Förderungen, Produktion | 05.03.2020

LAFIS-Daten direkt an Katasteramt

Ab diesem Jahr werden die im LAFIS zur Führung des Betriebsbogens gemeldeten Kulturänderungen an das zuständige Katasteramt übermittelt. Für den Bauern bringt das keine weiteren Verpflichtungen mit sich, denn die Übertragung der an die Landesabteilung Landwirtschaft gemeldeten Daten erfolgt automatisch. von Paolo Russo, Inspektorat für den Kataster

Im LAFIS kann es für Wiesen mehrere Kulturarten geben, im Kataster sind sie alle unter dem Kulturtyp Wiese zusammengefasst.

Im LAFIS kann es für Wiesen mehrere Kulturarten geben, im Kataster sind sie alle unter dem Kulturtyp Wiese zusammengefasst.

Durch einen Vergleich mit der Datenbank der Abteilung Grundbuch, Grund- und Gebäudekataster wird beim Kataster anhand bestimmter Kriterien festgelegt, ob die Änderung der Betriebsbogendaten auch eine Änderung der diesbezüglichen Katasterdaten der betroffenen Parzellen verursachen muss oder nicht.

Es handelt sich um die notwendige Anwendung eines Gesetzesdekrets (D.L. 262/2006), das – im Sinne der Vereinfachung der Beziehungen zwischen der öffentlichen Verwaltung und dem Bürger – den Steuerzahler von der Verpflichtung befreit, dem Katasteramt die Änderungen der Erträge mitzuteilen. Es reicht die Deklaration der Bodennutzung auf den einzelnen Grundparzellen aus, die die Interessierten bereits der Landesabteilung Landwirtschaft vorlegen, um landwirtschaftliche Beiträge zu erhalten.

Die neue Prozedur betrifft nur die Aktualisierung der Katasterdaten und insbesondere des Eigentumsertrags und des Bodenertrags der betroffenen Grundparzellen und hat keinerlei Auswirkungen auf die Auszahlung der Beiträge, die nicht in die Zuständigkeit des Katasteramtes fällt und für welche die derzeitigen Bedingungen unverändert bleiben.

Die neuen Katastererträge, die aufgrund der Änderung des Betriebsbogens zugewiesen werden, gelten steuerlich ab demselben Jahr der Erklärung. Die heuer vorgelegten LAFIS-Kulturänderungen gelten bereits für das Jahr 2020 und sind in der Steuererklärung 2020, die nächstes Jahr vorzulegen ist, anzuwenden.

Wenige Fälle zu erwarten

Allerdings führen nur wenige Änderungen im Betriebsbogen zu einer Änderung der Katasterdaten. Zunächst einmal bleiben kleine Variationen der Kulturflächen im Verhältnis zur Größe der Parzelle unbeachtet. Darüber hinaus gibt es im LAFIS mehr als 50 Kulturarten, beim Kataster aber nur neun Kulturgattungen. So entsprechen zum Beispiel die im LAFIS bestehenden Kulturarten Luzerne, Klee und die vielen Wiesen-Typen (Dauerwiese, Halbschürig, mit Tara usw.) für den Kataster dem einzigen Kulturtyp Wiese. Auch der Weide (drei Arten im LAFIS) und der Alm (neun Arten im LAFIS) kommen nur zwei Kulturgattungen gleich.

Was die einzige Kataster-Kodierung Obstgarten betrifft, findet man im LAFIS die Kulturarten Apfel, Birne, Kirsche, Marille, anderes Obst und Pflaumen. Beerenobst und Johannisbeeren werden traditionell als Garten kodiert, so wie die in Südtirol seltene Kulturart Oliven. Der Anbau von Tafeltrauben und Weinbau ist mit dem Kode Weingarten gleichgestellt. Bewirtschaftungen wie Getreide, Feldgemüsebau, Spargel, Salat, Radicchio, Kopfkohl, Blumenkohl und Mais werden als Acker betrachtet. Die Erdbeere gehört traditionell zur Kulturgattung Garten, ebenso wie die Kräuterbaukultur, die nur auf sehr begrenzten Flächen angebaut werden.

Es ist auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Vorhandensein der im LAFIS als unproduktiv abgegrenzten Flächen – wie z. B. Güter- oder Waldwege, Felsen usw. – zu keinen Änderungen der Katasterdaten führt da sie in Wirklichkeit für die Nutzung der Parzelle und Einbringung der Ernte unverzichtbar sind. Auch die Fruchtfolge sowie eine mangelnde Bebauung eines landwirtschaftlichen Grundes werden im Kataster nicht berücksichtigt. Für eine Parzelle können auch mehrere Arten von Kulturen (Multikulturen) im Kataster eingetragen werden, aber nur, wenn die zweite Kulturart eine Mindestfläche von 1439 Quadratmetern für weniger wertvolle Kulturen wie Grünland, Ackerland, Weiden, Alpen und Wälder und 180 Quadratmetern für wertvollere Kulturen wie Weinberge, Obst- und Gemüsegärten erreicht. 

Diese seltsam anmutenden Maße sind nicht zufällig gewählt, sie entsprechen den 400 Quadratklaftern bzw. 50 Quadratklaftern, die im ehemaligen österreichischen Kataster zur Definition von Multikulturen verwendet wurden. Das Wiener Klafter ist die alte Maßeinheit, die 1861 bei der Erstellung unserer Katasterkarte verwendet wurde. Ein Klafter entspricht 1,896 Metern. Ab 1883 wurden alle numerischen Angaben betreffend Maße und Flächen in das heutige Dezimalsystem übertragen.

Mitteilung erfolgt meistens über PEC-Mail

Sollten die Änderungen des Betriebsbogens letztendlich zu einer Änderung der Katasterdaten führen, werden diese dem Eigentümer durch einen entsprechenden Brief übermittelt, samt neuer zusammenfassender Katasterbescheinigung. Der Brief wird meistens mittels zertifizierter elektronischer Post (PEC) zugestellt.