Südtiroler Landwirt | 19.03.2020

Fitness-Tipps fürs Immunsystem

Egal ob Grippewelle oder COVID-19-Pandemie: Mit relativ einfachen Mitteln kann man sich aktiv schützen und das eigene Immunsystem stärken. Dadurch ist man zwar nicht immer vor einem Infekt sicher, aber der ­Körper kann sich im Fall gut dagegen zur Wehr setzen.

Bewegung an der frischen Luft hält unseren Körper auf Trab und unser Immunsystem gesund. Foto: Just killing time, Pixabay

Bewegung an der frischen Luft hält unseren Körper auf Trab und unser Immunsystem gesund. Foto: Just killing time, Pixabay

Eigentlich ist in der Fastenzeit Entschlackung angesagt. Nun reden alle von Virenschutz, Abstandhalten, Händewaschen und anderen Vorsichtsmaßnahmen, um sich und andere vor Krankheitserregern zu schützen. Wenn man aber genauer hinsieht, sind viele Ratschläge, die den Körper vor krankmachenden Keimen und Viren bewahren und das Immunsystem stärken sollen, auch gut, um Ballast- und Giftstoffe loszuwerden. Hier einige Ratschläge, mit denen Sie sich und ihrer Gesundheit gerade in Zeiten wie diesen einen Gefallen tun und ihren Körper (und Geist) frühlingsfit machen können.

Viel trinken

Wenn man die meiste Zeit in (geheizten) Räumen verbringt, trocknet das die Schleimhäute aus. Die Schleimhäute im Rachen- und Nasenraum sind aber natürliche Barrieren für Viren und Bakterien. Deshalb sollte gerade in der Jahreszeit, in der man weniger draußen ist, auf eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit geachtet werden: Täglich mindestens zwei Liter (warmes) Wasser, dünne Fruchtschorlen oder ungesüßter Tee garantieren nicht nur eine gute Befeuchtung der Schleimhäute, sie sind auch gut für die Verdauung und lassen uns auch Gift- und Schlackenstoffe auf natürliche Art und Weise loswerden.

Frische Luft 

Bewegung und Sport bringen nicht nur den Kreislauf in Schwung, sondern halten auch die Schleimhäute feucht (s. viel trinken). Deshalb sollte man gerade in der kühleren Jahreszeit darauf achten, sich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen: egal ob für einen Spaziergang, schnelles „Walken“ oder sogar zum Joggen. Achten Sie dabei aber auf geeignete Kleidung und darauf, die verschwitzten Kleider gleich nachher auszuziehen, um nicht kalt zu kriegen. Bei Anzeichen einer Erkältung sollte aber auf Sport verzichtet werden, ein Spaziergang in der Frühlingssonne tut aber auch dann gut. Wer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden möchte und die Möglichkeit hat, kann sich auch im Garten sinnvoll beschäftigen. Gerade jetzt im Frühjahr gibt es dort einiges zu tun: Die Beete sind abzuräumen, Sträucher können geschnitten werden, der Kompost ist umzusetzen, Stauden sollten jetzt geteilt und gepflanzt werden. 

Und zu Hause sollte regelmäßig gelüftet werden: Durch das Öffnen von Fenstern und Türen ist für einen gesunden Luftaustausch gesorgt. Wenige Minuten reichen schon, um frische, sauerstoffreiche Luft gegen verbrauchte auszutauschen. 

Wechselduschen kurbelt den Kreislauf an

Ein Wechsel von Kalt und Warm kurbelt die Durchblutung an und trainiert den Körper für schnelle Temperaturwechsel: Dafür kann man in die Sauna gehen, was derzeit wegen der Ansteckungsgefahr nur möglich ist, wenn man daheim eine eigene Sauna besitzt. 

Denselben Effekt wie eine Sauna und für jede/-n machbar, erreicht man mit Wechselduschen: Beim linken Fuß beginnend und dann nach oben über den ganzen Körper zunächst mit kaltem Wasser abduschen bis es auf der Haut prickelt. Dann dasselbe mit warm-heißem Wasser. 

