Produktion | 05.03.2020

Gegen Trockenheit versichern

Nach zwei Jahren Testphase wird sie in diesem Jahr erstmals angeboten: die Dürreindexversicherung für das Grünland. Wer sie für das laufende Jahr abschließen möchte, sollte sich baldmöglichst beim Hagelschutzkonsortium melden. von Manfred Pechlaner, Hagelschutzkonsortium

Im manchen Gebieten in Südtirol kommt es regelmäßig zu akuter Trockenheit. Jetzt kann man sich dagegen versichern lassen.

Im manchen Gebieten in Südtirol kommt es regelmäßig zu akuter Trockenheit. Jetzt kann man sich dagegen versichern lassen.

Das Hagelschutzkonsortium hat in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit mit dem Versuchszentrum Laimburg, dem Versuchszentrum Fondazione Edmund Mach di San Michele all‘Adige, dem Land Südtirol und mit dem Zentrum für angewandte Forschung Eurac Research die indexbasierte Grünlandpolizze für die Südtiroler Grünlandwirtschaft auf den Weg gebracht. Dank einiger interessierter Betriebe konnte die Polizze bereits 2018 und auch 2019 getestet werden.

Die Dürreindexversicherung für das Grünland entschädigt Landwirte für den fehlenden Niederschlag, also für Trockenschäden, und dies ohne Ertragserhebung durch einen Schätzungsbeauftragten. Dabei wird die Niederschlagsabweichung vom zehnjährigen Durchschnitt in der Vegetationsperiode unter Berücksichtigung von Hitzetagen gemessen. Das gilt jeweils für ein definiertes homogenes Einzugsgebiet, sprich Niederschlagszone. Eine Schadensauszahlung erfolgt dann, wenn der gemessene Niederschlag in der betreffenden Niederschlagszone den langjährigen Durchschnitt um einen bestimmten Prozentsatz unterschreitet – den sogenannten Index. Dabei muss laut dem nationalem Risikomanagement-Plan die Gesamtschadensschwelle von mindestens 30 Prozent erreicht werden. Der errechnete Index gilt für alle versicherten Produktionsflächen innerhalb einer homogenen Niederschlagszone. Spezifische Standortbedingungen, wie niedrige Bodenbonität (wenig Speicherfähigkeit), Ausrichtung der Flächen etc., können bei dieser Art von Polizze nicht berücksichtigt werden. Für die Berechnung des Indexes werden ausschließlich die Wetterdaten der Autonomen Provinz Bozen herangezogen, und es erfolgt keine Erhebung vor Ort. Es gelten die Wetterdaten jener Station, welche der betreffenden homogenen Niederschlagszone zugewiesen wurde. 

Laut nationalem Risikomanagement-Plan können indexbasierte Versicherungspolizzen mit einem staatlichen Förderbeitrag von bis zu 65 Prozent der Versicherungskosten bezuschusst werden. Der Förderantrag dazu kann nach Abschluss der Polizze über das Förderungsbüro der Bauernbund Service GmbH eingereicht werden. Aufgrund der Förderung betragen die Kosten zu Lasten des Versicherten (abzüglich 65 Prozent Förderbeitrag) je nach Tarif und versichertem Wert in etwa zwischen 12 und 15 Euro pro Hektar. 

Wie im Obst- und Weinbau wird das Hagelschutzkonsortium auch für das Grünland die 65 Prozent der Versicherungskosten bis zur Auszahlung des Förderbeitrages durch die AGEA vorfinanzieren und  als Vertragspartner mit den Versicherungsgesellschaften inzwischen die gesamten Versicherungskosten an die Versicherungsgesellschaften zahlen. Detaillierte Infos zu den Bedingungen der Dürreindexversicherung für das Grünland können unter www.hagelschutzkonsortium.com im Bereich Versicherung eingesehen werden. Der Abschluss der Polizzen wird über das Hagelschutzkonsortium koordiniert. Da nur ein begrenztes Versicherungsvolumen zur Verfügung steht, sollten sich Interessierte direkt an das Konsortium (Jakobistraße 1/A, Terlan, E-Mail: info@hagelschutzkonsortium.com; Tel. 0471 256028) wenden. 



In Kürze

Mutualitätsfonds für die Apfelwirtschaft

In enger Zusammenarbeit mit den Erzeugerorganisationen Vi.P und VOG arbeitet das Hagelschutzkonsortium an der Einrichtung eines Mutualitätsfonds zur Stabilisierung des Einkommens in der Apfelwirtschaft. Dieser Fonds, welcher neben den Einzahlungen der einzelnen Landwirte (30 Prozent) zusätzlich mit EU-Fördermitteln (max. 70 Prozent) gespeist werden kann, würde unter gewissen gesetzlichen Voraussetzungen Preisschwankungen bei den Auszahlungspreisen ausgleichen und somit in Krisenzeiten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Einkommens der Obstbauern leisten. Das Hagelschutzkonsortium hat am Montag, dem 24. Februar, den Entwurf zum Fonds der Apfelwirtschaft vorgestellt. Der „Südtiroler Landwirt“ wird den Fonds demnächst ausführlich vorstellen.