Förderungen, Südtiroler Landwirt | 23.05.2019

Zeit für die Tiergesundheitsprämie

Wer um die Tiergesundheitsprämie ansuchen will, muss dies vor dem Almauftrieb und spätestens bis Montag, 15. Juli, beim zuständigen Landesamt tun. Berechtigt sind nur jene Tiere, deren Bewegungen der Almverantwortliche gemeldet hat. von Norbert Zenleser, Landesamt für Tierzucht

Bald schon blicken die Kühe wieder von der Alm ins Tal: Für bestimmte Tiere können die Bauern wieder um die Gesundheitsprämie ansuchen. (Foto: pixabay.com)

Bald schon blicken die Kühe wieder von der Alm ins Tal: Für bestimmte Tiere können die Bauern wieder um die Gesundheitsprämie ansuchen. (Foto: pixabay.com)

Ab sofort können Tierhalter wieder um die Tiergesundheitsprämie ansuchen. Bis zum Jahr 2020 gelten noch jene Förderkriterien, die die EU-Kommission im November 2015 als „mit dem Binnenmarkt vereinbar“ erklärt hatte.

Wichtigste Regeln
Beim Ausfüllen der Förderansuchen gilt es, auf verschiedene Punkte zu achten. Dazu zählen unter anderem: Einreichdatum, Angabe der zertifizierten PEC-E-Mail-Adresse und die verschiedenen nötigen Erklärungen.
Die wichtigsten Regeln für die Antragstellerinnen und Antragsteller sind …

Ansuchen vor Almauftrieb einreichen:
Der letzte Tag für die Abgabe des Beihilfeansuchens beim Landesamt für Viehzucht oder bei den Bezirksämtern für Landwirtschaft ist Montag, 15. Juli.

Die Tierbewegungen müssen gemeldet sein:
Damit der Almbewirtschafter die Daten fristgerecht eingeben kann, muss die vollständig ausgefüllte Liste mit den zu alpenden Tieren rechtzeitig dem Alpverantwortlichen übergeben werden (möglichst vor Alpungsbeginn). Bereits eingetragene Almbewegungen können zwar nachträglich abgeändert werden. Dies ist aber nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Amtstierarzt möglich, und es muss dafür eine nachvollziehbare Begründung vorliegen.
Deshalb gilt hier eine besondere Sorgfaltspflicht.

Kosten für Viehauftrieb: Es müssen die pro Tier entstandenen Kosten für den Vieh­auftrieb angegeben werden. Liegen diese unter 150 Euro pro Tier, wird die Beihilfe auf die effektiv entstandenen Kosten reduziert.

Vollständigkeit: Das Ansuchen muss vollständig ausgefüllt sein.

PEC-E-Mail: Die Antragsteller müssen im Formular eine zertifizierte PEC-E-Mail-Adresse angeben.

Weitere Voraussetzungen: Die Antragsteller müssen erklären, in der landwirtschaftlichen Primärproduktion tätige landwirtschaftliche Unternehmer zu sein. Zudem müssen sie in der Landesviehdatenbank als Tierhalter eingetragen sein. Schließlich müssen sie auch erklären, „aktive Betriebsinhaber“ laut EU-Verordnung (Nr. 1307/2013) zu sein, so wie dies auch für die Betriebsprämie und Ausgleichszulage vorgeschrieben ist.

Weitere Pflichten
Weitere Voraussetzungen und Verpflichtungen sind:
Alter der Rinder: Beihilfeberechtigt sind Rinder ab einem Alter von fünf Monaten bis zu einem Höchstalter von drei Jahren. Bei Tieren aus Mutterkuhhaltung ist das Mindestalter auf drei Monate reduziert (Stichtag für die Bestimmung des Alters der Tiere für die Gewährung der Beihilfe ist der 30. Juni 2019).
Für die diesjährige Beihilfe kommen jene Tiere infrage, die laut Viehdatenbank seit mindestens dem 1. Februar 2019 im landwirtschaftlichen Betrieb des Antragstellers gehalten werden. Für Mutterkuhhaltungsbetriebe gilt ein Mindestalter von drei Monaten, d. h., die betreffenden Tiere müssen vor dem 1. April 2019 im eigenen Betrieb geboren oder seit 1. Februar 2019 im eigenen Betrieb gehalten werden.

Viehbesatz: Der Höchstviehbesatz auf den Weideflächen darf nicht höher sein als 1,0 Großvieheinheiten pro Hektar.

Weidetage: Für die Gewährung der Beihilfe müssen die Tiere mindestens 60 aufeinanderfolgende Tage geweidet werden. Die Beweidung muss auf einer im LAFIS eingetragenen Almfläche erfolgen. Hier gilt eine Ausnahme für Almflächen, die sich außerhalb der Provinz Bozen befinden.

Tierbetreuung: Während der gesamten Weidezeit muss eine periodische Betreuung der Tiere gewährleistet werden.

Vorzeitigen Abtrieb melden: Ein Weideabtrieb vor Ablauf der vorgeschriebenen Weidezeit von 60 Tagen ist dem zuständigen Landesamt innerhalb von zehn Tagen zu melden.

Einmalige Beihilfe: Die Beihilfe kann für jedes Tier nur ein einziges Mal in dessen Leben beantragt werden.

Maximale Stückzahl: Die Beihilfe wird für maximal 20 Stück pro Antragsteller und Jahr gewährt.

Beitragshöhe
Die Höhe der Beihilfe beträgt bis zu 150 Euro für jedes beihilfeberechtigte Tier.
Stehen nicht genügend Finanzmittel zur Verfügung, um die Beihilfe an alle Antragsteller im obgenannten Ausmaß auszahlen zu können, wird sie zugunsten der Antragsteller nach folgender Ausschlussliste zugewiesen …
- Zuerst werden – bei den jüngsten Tieren beginnend – jene ausgeschlossen, die auf Weiden in Gebieten aufgetrieben werden, die im Anhang II der EU-Entscheidung 558/2004 nicht als IBR-freie Zonen eingestuft sind.
- In der Folge werden die anderen Tiere ausgeschlossen, für die um eine Prämie angesucht wird – beginnend bei den jüngsten und so lange, bis die verfügbaren Haushaltsmittel ausreichen.

Auszahlung
Die Auszahlung der Beihilfe erfolgt über das Landesamt für Viehzucht nach Überprüfung der Gesuche und der darin enthaltenen Angaben sowie nach Betriebs- oder Weidekontrollen.

So finden Sie die Formulare
Die Gesuchsformulare für das Jahr 2019 sind im Landesamt für Viehzucht, bei den Bezirksämtern für Landwirtschaft, beim Südtiroler Bauernbund und bei den Zuchtverbänden erhältlich.

Das Gesuchsformular und weitere Infos gibt es auch hier online.