Seniorenvereinigung | 28.10.2019

Innovative Technologien für Lebensqualität im Alter

Vor Kurzem traf sich der Landesausschuss der Seniorenvereinigung im Südtiroler Bauernbund mit Sonja Vigl vom Institut für Public Management von Eurac Research. Sie informierte die Funktionäre über technische Hilfsmittel, mit denen ältere Menschen länger im eigenen gewohnten Umfeld leben können.

Der Landespräsident der Seniorenvereinigung im SBB, Gottfried Oberstaller (l.), und sein Stellvertreter Johann Weissensteiner (r.) freuten sich über den Besuch von Sonja Vigl von Eurac Research.

Der Landespräsident der Seniorenvereinigung im SBB, Gottfried Oberstaller (l.), und sein Stellvertreter Johann Weissensteiner (r.) freuten sich über den Besuch von Sonja Vigl von Eurac Research.

Das Eurac-Institut für Public Management setzt sich seit acht Jahren mit dem Thema „aktives und unterstütztes Wohnen im Alter“ auseinander. „Die zentrale Überlegung dabei ist, mithilfe technischer Unterstützung die älteren Menschen länger im eigenen Zuhause zu halten“, erklärte Sonja Vigl. Zudem sollen Angehörige sowie Wohn- und Pflegeheime durch diese Technologien entlastet werden. Das erste Projekt war dabei eine Notfalluhr: Diese funktioniert wie ein Handy und kann unter anderem Stürze des Uhrenträgers erkennen und melden. 

Neue Technologien werden auch in Südtirol getestet
Derzeit nimmt Eurac Research an einem internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekt teil. Das Ziel ist es, einzelne Lösungen, die ältere Menschen in ihrem Leben zuhause unterstützen, zu vereinen und ihren Nutzen nachzuweisen.
So kann zum Beispiel ein in der Wohnung installiertes System den Angehörigen eines älteren alleinlebenden Menschen benachrichtigen, falls der Kühlschrank bis zu einer vorher abgemachten Uhrzeit nicht geöffnet wird. Dies ermöglicht es dem Angehörigen, gleich nachzufragen und entsprechend zu agieren. Die Basis für dieses System bilden in der Wohneinheit verteilte Sensoren sowie die digitale Kommunikation.

Testpersonen gesucht
Für dieses Projekt werden zurzeit noch Testpersonen aus der Gemeinde Bozen und Umgebung gesucht. Interessierte, die bereit wären, ein Jahr lang verschiedene Technologien zu testen, können sich bei Eurac Research melden (335 7671231, i-evaal@eurac.edu). Die Projekte von Eurac Research in diesem Bereich werden von der Europäischen Union und vom italienischen Ministerium für Bildung, Universität und Forschung (MIUR – Minstero per l’Istruzione, l’Universita e la Ricerca) gefördert.

Projekt wichtig für zukunftsträchtige Altenpolitik
Der Landespräsident der Seniorenvereinigung, Gottfried Oberstaller, verweist auf die Wichtigkeit solcher Projekte: „Die Entwicklung neuer Technologien ermöglicht es den Senioren, länger selbständig zu leben, und kann ihre Lebensqualität bewahren. Angesichts der Tatsache, dass schon jetzt die verschiedenen Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen in Südtirol mehr als ausgelastet sind, die Gruppe der Senioren aber weiterhin wachsen wird, tragen solche Projekte zu einer zukunftsträchtigen Altenpolitik bei und sind daher nur zu unterstützen.“