Südtiroler Bäuerinnenorganisation | 14.02.2020

Den Blick auf die Landwirtschaft ändern

Regionale Landwirtschaft, Netzwerk stärken, Kulturgüter hüten: Darüber sprachen über 300 Bäuerinnen bei der Klausurtagung der Südtiroler Bäuerinnenorganisation (SBO).

Die SBO-Landesführung mit dem Feldthurner Bürgermeister und den Referenten der Klausurtagung 2020.

Die SBO-Landesführung mit dem Feldthurner Bürgermeister und den Referenten der Klausurtagung 2020.

Landesbäuerin Antonia Egger brachte es bei der SBO-Klausurtagung in Feldthurns auf den Punkt: „Wenn es uns gelingt unsere Arbeit sichtbar zu machen, dann erhalten wir Verständnis für unsere Anliegen. Verständnis kommt von verstehen und wenn die Menschen verstehen, warum die Landwirtschaft heute so ist, wie sie ist, dann ändert sich der Blick auf die Landwirtschaft und auf unsere bäuerlichen Produkte.“

Ein Geben und Nehmen
Das Thema „Landwirtschaft und Gesellschaft – geben und nehmen“ wird die Südtiroler Bäuerinnenorganisation heuer vertiefen. Gemeinsam mit den Bäuerinnen aus Graubünden wird es im Herbst dazu einen gemeinsamen Bäuerinnentag in Schlanders geben, wo diskutiert wird, wie Landwirtschaft und Gesellschaft in Dialog treten können. Die Schulprojekte der Bäuerinnenorganisation bilden hier einen wichtigen Meilenstein, deshalb werden diese Projekte weiterhin forciert. „Es ist wichtig, dass wir unser Netzwerk ausbauen und festigen, sei es innerhalb unseres Verbandes als auch außerhalb. Dadurch stärken wir unsere regionale Landwirtschaft, davon bin ich überzeugt und hier sind wir alle gefordert, darüber müssen wir reden!“, bekräftigte Egger. 

Denkmalschutz: gegenseitige Wertschätzung
Ein weiteres Thema der Bäuerinnen ist der Denkmalschutz. „Wir wollen unsere denkmalgeschützten Bauernhäuser erhalten, aber sie müssen schon einem gewissen Standard angepasst werden und finanzierbar sein“, forderte Egger. Karin Dalla Torre Pichler, Direktorin der Abteilung Denkmalpflege, plädierte für einen wertschätzenden Dialog, auch wenn es oft unterschiedliche Standpunkte gibt: „Einige haben leider kein gutes Bild von der Denkmalpflege. Es ist aber unsere Aufgabe Gebäude, die Jahrhunderte lang Leben gespeichert haben, zu erhalten“, erklärte Dalla Tore. Es werde Änderungen geben, in der Zusammenarbeit, in der Dialogbereitschaft und auch in der Finanzierbarkeit, versprach Dalla Torre: „Der beste Denkmalschutz aber ist die Liebe zu den Dingen.“

Raumordnung: Über Entwicklung der Dörfer mitentscheiden
Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer informierte über die Raumordnung und appellierte an die Bäuerinnen sich vor Ort in den Gemeindenräten beim Erstellen der Siedlungsgrenzen einzubringen: „Ändern wir den Blick, unsere Landschaft ist etwas Besonderes, die müssen wir schützen. Wir haben Jahrhunderte lang Grund und Boden bewirtschaften und damit sichern wir die Nahrungsmittelproduktion, deshalb ist auch wichtig unsere Agrarflächen zu schützen“, sagte Landesrätin Kuenzer: „Wenn ihr Euch nicht einbringt, dann entscheiden andere in welche Richtung Euer Dorf sich entwickelt.“
Josef Dariz, Obmann des Bäuerlichen Notstandsfonds, dankte den Bäuerinnen für die 30jährige Unterstützung: „Ich danke Euch für Euer Vertrauen, wir können dank zahlreicher Spenden vielen bäuerlichen Familien helfen.“

Weiterbildungsangebote nutzen
Landesbäuerin Antonia Egger motivierte die Bäuerinnen bei der Klausurtagung die Weiterbildungsangebote der Bäuerinnenorganisation zu nutzen: „Wir möchten Euch ein gutes Rüstzeug für Eure ehrenamtliche Arbeit mitgeben, darüber hinaus aber auch für Euer Leben und Arbeiten am Hof. Macht Euch auf den Weg: auf Euren Höfen, in der Ortsgruppe, in Eurer Gemeinde. Festigt Euer Netzwerk, gestaltet mit und unterstützt Euch gegenseitig.“
Die SBO Ortsgruppen Verdings und Feldthurns verwöhnten die Anwesenden mit Köstlichkeiten.