Wer bereits erkältet ist, sollte aber auch auf Wechselduschen verzichten und den Körper nicht zusätzlich belasten.

Bloß kein Stress! 

Unser Immunsystem ist ein empfindsames Wesen: Stress und Druck tun ihm gar nicht gut. Deshalb sollte man auf alles verzichten, was den Körper stresst, und sich nach Möglichkeit öfter mal eine kurze Pause gönnen: Das kann ein Spaziergang sein, ein heißes Entspannungsbad, ein Abend mit einem guten Buch oder beim Yoga. Hauptsache, man kann dabei so richtig abschalten. Versuchen Sie auch, rund acht Stunden pro Nacht zu schlafen, denn nur ein ausgeruhter Körper kann neue Antikörper produzieren.

Gesunde Darmflora 

Glatte 80 Prozent der Immunzellen sind im Darm angesiedelt, deshalb ist ein gesunder Darm die Grundvoraussetzung für genügend Abwehrkräfte. Eine gesunde Darmflora hält also den ganzen Körper gesund und widerstandsfähig. Deshalb sollte man sich nicht nur ausgewogen ernähren, denn viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sind das ganze Jahr über wichtig, um ausreichend mit Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien versorgt zu sein. Um das Immunsystem zusätzlich zu unterstützen, sollte man möglichst gezielt auch für Prä- und Probiotika im Essen sorgen: Das sind Stoffe, die gesunde Bakterien enthalten oder ihnen als Nahrung dienen (s. Kasten).

Alkohol, Nikotin und Zucker

Rauchen, Alkohol und Industriezucker schwächen unser Abwehrsystem. Schon geringe Mengen an Nikotin sind schädlich, das weiß eigentlich jeder inzwischen. Denn Nikotin schwächt die Funktion bestimmter weißer Blutkörperchen stark ein, sodass es Krankheitserreger leichter haben, sich durchzusetzen.

Ab und an ein Glas Wein kann zwar entspannend sein und schadet wohl kaum, bei einem Rausch wird unser Immunsystem aber für mindestens 24 Stunden deaktiviert, d. h. Krankheitserreger haben ein leichtes Spiel.

Industriezucker versteckt sich in zahlreichen Lebensmitteln, auch in solchen, die auf den ersten Blick gesund wirken (Augen auf beim Müslikauf!).Wer zu viel davon isst, schwächt damit sein Immunsystem. Deshalb Süßes in Maßen genießen oder – gerade in der Fastenzeit – einmal ganz auf Schokolade und dergleichen verzichten?

Meiden Sie Menschenmengen! 

Natürlich steigt das Risiko, sich mit Keimen oder Viren anzustecken, mit der Zahl der Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen. Deshalb ist es sinnvoll, Orte zu vermeiden, wo viele Menschen zusammenkommen. Durch Husten, Niesen oder beim Miteinanderreden können durch Tröpfcheninfektion Bakterien und Viren verteilt werden. Dagegen kann man sich kaum schützen, nach Möglichkeit sollte man deshalb engeren Körperkontakt vermeiden. Dazu gehört auch die Weisung, dass Menschenansammlungen generell zu verhindern sind.

Hände waschen!

Auch wenn man es in letzter Zeit oft hört, häufiges akkurates Händewaschen ist eine der besten Methoden, sich vor Infektionen zu schützen: Viren werden nämlich häufig beim Händedruck oder beim Kontakt mit Türgriffen, Einkaufswagen und dergleichen übertragen. Waschen Sie sich die Hände deshalb gut, und vermeiden Sie auch, sich mit den Händen ins Gesicht zu fassen. 


Mehr zum Thema der Darmgesundheit und wie man sich einen "Ingwer-Shot" zubereitet, erfahrt ihr in unserer Printausgabe.