Markt | 11.10.2019

EU: Milchanlieferung soll leicht steigen

Die EU-Milchanlieferung dürfte im Jahr 2019 in Summe um 0,5 Prozent auf rund 158 Millionen Tonnen steigen. Dies geht aus der jüngsten Kurzfristprognose („Short-Term-Outlook“) hervor, welche die EU-Kommission dieser Tage vorgestellt hat. von AIZ

Unterschiedliche Aussichten haben die Experten für Trinkmilch und Milchprodukte.

Unterschiedliche Aussichten haben die Experten für Trinkmilch und Milchprodukte.

Als Gründe werden der gegenüber dem Vorjahr leichte Rückgang der Milchviehbestände auf 22,5 Millionen Stück (minus 0,7 Prozent) und die gleichzeitig um 1,1 Prozent zunehmende durchschnittliche Milchleistung der Kühe genannt. Die Anlieferungsentwicklung werde in den einzelnen Mitgliedsländern unterschiedlich verlaufen, schätzt die Kommission. Für das Jahr 2020 wird aus heutiger Sicht – normale Witterungsbedingungen vorausgesetzt – ein weiterer Anstieg der Milchverarbeitung um 0,7 Prozent erwartet.

Trinkmilch leicht im Minus, Käsemarkt stabil
Was den Absatz von Molkereiprodukten betrifft, so verweist die Kommission in ihrer Prognose darauf, dass sich der bei Trinkmilch beobachtete Konsumrückgang in diesem Jahr - gebremst - fortsetzen werde. Die Produktion dürfte um ein Prozent auf 29,8 Millionen Tonnen sinken, für 2020 rechne man mit einem weiteren Minus von einem Prozent, so die Prognose die Experten.

Der Käsemarkt der EU befindet sich derzeit in einer stabilen Situation. Dies hängt auch mit der erhöhten Exportnachfrage, vor allem aus dem asiatischen Raum, zusammen. Im Gesamtjahr dürften die Ausfuhren in Summe um knapp zwei Prozent zulegen, während der Binnenmarktkonsum leicht über dem Vorjahresniveau liegen wird (plus 0,7 Prozent). Daraus resultiert eine Gesamtproduktion von 10,4 Millionen Tonnen, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 0,8 Prozent entspricht. Im kommenden Jahr sollen der stabile Konsum und eine weitere Exportsteigerung um 1,5 Prozent zu einer Anhebung der EU-Käseproduktion um 0,6 Prozent führen.