Weiterbildung, Bauernbund | 26.09.2019

Digitales Lernen – ein Gebot der Stunde

Der Tradition verpflichtet und gleichzeitig offen für Neues sein – dies ist seit jeher der Anspruch der SBB-Weiterbildungsgenossenschaft. Einen Schwerpunkt im neuen Weiterbildungsprogramm 2019/20 bilden die digitalen Lerninhalte. von Christian Rainer

Lernen immer und überall – mit den neuen E-Learning-Angeboten des Bauernbundes ist das künftig noch leichter möglich.

Lernen immer und überall – mit den neuen E-Learning-Angeboten des Bauernbundes ist das künftig noch leichter möglich.

Die Digitalisierung schreitet in allen Lebensbereichen rasend schnell voran – auch vor der Landwirtschaft macht sie nicht halt. Im Bereich der Weiterbildung hat die Digitalisierung freilich längst einen zentralen Stellenwert eingenommen: E-Learning-Kurse nehmen daher in der Weiterbildungswelt einen immer breiteren Raum ein. Um den Trend der Digitalisierung nicht zu verschlafen und die bäuerliche Bevölkerung in diesem Bereich zu unterstützen, hat die SBB-Weiterbildung vor drei Jahren die digitale Lernplattform lernen.sbb.it ins Leben gerufen.

Megatrend E-Learning
Das digitale Kursangebot auf der Plattform wird Jahr für Jahr ausgebaut. Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler ist vom richtigen Weg des Bauernbundes überzeugt: „Das digitale Lernen ist ein Gebot der Stunde. Durch die Lernplattform lernen.sbb.it können unsere Bäuerinnen und Bauern in die neue Form des Lernens eintauchen und sich von zu Hause aus weiterbilden – noch dazu zeitlich flexibel und völlig autonom. Wichtig ist, die Digitalisierung nicht als Belastung, sondern als Chance für sich selbst und den bäuerlichen Betrieb zu sehen.“

Neue Online-Kurse
Als neuer Online-Kurs ist ab Oktober erstmals ein Etikettierungskurs auf der Lern­plattform lernen.sbb.it abrufbar. Nach einer theo­retischen Einführung in die aktuelle Gesetzeslage rund um die Lebensmitteletikettierung können die Bäuerinnen und Bauern ihre eigenen Etiketten für verschiedene Produkte gestalten und drucken.
Ein weiterer neuer Online-Kurs widmet sich hingegen einem sozialen Aspekt: „Mama, Papa, Kind – Unterstützung für Familien“ gibt einen Überblick über die verschiedenen finanziellen Leistungen auf Staats- und Landesebene wie beispielsweise das Familiengeld. Neu ist auch der Online-Gästeverwaltungskurs: Er gibt einen kurzen Einblick in das neue Roter-Hahn-Gästeverwaltungsprogramm.

„Diggy“ – die Anlaufstelle für Digitales
Die Bauernbund-Weiterbildungsgenossenschaft hat mit den Partnern KVW und VHS das Projekt „Diggy“ (vorher Selbstlernzentrum) ins Leben gerufen. „Diggy“ wird ab Oktober an vier Südtiroler Standorten – Bozen, Sterzing, Schlanders und Bruneck – angeboten und soll für die Bäuerinnen und Bauern sowie für alle weiteren Interessierten Anlaufstelle für digitale Fragen sein. Egal, ob es sich um das neue Kommunikations-Tool „mein SBB“ oder das neue Roter-Hahn-Gästeverwaltungsprogramm für Betreiber von Urlaub auf dem Bauernhof handelt – „Diggy“ ist die ideale Lösung für digitale Fragen.

„Diggy-Treffs“ in den Bezirken
In den „Diggy-Treffs“ werden die Bäuerinnen und Bauern von einem EDV-Trainer kompetent betreut und erhalten Antworten auf ihre Fragen.
Sie können aber auch ganz einfach nur im Internet surfen und nur bei Bedarf auf die Dienste des EDV-Trainers zurückgreifen – etwa wenn die Internetrecherche nicht die gewünschten Ergebnisse bringt oder sonstige Probleme auftreten.
Leo Tiefenthaler dazu: „Das Projekt ,Diggy‘ ist ein Meilenstein für die digitale Weiterbildung unserer Bäuerinnen und Bauern. Für den Bauernbund besonders wichtig ist: Sie erhalten vor Ort Unterstützung durch einen EDV-Coach, der mit den Bauernbund-Anwendungen vertraut ist.“
Die Besucher können ihr Smartphone, ihr Tablet oder ihren Laptop mitbringen und entscheiden selbst, wann, wie lange und wofür sie den „Diggy-Treff“ nutzen. Und das Beste: Die Teilnahme am „Diggy-Treff“ ist kostenlos. Es ist keine Anmeldung notwendig. Die Termine für die „Diggy-Treffs“ in den Bezirken sind im Infokasten zusammengefasst.

