Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 06.06.2019

Protestzug gegen den Wolf

Der Südtiroler Bauernbund ruft zu einer großen Protestkundgebung gegen den Wolf auf. Sie findet am morgigen Samstag, dem 8. Juni, in Sterzing statt.

Morgen wird es in Sterzing zahlreiche Transparente gegen den Wolf geben.

Morgen wird es in Sterzing zahlreiche Transparente gegen den Wolf geben.

Nach den Mahnfeuern und dem Protestzug von Bauern und Kleintierzüchtern mit Traktoren nach Bozen ist die Kundgebung des Bauernbundes die dritte Protestaktion in kurzer Zeit gegen die unkontrollierte Wolfszunahme. Wie notwendig der hartnäckige Einsatz für eine Wolfsregulierung ist, zeigten nicht erst die jüngsten Wolfsrisse in Mauls und im Jaufental. Viele Bäuerinnen und Bauern denken ernsthaft darüber nach, ihre Tiere nicht mehr auf die Almen zu bringen. Dadurch ist die traditionelle Berglandwirtschaft in Gefahr und damit die einmalige Almlandschaft Südtirols. Darauf, dass der Wolf und die Berglandwirtschaft nicht vereinbar sind, will der Bauernbund bei der Kundgebung klar und deutlich aufmerksam machen. Landesobmann Leo Tiefenthaler erklärt: „Der Unmut ist überall groß. Wir haben deshalb im Landesbauernrat beschlossen, auf die Straße zu gehen. Mit der Protestaktion wollen wir zeigen, dass es um die Zukunft der Almwirtschaft geht.“  

Protestzug durch Sterzing

Vorgesehen sind ein gemeinsamer Protestzug durch die Sterzinger Innenstadt mit anschließender Kundgebung am Stadtplatz (siehe Kasten). Damit die Botschaft in der Öffentlichkeit auch verstanden wird, ist eine möglichst hohe Teilnehmerzahl wichtig. Aufgerufen sind natürlich Bäuerinnen und Bauern aus dem ganzen Land, betont Tiefenthaler. Der Landesbauernrat zählt auf eine breite Mobilisierung durch die bäuerlichen Ortsgruppen. Erwartet werden außerdem Weidetierhalter aus den benachbarten Re­gionen. Aber auch alle Unterstützer aus der nicht-bäuerlichen Gesellschaft wie etwa Tourismustreibende, denen der Fortbestand der Almen am Herzen liegt, sind bei der Kundgebung willkommen.  

Für ein wolffreies Südtirol
Protestiert wird in erster Linie für ein Wolfsmanagement, das auch eine Regulierung des Bestands und die Entnahme von Wölfen vorsieht. „Der Wolf ist kein vom Aussterben bedrohtes Tier mehr“, sagt Tiefenthaler. Ziel müsse daher ein wolffreies Südtirol sein.
Bauernbund-Bezirksobmann Daniel Gasser betont, dass es auch um die Sicherheit der Familien im ländlichen Raum geht. „Im Wipptal kommen die Wölfe bis an Häuser und Höfe. Ohne eine Regulierung verlernen sie ihre Scheu, und das Risiko für die Bevölkerung steigt.“
Der Protest richtet sich nicht gegen die Landespolitik. Es geht darum, Landeshauptmann, Landesrat und Parlamentariern zusätzliche Unterstützung für ihren Einsatz in Rom und Brüssel zu geben. „Eine Kundgebung mit vielen Teilnehmern stärkt unseren Forderungen den Rücken“, betont Tiefenthaler.

Kundgebung in Sterzing
Treffpunkt ist der Parkplatz an der Talstation der Seilbahn Rosskopf. Von dort geht es um 10 Uhr in einem Protestzug durch die Sterzinger Innenstadt (Route siehe Karte). Tafeln und Spruchbänder sind erwünscht bzw. werden vor Ort verteilt. Die Teilnehmer sind aufgerufen, Kuhglocken, Schaf- oder Ziegenschellen mitzubringen, um den Protest akustisch zu untermalen. Am Stadtplatz beim Zwölferturm angekommen, erfolgen kurze Ansprachen, bevor die Kundgebung um ca. 12 Uhr endet.