Bauernbund | 28.06.2019

„Da kommen einem die Tränen“

Zwölf Schafe wurden vergangene Woche auf der Penser Joch Alm gerissen, darunter auch ein Schaf, das mit zwei Lämmern trächtig war. In einem Video des Südtiroler Bauernbundes erzählt der betroffene Bauer Stefan Mathá von dem traurigen Fund.

Stefan Mathà: "Herdenschutz ist am Penser Joch nicht möglich."

Stefan Mathà: "Herdenschutz ist am Penser Joch nicht möglich."

Insbesondere der Anblick des toten Mutterschafs mit den zwei herausgerissenen Lämmern wird Mathá noch lange in Erinnerung bleiben. „Man fühlt in dem Moment einfach gar nichts, es kommen einem nur die Tränen.“ Mathá, Schafbauer aus Wengen, gehörte das gerissene Schaf mit den zwei ungeborenen Lämmern, ebenso zwei weitere tote Schafe. Die hinzugezogenen Förster ließen aufgrund der Biss- und Fraßspuren keinen Zweifel daran, dass die Tiere Wolfsangriffen zum Opfer gefallen waren.

„Wenn nichts geschieht, ist die Kleintierzucht am Ende“
Für den jungen Schafbauern aus Wengen ist es höchste Zeit, das sich in Sachen Wolf etwas tut. „Man hätte schon viel früher handeln müssen.“ Mathá bedauert, dass die Tierhalter allein gelassen werden. „Man lässt uns im Stich und niemand hilft uns. Wenn nicht etwas geschieht oder wir uns selbst helfen, ist die Kleintierzucht am Ende.“

„Will nicht den Wolf mit meinen Schafen füttern“
Seine Tiere hat Stefan Mathá mittlerweile vom Penser Joch abgetrieben und auf der Rittner Alm untergebracht. „Den Wolf mit meinen Schafen zu füttern, dazu habe ich keine Lust.“ Schutzmaßnahmen wie Weidezäune oder das Einkoppeln der Tiere sind auf der Penser Joch Alm nicht möglich, betont Mathá: „Wer die Gegend kennt, weiß, dass es hier zu felsig ist, um die Schafe jeden Tag auf- und abzutreiben.“

Mathá und seine Familie halten seit 30 Jahren Schafe, seit 25 Jahren das vom Aussterben bedrohte Villnösser Brillenschaf. Die Tiere brachte er bislang jedes Jahr auf das Penser Joch. Dort verbringen insgesamt rund 500 Schafe den Sommer, begleitet von einem Hirten.

 

Hier das Video in voller Länge