Bauernbund | 18.03.2020

Was das Dekret „Cura Italia“ für die Landwirtschaft bedeutet

Am Montag, den 16. März, hat der Ministerrat das Dekret „Cura Italia“ erlassen. Im Dekret sind auch verschiedene Unterstützungsmaßnahmen für landwirtschaftlichen Arbeitgeber enthalten. Zudem bringt das Dekret Neuerungen im Sozial- und Steuerbereich.

Das neue Dekret "Cura Italia" bringt auch für die Landwirtschaft einige Neuerungen. (Foto: www.pixabay.com)

Das neue Dekret "Cura Italia" bringt auch für die Landwirtschaft einige Neuerungen. (Foto: www.pixabay.com)

Die ordentliche Lohnausgleichkassa in der Landwirtschaft (CISOA) wird auf die Reduzierung der Arbeitszeit der Fixarbeiter (wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus) ausgedehnt. Sie kann für maximal 9 Wochen in Anspruch genommen werden.

Außerdem wird für alle Arbeiter, die nicht in den Anwendungsbereich der ordentlichen Lohnausgleichkassa fallen, eine Sonderlohnausgleichkassa eingeführt. Darunter fallen die landwirtschaftlichen Tagelöhner. 

Die Einzahlung der von den Arbeitern eingehaltenen Einkommenssteuer und der Sozialabgaben kann auf den 31. Mai aufgeschoben werden. Dies betrifft jedoch nur Betriebe mit einem Jahresumsatz im Vorjahr von unter 2 Millionen Euro. Für Betriebe, die darüber sind, gilt der Aufschub nur bis zum 20. März. Bereits getätigte Zahlungen werden nicht rückerstattet. 

Die Bezahlung der Sozialabgaben der Hausangestellten kann von 10. April auf den 10. Juni aufgeschoben werden. 
 
Derzeit können in der Landwirtschaft Personen, die mit dem Betriebsinhaber innerhalb des vierten Grades verwandt und verschwägert sind, unentgeltlich und gelegentlich mithelfen. Diese Möglichkeit wird nun auf Verwandte und Verschwägerte innerhalb des 6. Grades ausgedehnt.

Im Dekret „Cura Italia“ sind auch Neuerungen im Sozialbereich enthalten.

Beitrag für die Kinderbetreuung: Eltern können für die Kinderbetreuung ab dem 5. März 2020 15 Tage Elternurlaub beantragen, der mit 50 % des Einkommens vergütet werden. Alternativ kann ein Bonus für das „Babysitting“ von bis zu 600 Euro beansprucht werden.

Betreuung der Kinder mit Beeinträchtigung: Für Kinder mit Beeinträchtigung (laut dem Gesetz 104/1992) fällt die Altersgrenze weg. Außerdem werden die zustehenden freistehenden Tage im März und April 2020 um zwölf Tage erhöht.

Die verpflichtende Quarantäne wird als Krankenstand angesehen und dementsprechend gezahlt.

Für Selbstständige (Landwirtschaft, Handwerk, Handel) wird eine einmalige Zulage von 600 Euro gewährt. Dasselbe gilt auch für landwirtschaftliche Tagelöhner.

Fristenverlängerung für das landwirtschaftliche Arbeitslosengeld und NASpI: Das Enddatum für das Ansuchen um landwirtschaftliches Arbeitslosengeld wird auf dem 1. Juni 2020 verschoben, während die Frist für das NASpI-Ansuchen von 68 Tagen auf 128 Tagen verlängert wurde.

Aussetzung der INPS-Ausschüsse: Bis zum 1. Juni 2020 werden alle INPS-Ausschüsse ausgesetzt.

Aussetzung der INAIL-Fristen: Bis zum 1. Juni 2020 werden alle gesetzlichen Fristen der INAIL-Leistungen ausgesetzt. 
 

Auch im steuerlichen Bereich gibt des Neuerungen.

Der Aufschub für die Zahlungen vom 16. März ist viel zu spät gekommen und war somit kaum anwendbar.
 
Alle steuerlichen Verpflichtungen, mit Ausnahme der Zahlungen, die in den Zeitraum von 8. März bis 31. Mai fallen, sind bis zum 30.06.2020 aufgeschoben. Dies betrifft beispielsweise den Versand der MwSt.-Jahreserklärung oder die Mitteilung der Auslandsumsätze.

Der Versand der elektronischen Rechnungen und der Tageseinnahmen fällt allerdings nicht unter diese Verschiebung.

Genauere Informationen werden in der nächsten Ausgabe des „Südtiroler Landwirt“ veröffentlicht. Auch werden Mitglieder, die Anspruch auf bestimmte Zuwendungen haben, direkt von den SBB-Mitarbeitern kontaktiert.