Produktion, Markt | 23.01.2020

Kunterbunter Blumenkohl

Blumenkohl ist eine der wichtigsten Freiland-Gemüsekulturen Südtirols. Besonderheiten steigern das Interesse der Verbraucher und die Vielfalt am Markt und bergen auch für Direktvermarkter Potenziale. Neben alten und lokalen Sorten punkten auch Neuheiten, beispielsweise bunter Blumenkohl. von Markus Hauser, Rhea Mack, Elisa Zangerle, Versuchszentrum Laimburg

Bunter Blumenkohl ist nicht nur optisch  attraktiv, sondern auch besonders gesund.

Bunter Blumenkohl ist nicht nur optisch attraktiv, sondern auch besonders gesund.

Aus dem Mittelmeerraum stammend, erfreut sich der Blumenkohltyp Romanesco steigender Beliebtheit. Nicht nur mit spitzen Röschen, sondern auch violett, orange und grün präsentieren sich farbige Blumenkohlsorten. Die bunten Varianten des Blumenkohls lagern natürliche Stoffe in die Blume ein, wodurch die Färbung entsteht. Chlorophylle sind für die grüne, Anthocyane für die violette und Beta-Carotine für die orange Farbe verantwortlich. Als natürliche Bestandteile der Pflanzen kennt man diese Stoffe bereits von unerwünschten Verfärbungen des weißen Blumenkohls. Für die Ernährung sind diese Stoffe bedeutsam, da sie im menschlichen Körper als Antioxidantien wirken können. 

Acht bunte Sorten getestet

Im Sommer 2019 wurden im Versuchsfeld der Laimburg in Eyrs neben 24 weißen Blumenkohlsorten je zwei grüne Sorten (Gilverde F1, Susana F1), Romanescosorten (Puntoverde F1, White Gold F1), orange (Cheddar F1, Flame Star F1) und violette Sorten (Graffiti F1, Depurple F1) geprüft. Die Aussaat erfolgte in zwei Sätzen Anfang April und Anfang Mai in Polistyrolplatten. Die Anzucht der Jungpflanzen im Gewächshaus dauerte rund vier Wochen. Der erste Satz wurde am 7. Mai, der zweite am 6. Juni ins Freiland gepflanzt. Die Pflanzdichte lag bei ca. 33.000 Pflanzen pro Hektar.

Im Anbau unterscheidet sich der farbige Blumenkohl kaum vom weißen Blumenkohl. Besonders bei der Ernte des Romanescotyps muss aber sehr vorsichtig vorgegangen werden, da die spitzen Türmchen der Blume leicht abbrechen. Im Gegensatz zum weißen Blumenkohl muss der farbige vor der Ernte nicht vor Licht geschützt werden, um Verfärbungen zu vermeiden, denn durch die Sonneneinstrahlung werden die Farben der Blume meist eher intensiver. 

Ertrag bei den bunten niedriger

Die Ergebnisse der Ertragserhebung des Versuchsanbaus vom Sommer 2019 in Eyrs sind in Tabelle 1 dargestellt. Generell ist zu sagen, dass die Ertragsleistung und das mittlere Kopfgewicht der bunten Blumenkohl-Sorten leicht unter den Werten der geeignetsten weißen Karfiolsorten liegen. Im Normalfall ist, je nach bunter Sorte, mit Mindererträgen zwischen zehn und 30 Prozent im Vergleich zum weißen Blumenkohl zu rechnen.

Beim grünen Blumenkohl unterschieden sich die beiden geprüften Sorten Gilverde F1 und Susana F1 sowohl im mittleren Kopfgewicht als auch im Ertrag kaum. In Hinblick auf die Farbe hatte Gilverde F1 allerdings ein intensiveres Grün und ist somit für den Anbau zu bevorzugen. 

Obwohl bei den Romanescotypen die Sorte White Gold F1 sowohl in der Ertragsleistung als auch im mittleren Kopfgewicht in beiden Anbausätzen höher lag als Puntoverde F1, empfiehlt sich für die Praxis der Anbau von Puntoverde F1, da bei White Gold F1 manchmal eine leichte braunrötliche Verfärbung der Blume festgestellt wurde, was eine erhebliche Qualitätsminderung darstellt. 

Beim orangen Blumenkohl lag die Sorte Flame Star F1 sowohl beim mittleren Kopfgewicht als auch in der Ertragsleistung in beiden Anbausätzen leicht über der anderen geprüften orangen Blumenkohlsorte Cheddar F1. In der Blumenfarbe allerdings punktete Cheddar F1 mit einem intensiveren Orange. 

Im Vergleich der beiden violetten Blumenkohlsorten hatte Depurple F1 sowohl das höhere mittlere Kopfgewicht als auch die höhere Ertragsleistung als Graffiti F1, und zwar in beiden Sätzen. Die Farbe der Blume war allerdings bei Graffiti F1 etwas intensiver. 

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Wirtschaftlich interessant

Der Anbau farbiger Blumenkohlsorten kann, in Hinblick auf die Diversifikation des Angebots, durchaus wirtschaftlich interessant sein. Vor allem für die Direktvermarkter sollte es möglich sein, die etwas geringere Ertragsleistung durch die Preisgestaltung auszugleichen. Die knalligen Farben wirken mit Sicherheit als Blickfang und gestalten das Angebot auch optisch attraktiv.