Bauernbund, Produktion | 21.11.2019

Gülle: Ausbringungsverbot mit Ausnahmen

Die anhaltenden Schneefälle in höheren Lagen bringen viele Bauern in Schwierigkeiten, die noch im Monat November Wirtschaftsdünger ausbringen möchten. Ab 1. Dezember ist dies bekanntlich verboten – es sind jedoch Ausnahmen möglich.

Für Ausnahmen vom Ausbringungsverbot kann man sich an die nächste Forststation wenden. Foto: www.pixabay.com/Kurt Bouda

Für Ausnahmen vom Ausbringungsverbot kann man sich an die nächste Forststation wenden. Foto: www.pixabay.com/Kurt Bouda

Die geltende Gewässerschutzrichtlinie sieht vor, dass das Ausbringen von Wirtschaftsdüngern unter bestimmten Umständen verboten ist. Das Verbot gilt unter anderem von 1. Dezember bis Ende Februar, auf gefrorenen oder schneebedeckten Böden, auf wassergesättigten und überschwemmten Böden sowie auf Böden mit anstehendem Grundwasser oder mit aktiven Rutschungen. Gerade diese Punkte – vor allem der nahende 1. Dezember  – bringen nach den vielen Niederschlägen der vergangenen Wochen viele Bauern im Land in Schwierigkeiten. 

In Ausnahmefällen kann der Direktor des zuständigen Forstinspektorates jedoch eine Sonderermächtigung ausstellen. Möglich ist dies, wenn während des zeitlichen Ausbringungsverbotes ein Düngerüberschuss in den Lagerstätten vorhanden ist und folglich die Gefahr einer Gewässerverunreinigung besteht, oder wenn keine andere Nutzungs- oder Lagerungsmöglichkeiten vorhanden sind (z. B. die Lieferung der Gülle an eine Biogasanlage). 

Betroffene Bauern können sich möglichst rasch an die jeweils zuständige Forststation wenden und dort um eine solche Sonderermächtigung ansuchen. Die Mitarbeiter der Forststation werden dann einen Termin für einen Lokalaugenschein vereinbaren und – falls die Voraussetzungen erfüllt sind – eine Sonderermächtigung zur Ausbringung von Wirtschaftsdünger ausstellen.