Produktion | 05.02.2020

Ansuchen um neue Weinbauflächen

Die Anträge um unentgeltliche Zuweisung aus dem nationalen Topf können in Südtirol ausschließlich vom 17. Februar bis 13. März eingereicht werden.

Jeder Antragsteller darf maximal um 3000 Quadratmeter neue Weinbaufläche ansuchen. Foto: Matthias Matscher

Jeder Antragsteller darf maximal um 3000 Quadratmeter neue Weinbaufläche ansuchen. Foto: Matthias Matscher

Die dem Land Südtirol maximal zuweisbare Fläche beträgt nach wie vor ein Prozent der in Südtirol bestehenden Weinbaufläche des Vorjahres, was rund 55 Hektar entspricht. Vorab müssen die Angaben für den Antrag auf dem Formular der „Interessenbekundung“ vollständig und richtig ausgefüllt werden. 

Gezielte Maßnahmen gegen „Scheinverträge“

In den vergangenen Jahren gab es öfters Versuche, mit „Scheinverträgen“ das europäi­sche Prinzip der Unentgeltlichkeit und Unübertragbarkeit von Pflanzgenehmigungen auszuhebeln. Um diesem Phänomen Herr zu werden, hat der Direktor der zuständigen Landesabteilung – in Anlehnung an ein entsprechendes Ministerialdekret – auf Landesebene für die Zuteilung von Autorisierungen im Weinbau ein eigenes Dekret (Nr. 26766 vom 19. Dezember 2019) erlassen, das folgende Einschränkungen vorsieht:

Jeder Antragssteller darf auch im Jahr 2020 um eine Fläche von maximal 3000 Quadratmetern ansuchen.

Zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe im Land- und forstwirtschaftlichen Informationssystem (allgemein als LAFIS bezeichnet) eingetragene Brachen oder unproduktive Flächen, Almen sowie Wald gelten nicht als Landwirtschaftsflächen und für diese Flächen darf nicht um Zuweisung angesucht werden.

Antragsteller muss über beantragte Fläche verfügen

Die im Betriebsbogen des Antragstellers im LAFIS eingetragene landwirtschaftliche Fläche wird für die staatliche Zuweisung der Genehmigungen für die Anpflanzung von Rebflächen nur dann zugelassen, wenn der Antragsteller über die für die Zuweisung beantragte Fläche zum Zeitpunkt der Gesuchabgabe entweder im Eigentum verfügt oder diese Fläche mit einem schriftlichen Pachtvertrag mit der Mindestlaufzeit von 15 Jahren oder einem Konzessionsvertrag bewirtschaftet. 

Zudem muss die beantragte Fläche vom Antragsteller seit dem 1. Jänner 2019 mit einem für die Eintragung in das Landesverzeichnis der landwirtschaftlichen Unternehmen (APIA) gültigen und im Betriebsbogen innerhalb 10. November 2019 eingetragenen Rechtstitel bewirtschaftet sein.

Die beantragten Flächen müssen die Eignung als Stillwein oder Sektgrundwein aufgrund der agronomischen Bewertung im Sinne des entsprechenden Dekretes des Abteilungsdirektors (Nr. 25077 vom 6. Dezember 2019) in geltender Fassung aufweisen. 

Der Antragsteller ist verpflichtet, die Rebanlage nur auf jenen Katasterparzellen zu errichten, die er im entsprechenden Antrag angegeben hat.

LAFIS-Daten sind für die Zuweisung der Flächen entscheidend

Für die Zuteilung werden daher wie bisher nur jene Anträge zugelassen, welche im LAFIS zum Zeitpunkt der Gesuchstellung über eine landwirtschaftliche Fläche auf den angegebenen Parzellen verfügen, welche laut agronomischer Formel die weinbauliche Eignung des Standortes zur Erzeugung von Stillwein oder Sektgrundwein aufweist.

Dieser Standort ist im GIS-Browser ersichtlich, welcher speziell darauf ausgerichtet ist, weinbaurelevante Zonenabgrenzungen auf den Luftbildern einzusehen. Der GIS-Browser ist über den Link http://bit.ly/weinbauzonen_browser abrufbar. 

Im Rahmen der Planung einer neuen Rebanlage und der Ansuchen um Zuteilung einer entsprechenden Genehmigung ist die Abgrenzung der für Stillwein bzw. Sektgrundwein agronomisch geeigneten Zonen von grundlegender Bedeutung. 

Die Zonen sind automatisch in Dunkelgrün (Stillwein) und Hellgrün (nur Sektgrundwein) eingeblendet. Jeder Landwirt kann somit seine Parzelle suchen, indem zuerst die Katast­ralgemeinde eingegeben wird und dann die jeweils betreffende Parzelle (z. B. Jene­sien 5897/1). Daraufhin muss man noch zwischen Grundparzelle und eventueller Bauparzelle auswählen.

Pflanzung innerhalb von drei Jahren

Falls möglich, wird jedem Antragssteller eine Fläche von 1000 Quadratmetern zugewiesen. In den vergangenen beiden Jahren konnten jedoch aufgrund der hohen Nachfrage lediglich rund 700 Quadratmeter zugeteilt werden.  

Ab dem Zeitpunkt der Erteilung der Genehmigung muss die Pflanzung innerhalb von drei Jahren verwirklicht, die zugewiesene Fläche muss ebenso für mindestens fünf Jahre als Weinbau bewirtschaftet werden. Von der Verpflichtung der Beibehaltung der Rebkultur ausgenommen sind lediglich Fälle höherer Gewalt und Rebflächen mit phytosanitären Problemen. 

Die zugewiesene Fläche darf ausschließlich in jener Provinz mit Reben gepflanzt werden, für welche angesucht wurde, und – wie bereits erwähnt – nur auf jenen Parzellen, die im Gesuch angegeben wurden. 

Pflanzung darf erst nach der endgültigen Genehmigung erfolgen

Die staatlichen Bestimmungen sehen vor, dass die definitive Zuweisung erst Ende Juni 2020 abgeschlossen sein muss, sodass erst danach mit einer Genehmigung vonseiten des Amtes zu rechnen ist. Vor Erteilung derselben ist eine Pflanzung nicht erlaubt. 

Sollte die zugewiesene Fläche weniger als 50 Prozent der beantragten Fläche betragen, hat der Antragssteller die Möglichkeit, innerhalb 30 Tagen ab der Veröffentlichung der entsprechenden Liste durch das Ministerium eine Verzichtserklärung einzureichen. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Genehmigung als angenommen und unterliegt, falls nicht innerhalb der vorgegebenen Zeit zur Gänze realisiert, den in der Tabelle angeführten Sanktionen. 

Empfindliche Verwaltungsstrafen

Sanktionen werden außerdem verhängt, wenn der Antragsteller vor Erteilung der Genehmigung pflanzt, wenn er ohne Genehmigung eine widerrechtliche Pflanzung vornimmt, wenn er eine größere Fläche bepflanzt, als ihm zugeteilt wird, oder wenn er nicht zugelassene Keltertraubensorten pflanzt. Die kleinstmöglichen Verwaltungsstrafen betragen hierfür 6000 Euro pro Hektar, wobei eine Rodung der widerrechtlich bepflanzten Rebflächen innerhalb von vier Monaten ab dem Datum der Mitteilung erfolgen muss. 

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Auskünfte erteilen die Mitarbeiter des Landesamtes für Obst- und Weinbau unter Tel. 0471 415056, 0471 415087 und 0471 415048.