Produktion | 28.10.2019

Neue Züchtungstechniken prüfen

Die EU-Mitgliedstaaten haben die kommende EU-Kommission unter der gewählten Präsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, eine Untersuchung zu den neuen Züchtungstechniken vorzulegen. von AgraEurope

Neue Züchtungsmethoden sollen neu untersucht werden. (Foto: Pixabay)

Neue Züchtungsmethoden sollen neu untersucht werden. (Foto: Pixabay)

Wie der Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten der EU (Coreper) in in Brüssel beschlossen hat, soll die Studie die Frage beantworten, unter welchen Voraussetzungen die gegenwärtige Gesetzgebung angepasst werden kann, um den Einsatz mutagener Biotechnologien zu erleichtern. Die formelle Verabschiedung des Beschlusses wird für eines der kommenden Ratstreffen im November erwartet.

Ebenfalls angenommen wurde auf dem Coreper-Treffen eine gemeinsame Erklärung der EU-Staaten Polen, Zypern, Ungarn, Litauen und Slowenien, in der vor allem auf das Vorsorgeprinzip verwiesen wird. Oberste Priorität müsse der Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt haben. Betont wird zudem, dass genetisches Material, das „natürlicherweise“ nicht vorkomme, „besonderer Aufmerksamkeit“ bedürfe. Außerdem fordern die Länder von der Kommission eine Klarstellung zu verwendeten Terminologien wie „neue mutagene Techniken“ und „neuartige Genomtechniken“.

Neue Methoden GVO gleichgestellt
Mit den Coreper-Beschlüssen wollen die Mitgliedstaaten Bewegung bringen in die Kontroverse um die Einstufung neuer Züchtungstechniken durch den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Die Luxemburger Richter hatten im Juli vergangenen Jahres entschieden, dass Organismen, die durch Mutagenese gewonnenen werden, als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) anzusehen seien und deshalb „grundsätzlich“ den Verpflichtungen aus der entsprechenden EU-Richtlinie unterliegen würden. Hierunter würden auch Techniken wie CRISPR/Cas fallen.