09.05.2019

Tierbewegungen online melden

Tierbewegungen zu Betrieben und Almen in anderen italienischen Provinzen sind über die „Modelle 4 und 7“ zu melden. In Zukunft werden die Tierhalter das im Internet erledigen, denn das Land Südtirol hat den Dienst digitalisiert. Der Landestierärztliche Dienst ist überzeugt: Damit sparen sie Zeit und Geld. von Guido Steinegger

Internet statt Zettel: Wer Nutztiere zu anderen Betrieben und auf andere Almen bringt, füllt die Vordrucke künftig im Internet aus. (Foto: agrarfoto.at)

Internet statt Zettel: Wer Nutztiere zu anderen Betrieben und auf andere Almen bringt, füllt die Vordrucke künftig im Internet aus. (Foto: agrarfoto.at)

Die Landwirte – auch Viehbauern – wissen es längst: Das Land Südtirol stellt immer mehr Dienste von der Papierform auf das Internet um. Ein weiterer Schritt dazu startet am 8. Mai: Ab diesem Zeitpunkt kann man die sogenannten Modelle 4 und 7, in denen Tierhalter ihre Tierbewegungen melden müssen, selber erstellen. In einer ersten Phase gilt die Verpflichtung nur für Nutztiere der Tierarten Rinder, Schafe und Ziegen. Später wird dieser Dienst dann auch auf andere Tierarten wie Schweine und Pferde ausgeweitet. Die Tierbesitzer können diese Tätigkeit formell auch an andere Personen delegieren.
Für so manchen Viehbauern mag dies als zusätzlicher Aufwand erscheinen. Immerhin muss man sich – wie für alle Dienste der öffentlichen Verwaltung – zunächst im Internet identifizieren lassen. Wie das geht, erklären wir im Infokasten auf der Folgeseite.

„Dienst spart Zeit und Geld“
Doch dann – davon ist der Landestierärztliche Dienst überzeugt – hat diese Erweiterung der digitalen Dienste auch ihre Vorteile: Immerhin erlaubt sie den landwirtschaftlichen Betrieben, den gesetzlichen Verpflichtungen unabhängiger nachzukommen: Sie müssen dazu keine Behörde mehr aufsuchen. So sparen sie Zeit und auch Geld, denn der digitale Dienst ist im Gegensatz zur bisherigen ­Meldung kostenlos. Wer zum Beispiel bisher das „Modell 7“ beim Amtstierarzt geholt hat, musste dafür – abhängig von der Anzahl der Tierbewegungen – eine Gebühr bezahlen.

Modell 4: Verlegung an einen anderen Bestimmungsort
Was genau aber beinhalten die „Modelle 4 und 7“? Beginnen wir beim „Modell 4“: Es ist jenes Dokument, das Tiere bei ihrer Verlegung von einem Herkunftsbetrieb an einen anderen Bestimmungsort – Zuchtbetrieb, Handelsstall, Sammelzentrum, Schlachthof – begleiten muss. Übermittelt werden damit sanitäre Angaben zu den Nutztieren, Angaben zum Transport der Nutztiere und eventuell Informationen zur Lebensmittelkette. Sofern die Tiere nur innerhalb der Provinz Bozen verlegt werden, muss das Modell nicht ausgedruckt werden.

Modell 7: Gesundheitszeugnis für Bewegungen in andere Provinzen
Das „Modell 7“ dagegen ist das Gesundheitszeugnis, das Tiere auf italienische Almen außerhalb der Provinz Bozen begleiten muss. In Zukunft muss auch dieses Formular selbst digital erstellt und ausgedruckt werden. Welche Tierbewegungen genau mit den beiden Modellen zu melden sind, erklärt die Tabelle auf dieser Seite. Werden Tiere über eine Versteigerung verkauft, bleibt alles wie bisher: Die Versteigerungseinrichtung trägt die Tierbewegungen für den Tierhalter ein.

LW1909_Grafik Tierbewegungen

Bisherige digitale Dienste
Für den Landestierärztlichen Dienst ist klar: Fortschritt und Technologie schreiten voran – auch die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Bereits in den letzten Jahren waren einige Funktionen aktiviert worden, mit denen in der Landwirtschaft verschiedene Dienste digital genutzt werden, und zwar:
- Führung des digitalen Stallregisters;
- Durchführung von Tierbewegungen im Ein- und im Ausgang;
- Meldung von Hausschlachtungen und Tod von Tieren;
- Einsicht in die im eigenen Betrieb bei den eigenen Nutztieren vorgenommenen Impfungen und Laboranalysen.

So finden Sie die Dienste
Wie bereits jetzt für die verschiedenen digitalen Dienste der Provinz Bozen vor­gesehen, nutzt man dafür die Plattform ­„myCIVIS“ (https://civis.bz.it). Sowohl die oben erwähnten bisherigen Dienste als auch die neue Erstellung der digitalen „Modelle 4 und 7“ sind dort künftig gemeinsam unter dem Punkt „Nutztiere – Digitale Verwaltung“ abrufbar.
Zugang zu diesen Diensten hat jeder Landwirt, der sich einen persönlichen SPID-Zugang erstellt oder die eigene Bürgerkarte für digitale Dienste aktiviert hat.
Die Plattform „myCIVIS“ ist übrigens nicht nur für landwirtschaftliche Dienste geschaffen, sondern dient allen digitalen Diensten des Landes Südtirol für seine Bürger – egal ob Mensaanmeldung von Schulkindern, Übersicht über die bezahlte Autosteuer, Einsicht in die Katasterdaten u. v. m. Wer sich also einmal den SPID-Zugang verschafft hat, hat danach über Handy, Tablet und Computer einen einfachen und schnellen Zugang zu einer zunehmenden Vielfalt an öffentlichen Diensten.