Arbeitsberatung | 24.03.2020

Tagschichten in der Landwirtschaft und Arbeitslosengeld im Tourismus

Der derzeitige Ausnahmenzustand, ausgelöst durch das Virus Covid-19, hat auch große Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Viele Arbeitnehmer aus Wirtschaftssektoren wie zum Beispiel dem Tourismus, haben ihre Arbeit verloren. Die Landwirtschaft hingegeben steht vor dem Problem, dass die Arbeitskräfte aus Osteuropa derzeit nicht nach Südtirol zu Arbeit kommen können. Aus diesem Grund besteht heuer umso mehr ein Bedarf an einheimischen Arbeitskräften.

Viele Personen, welche im Tourismus tätigen waren, überlegen sich deshalb, ihre Arbeitsleistung in der Landwirtschaft zu erbringen. Allerdings stellt sich für diese die Fragen, ob sie dann für Arbeitslosengeld ansuchen können oder nicht.

Grundsätzlich muss überprüft werden, welche Tätigkeit vorwiegend ist. Wurde vorwiegend die Arbeitsleistung im nichtlandwirtschaftlichen Sektor (z.B. Tourismus) erbracht, so wird das Arbeitslosengeld NASPI beantragt. Ist hingegen die Landwirtschaft vorwiegen (bezugnehmend auf die letzten 2 Jahre), so kann nächstes Jahr, also innerhalb März 2021, das landwirtschaftliche Arbeitslosengeld beantragt werden.

Sollte der Arbeiter seine Tätigkeit beispielsweise im Tourismus beenden und nun als landwirtschaftlicher Taglöhner beschäftigt werden, so gibt es 2 Möglichkeiten:

1) Die Arbeitnehmer beantragen sofort nach der Beendigung der Tätigkeit im Tourismus das Arbeitslosengeld NASPI. Dieses wird jedoch für den Zeitraum, in welchem er als Taglöhner beschäftigt ist, unterbrochen. Diese Regelung gilt allerdings nur bei Arbeitsverhältnissen als Taglöhner bis zu 6 Monaten. Jede Änderung, d.h. Arbeitsbeginn und Arbeitsende als landwirtschaftlicher Taglöhner muss dem NISF/INPS mitgeteilt werden. Außerdem muss monatliche eine Mitteilung an das NISF/INPS über die gearbeiteten Tage gemacht werden.

2) Die Arbeitnehmer beantragen ebenfalls nach Beendigung der Tätigkeit im Tourismus das Arbeitslosengeld NASPI. Dieses wird für den Zeitraum, in welchem er als Taglöhner beschäftigt ist, nicht unterbrochen, jedoch um 80% in Bezug auf das vorläufig zu erwartenden Jahreseinkommen als Tagelöhner reduziert. Dabei gilt nicht die Einschränkung der 6 Monate jedoch eine Einkommensgrenze von 8.000 Euro jährlich. Innerhalb von 30 Tagen muss eine Mitteilung an das NISF/INPS erfolgen, in der der Beginn des Arbeitsverhältnisses als Taglöhner und das voraussichtlichen Jahreseinkommens als Tagelöhner mitgeteilt werden.

Die betroffenen Arbeitnehmer müssen sich für die Meldungen an das NISF/INPS an das Patronat wenden, wo sie um das Arbeitslosengeld NASPI angesucht haben.