Sozialberatung | 29.01.2020

Endlich in Rente ... und jetzt?

Wer den wohlverdienten Ruhestand antritt, hat viele Fragen. Eine häufig gestellte Frage ist: Was passiert nach dem Ruhestand mit dem Zusatzrentenfonds? von Nina Pernstich Pedron

Wie es im verdienten Ruhestand mit der Zusatzrente weitergeht, erklärt das Bauernbund-Patronat ENAPA. Foto: Susanne Pälmer, Pixabay

Wie es im verdienten Ruhestand mit der Zusatzrente weitergeht, erklärt das Bauernbund-Patronat ENAPA. Foto: Susanne Pälmer, Pixabay

Wer in Rente gehen möchte, hat als Mitglied eines Zusatzrentenfonds folgende Möglichkeiten. 

Eine dieser Möglichkeiten besteht darin, weiterhin Mitglied im Zusatzrentenfonds zu bleiben: Auf diese Weise kann der oder die Betroffene pro Jahr bis 5165 Euro einzahlen, vom Einkommen abziehen und damit Steuern sparen. Ganz unabhängig davon kann man jederzeit die Auszahlung der Zusatzrente und/oder des Kapitals beantragen.

Zusatzrente auszahlen lassen – auf die gewünschte Art und Weise

Möglichkeit zwei: Man lässt sich die Zusatzrente auszahlen. Für die Auszahlung der Zusatzrente wird das Kapital in eine lebenslange Zusatzrente umgewandelt. Dies erfolgt aufgrund eines Koeffizienten, der verschiedene Faktoren wie die durchschnittliche Lebenserwartung, das Geschlecht, das Alter und die Art der gewünschten Zusatzrente berücksichtigt. Jeder Zusatzrentenfonds bietet verschiedene Arten von Zusatzrenten. Sollte der gewählte Fonds nicht die gewünschte Zusatzrentenart anbieten (z. B. eine lebenslange Zusatzrente mit Versicherung des angesparten Kapitals, eine lebenslange Zusatzrente mit Versicherung bei Pflegebedürftigkeit), können die Ersparnisse auch auf einen anderen Zusatzrentenfonds übertragen werden, der genau jene Zusatzrente anbietet, die den eigenen Bedürfnissen am meisten entspricht. 

Auszahlung des Kapitals

Falls sich aus der Umwandlung von 70 Prozent der angereiften Summe eine Zusatzrente ergibt, die weniger als 50 Prozent des Sozialgeldes ausmacht – für das Jahr 2019 entspricht das 2977 Euro pro Jahr – kann die gesamte Position sofort als Kapital ausgezahlt werden. Fällt die Zusatzrente höher aus, werden maximal 50 Prozent der angereiften Summe als Kapital ausgezahlt. Der restliche Teil wird in eine lebenslange Zusatzrente umgewandelt.

Wer die Erwerbstätigkeit beendet und seit mindestens fünf Jahren Mitglied in einem Zusatzrentenfonds ist, kann um die Auszahlung der flexiblen Frührente RITA ansuchen.

Das Ansuchen kann man frühestens stellen:

fünf Jahre vor Erreichen des Alters für die staatliche Altersrente, falls man mindestens 20 Beitragsjahre für die staatliche Rente aufweist;

zehn Jahre vor Erreichen des Alters für die staatliche Altersrente, falls man seit mindestens 24 Monaten arbeitslos ist.

Für die Berechnung der RITA wird das angereifte Kapital durch die Jahre geteilt, die zum Zeitpunkt des Ansuchens beim Zusatzrentenfonds noch bis zum Erreichen des Alters für die staatliche Altersrente (aktuell 67 Jahre) fehlen.

Die Bezirksmitarbeiter des Bauernbund-Patronates ENAPA stehen kostenlos für die Beratung zur Verfügung und sind bei der Abwicklung der Anträge behilflich.