Innovation | 03.07.2019

Crowdfunding für Südtiroler Freilandschweine

Verena Angerer vom Jörgnerhof in Pfitsch züchtet Freilandschweine. Vor kurzem hat sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Mit dem gesammelten Geld finanziert sie den Verarbeitungsraum und Hofladen.

Am Bio-Betrieb von Angerer leben Schweine in ganzjähriger Freilandhaltung.

Am Bio-Betrieb von Angerer leben Schweine in ganzjähriger Freilandhaltung.

Am Jörgnerhof in Pfitsch werden auf 1500 Metern Meereshöhe Schweine gehalten. Die Jungbäuerin des Jörgnerhofes Verena Angerer berichtet: „Unsere Schweine führen ein tiergerechtes Leben: Sie sind das ganze Jahr im Freien, können ihren natürlichen Bedürfnissen folgen und bekommen qualitativ hochwertiges Futter.“
Noch vor zehn Jahren war der Jörgnerhof ein kleiner, typischer Milchviehbetrieb. Als Angerer den Betrieb übernahm, entschied sie sich, auf biologische Fleischproduktion umzusteigen. So leben am Betrieb nun neben den 35 Freilandschweinen auch 15 Mastrinder.

Auf der Suche nach Unterstützung
Um die Verarbeitung und den Vertrieb der hochwertigen Produkte noch professioneller zu gestalten, setzt die 34-Jährige auf die innovative Finanzierungsform des Crowdfundings. Ihr Vorhaben wird auf der Internetplattform „Crowdfunding Südtirol“ präsentiert. Die Pfitscherin möchte mindestens 10.000 Euro sammeln und damit einen Teil der Kosten für den Bau des Verarbeitungsraumes und des Hofladens decken. „Anstatt das Geld bei der Bank zu leihen, suche ich die Unterstützung der Kunden – von Privatpersonen genauso wie von Personen aus der Gastronomie und dem Handel“, erklärt Angerer. Personen, welche ihre Idee unterstützen möchten, können zwischen verschiedenen Unterstützungs-Paketen wählen. Diese reichen von 20 Euro bis hin zu 1300 Euro. Je nach Beitragshöhe erhält die unterstützende Person als Gegenleistung Produkte vom Jörgnerhof im entsprechenden Wert. Wer ebenfalls Produkte vom Jörgnerhof probieren und damit gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft in Südtirol unterstützen möchte, kann das noch bis zum 9. August unter www.crowdfunding-suedtirol.it machen. Dort kann auch der aktuelle Stand der Kampagne eingesehen werden.

Erste Erfolge
Bereits knapp eine Woche nach dem Kampagnenstart am 2. Juli konnte Angerer den ersten großen Erfolg verbuchen: Das Finanzierungsziel von 10.000 Euro wurde erreicht. Über 60 Personen hatten sich bis dahin an der Kampagne beteiligt. Angerer betont: „Ich hoffe auf viele weitere Unterstützer, auch wenn das Finanzierungsziel bereits erreicht worden ist. Das Finanzierungsziel ist das unterste Limit, das für die Verwirklichung meines Projekts notwendig ist. Jeder weitere Beitrag erleichtert die Umsetzung meines Vorhabens sehr.“ 

So funktioniert´s
Beim Crowdfunding wird eine Online-Plattform als Raum genutzt, in dem Unternehmen ihre innovativen Projekte präsentieren und Geld für deren Umsetzung sammeln. Die finanzielle Unterstützung kommt nicht von traditionellen Finanzinstituten, sondern von Seiten der Bevölkerung. Als Gegenleistung erhalten die Unterstützer Produkte im entsprechenden Wert. Am Ende ergeben so, im Idealfall, verschiedene Geldbeträge jene Summe, die für die Umsetzung des Vorhabens nötig ist. Neben der finanziellen Starthilfe kann der Betrieb durch Berichte in den Medien seine Bekanntheit steigern und neue Kunden gewinnen. Hinzu kommt, dass das Unternehmen einen eine Ahnung erhält, ob das neue Produkt am Markt Anklang findet. 
SBB und lvh leisten Unterstützung
Der Südtiroler Bauernbund und der lvh – Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister begleiten die Junglandwirtin bei ihrem Vorhaben. Ermöglicht wird die Crowdfunding-Kampagne durch die Unterstützung des Landesamtes für Innovation und Technologie.