Wirtschaft | 19.03.2020

Für die Zukunft gut gerüstet

Daniel Gasser bleibt weiterhin Obmann des Beratungsrings Berglandwirtschaft BRING. Bei der Vollversammlung stellte er dem BRING ein gutes Zeugnis aus. von Bernhard Christanell

Daniel Gasser wurde als BRING-Obmann bestätigt. Foto: BRING

Daniel Gasser wurde als BRING-Obmann bestätigt. Foto: BRING

Noch kurz bevor die Bestimmungen zur Eindämmung des Coronavirus verschärft wurden, lud der BRING zu seiner Vollversammlung in das Haus der Tierzucht in Bozen ein. Bei den fälligen Wahlen schafften folgende Mitglieder den Sprung in den Verwaltungsrat: Martin Feichter, Hannes Taschler (beide Bezirk Pustertal), Daniel Gasser, Armin Klammer (beide Bezirk Eisacktal-Wipptal), Oswald Karbon, Gottfried Stuefer (beide Bezirk Salten-Schlern und Bozen-Unterland), Stefan Höllrigl und Armin Thaler (beide Bezirk Burggrafenamt), Markus Alber, Harald Paris (beide Bezirk Vinschgau), Rosmarie Prader (Gemüse- und Ackerbau) und Rudolf Maier (Beerenobstanbau). Viktor Peintner, Herbert Pichler und Antonia Egger gehören dem Verwaltungsrat nicht mehr an. In seiner ersten Sitzung bestimmte der neue Verwaltungsrat wiederum Daniel Gasser zum Obmann, sein Stellvertreter ist in den kommenden drei Jahren Gottfried Stuefer. 

Zum Ende des Jahres 2019 zählte der BRING 1241 Mitglieder, 130 mehr als im Jahr zuvor. Ein Umstand, über den sich der alte und neue Obmann verständlicherweise freute: „Immer mehr Bergbauern im Land erkennen den Wert einer professionellen Beratung. Wir als BRING müssen uns rüsten für die Zukunft, daher bauen wir den Mitarbeiter- und Beraterstab auch ständig aus, und zwar in jenen Bereichen, wo die Nachfrage besonders stark ist.“

Welche Bereiche das sind, zeigt ein Blick auf die geleisteten Beratungsstunden vor Ort im Jahr 2019: Das Bauwesen hat mit 2664 Stunden den Bereich Viehwirtschaft (2436) an der Spitze abgelöst, ein deutliches Plus weisen auch die Bereiche Grünland und Ackerbau (1251 Stunden) sowie die Sonderkulturen (714) auf. Im Bereich der Betriebswirtschaft leisteten die zuständigen BRING-Berater 956 Beratungsstunden. Geschäftsführer Christian Plitzner ging auf die sich ändernden Schwerpunkte ein: „Im Bereich Bauwesen sind vor allem die Heubelüftungen und Maßnahmen rund um das Thema Tierwohl sehr stark nachgefragt, im Grünlandbereich ist erfreulicherweise die Zahl der Bodenproben stark gestiegen. Neben Einzelberatungen biete der BRING bei Bedarf auch Gruppenberatungen an. Zwei Arbeitskreise beschäftigen sich mit den Themen Melk-roboter und Getreide. 

Großen Wert legt der BRING auch auf die Öffentlichkeitsarbeit und die Weiterbildung: „Wir organisieren die Berglandwirtschaftstagung, die Stein- und Beerenobsttagung, den Vinschger Berglandwirtschaftstag und eine ganze Reihe von Lehrfahrten. Alle Angebote werden von Mitglieder und Nichtmitgliedern stark genutzt. Verstärkt haben wir auch den Kontakt zu den Fachschulen und zur Oberschule für Landwirtschaft. Je früher die Jungbauern von morgen den BRING kennenlernen, desto besser“, betonte Plitzner. 

Kostenstellen und Betriebskennzahlen

Als Gastreferent hatte der BRING Hermann Stuppner von der Bauernbund-Betriebsberatung eingeladen. Er stellte betriebswirtschaftliche Zahlen von Südtiroler Bergbauernhöfen vor, die der Bauernbund Jahr für Jahr erhebt: „Wir sind laufend auf der Suche nach Betrieben, die uns ihre Daten zur Verfügung stellen. Je mehr kleinere Betriebe da­runter sind, umso realistischer ist das Bild, das wir von der betriebswirtschaftlichen Lage unserer Betriebe geben können“, erklärte Stuppner. 

Landesrat Arnold Schuler unterstrich die Bedeutung einer professionellen Beratung für die Zukunft der Berglandwirtschaft in Südtirol: „In den nunmehr sieben Jahren seiner Arbeit hat der BRING gezeigt, dass er für die Bergbauern unersetzlich ist. Nur wenn unsere Bergbauern eine umfassende Beratung erhalten, können sie die wachsenden Herausforderungen und Ansprüche der Gesellschaft erfüllen.“ Schuler ermutigte die Verantwortlichen des BRING auch, über eine Pflichtmitgliedschaft für alle Bergbauern im Land nachzudenken.