Orte und Öffnungszeiten auf einen Blick

Bozen: ab Oktober jeweils am Mittwoch, 14–18 Uhr, Donnerstag, 18–20 Uhr, Freitag, 9–12 Uhr (entfällt 30.10.–1.11.), Bozen, C-Link, Sparkassenstraße 6/5; Coach: Werner Messner
Sterzing: ab Oktober jeweils am Dienstag, 15–18 Uhr (entfällt am 29.10.), Stadtbibliothek Sterzing, Dantestraße 9; Coach: Michael Wild
Schlanders: ab Oktober jeweils am Mittwoch, 9–12 Uhr (entfällt am 30.10.), Mittelpunktbibliothek Schlanders, Schlandersburgstraße 6; Coach: Werner Messner
Bruneck: ab Oktober jeweils am Dienstag, 15–18 Uhr, (entfällt am 29.10.), Stadtbibliothek Bruneck, Enrico-Fermi-Straße 6; Coach: Caroline Renzler


Abwechslungsreiches Programm
In diesen Tagen erscheint die neue Kursbroschüre der Bauernbund-Weiterbildungsgenossenschaft – bereits zum fünften Mal gemeinsam mit dem Beratungsring Berglandwirtschaft BRING und dem Beratungsring für Obst- und Weinbau erarbeitet. Neben den verschiedenen E-Learning-Kursen findet man dort natürlich auch klassische Seminare, Lehrgänge und Lehrfahrten.
Von der Bierproduktion zur sozialen Absicherung ist der Bogen auch dieses Mal wieder weit gespannt. Eine besondere Neuheit im Weiterbildungsprogramm ist die Direktvermarkter-Akademie, eine fundierte Ausbildung für (angehende) bäuerliche Direktvermarkter.
Dieser gut 180 Stunden umfassende Lehrgang wird den Teilnehmern Fachkenntnisse in Theorie und Praxis vermitteln und für die Direktvermarkter die Grundlage für nachhaltigen Erfolg am Markt sein. Die Besonderheit dieser neuen Ausbildung besteht darin, dass die Teilnehmer in einigen Modulen nach Produktgruppen getrennt geschult und sogar am eigenen Betrieb von Experten gecoacht werden. Der Leiter der SBB-Weiterbildungsgenossenschaft, Matthias Bertagnolli, erklärt: „Regionale Produkte liegen voll im Trend. Wir sehen in der Direktvermarktung von Qualitätsprodukten ein großes Potenzial für unsere Landwirte. Daher haben wir die Direktvermarkter-Akademie aus der Taufe gehoben.“ (siehe dazu hier).

Vom Brunch zum Krippenbaukurs
Auch das Brunchen – eine Art verlängertes Frühstück – liegt voll im Trend. Speziell für Buschen- und Hofschankbetreiber bietet die Bauernbund-Weiterbildungsgenossenschaft daher erstmals ein Seminar zur Gestaltung eines Brunchs, kombiniert mit Kaffeegenuss, an – ein Trend, den Schankbetreiber nicht verschlafen sollten. Auch der Bereich Digitalisierung und Sprachen wartet mit einigen Neuheiten auf: „Bildbearbeitung mit GIMP“, „Mein Video: produzieren, schneiden, veröffentlichen“, „Die Cloud – digital gut vernetzt“, „Soziale Medien als Kommunikationsmittel“ oder „Mein Online-Shop“: Sie alle haben es erstmals in das Weiterbildungsprogramm geschafft.
Wer bereits im Herbst an Weihnachten denkt und seine eigene Krippe bauen möchte, kann sich zum Krippenbaukurs in Bozen anmelden – auch er ist neu im Programm.
Neben all den Neuheiten finden sich in der Kursbroschüre 2019/20 auch bewährte Lehrgänge wie der „Spezialisierungslehrgang ­Urlaub auf dem Bauernhof“, der Lehrgang „Hof­eigene Produkte im UaB-Betrieb“, der „Lehrgang für Buschen- und Hofschänke“, die „Ausbildung zum diplomierten Käsesommelier“ oder der Lehrgang „Vitalangebote am Bauernhof“.

Demnächst im Postkasten
Die neue Weiterbildungsbroschüre mit allen (Online-) Seminaren, Lehrgängen und Lehrfahrten wird den Bäuerinnen und Bauern in den kommenden Tagen kostenlos per Post zugesandt. Sie liegt auch im Hauptsitz des Südtiroler Bauernbundes in Bozen sowie in den Bauernbund-Bezirksbüros auf.
Wer lieber – um zum Trend der Digitalisierung zurückzukommen – online blättert, kann dies jederzeit hier tun, indem er unten auf das Cover klickt.



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