Arbeitsberatung | 06.04.2020

Arbeitgeber- COVID19: FAQ‘s

Aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation stellen sich auch für die Arbeitgeber viele Fragen. Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir zusammen mit den Antworten gesammelt.

Ist es möglich, dass eine Person, die nicht verwandt oder verschwägert ist, auf einem Landwirtschaftsbetrieb einfach so mithilft, ohne gemeldet zu werden?

Nein, das ist nicht möglich. Auch in diesen Krisenzeiten müssen alle Personen, welche nicht innerhalb des 6. Grades verwandt oder verschwägert sind, und auf dem Betrieb arbeiten, beim Arbeitsamt über das Modell UniLav gemeldet werden. Es ist somit ein reguläres Arbeitsverhältnis zu gründen. Zudem muss überprüft werden, ob dies mit einem anderen bestehenden Arbeitsverhältnis vereinbar ist. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen, dass die betroffenen Personen, dies mit ihrem üblichen Arbeitgeber, abklären.

 

Verwandte und Verschwägerte innerhalb des 6. Grades dürfen unentgeltlich und gelegentlich mitarbeiten. Was ist mit den Partnern meiner Kinder?  

Die jeweiligen Lebenspartner fallen nicht in die Regelung verwandt oder verschwägert. Falls die Partner der Kinder des Betriebsinhabers mitarbeiten, müssen diese auch regulär gemeldet werden. Es gelten dieselben Regeln wie bei der Antwort zur vorherigen Frage.

Das Gesetz erkennt hier als Verbindung zwischen Mann und Frau nur die Ehe bzw. eingetragene, gleichgeschlechtliche Partnerschaften an.

 

Dürfen meine verwandten bzw. verschwägerten Familienmitglieder, die mir helfen auch zu meinen Grundstücken fahren, die sich außerhalb ihrer Wohnsitzgemeinde befinden?

Ja, falls Sie auf diesen Grundstücken einer land- oder forstwirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen, ist dies erlaubt.  Ihre Familienmitglieder müssen die Eigenerklärung (aus nachgewiesenen Arbeitsgründen) bei sich haben und die allgemeinen Bestimmungen (1 m Abstand usw.) einhalten. Hier ist vor allem bei der Fahrt Vorsicht geboten. Falls die Familienmitglieder nicht im selben mit Ihnen Haushalt leben, müssen sie mit einem separaten Auto fahren. Auch während der Arbeit muss der Abstand usw. eingehalten werden.

Nicht erlaubt ist es hingegen, dass ihre Verwandten bzw. Verschwägerten Sie nur unter dem Vorwand der Arbeit in der Landwirtschaft, besuchen.

 

Ein Freund von mir ist derzeit in Lohnausgleich. Kann er dann bei mir in der Landwirtschaft arbeiten? Hat das Folgen für seinen Lohnausgleich?

Eine Person, welche sich in Lohnausgleich befindet, kann in der Landwirtschaft arbeiten. Allerdings wird ihm der Lohnausgleich um jene Tage, welche er in der Landwirtschaft effektiv arbeitet, gekürzt. In anderen Worten bedeute dies, dass er um jene Tage weniger Lohnausgleich bekommt, die auf dem Lohnstreifen seines Arbeitsverhältnisses in der Landwirtschaft, angegeben sind.

Außerdem muss der Arbeiter dem NISF/INPS melden, dass er während des Lohnausgleichs, ein anderes Arbeitsverhältnis, eingeht. Diese Meldung gilt durch die Meldung UniLav, welche der Arbeitgeber tätigt, als erfüllt. Das heißt der Arbeitgeber in der Landwirtschaft muss ihm die Meldung UniLav aushändigen.  

Damit es später zu keinen Problemen kommt, ist es wichtig, dass der betroffene Arbeiter seinem bisherigen Arbeitgeber mitteilt, dass er ein Arbeitsverhältnis eingeht. Dies gilt vor allem dann, wenn dieser den Lohnausgleich vorstreckt. Er muss dem Arbeitgeber auch genau die Tage mitteilen, die der Arbeitgeber in der Landwirtschaft für ihn meldet. Falls das NISF/INPS die Leistung direkt ausbezahlt, muss der Lohnstreifen dem NISF/INPS geschickt werden. Da der Arbeiter dann zwei Einkommen hat, muss er im nächsten Jahr eine Steuererklärung machen.

 

Meine ausländischen Arbeiter würden auch jetzt zu uns zur Arbeit kommen. Mit welchen Maßnahmen haben sie zu rechnen?

In diesem Fall gelten die allgemeinen Regeln für die Einreise aus anderen Staaten nach Italien. Diese Personen werden für 14 Tage unter ärztliche Aufsicht und häusliche Isolation (Quarantäne) gestellt. Um dies zu gewährleisten müssen sie sich sofort nach dem Eintritt in das Staatsgebiet beim Sanitätsbetrieb melden. Die Meldung kann über folgenden Link erfolgen: https://siag.limequery.org/483785. Außerdem müssen sie die allgemein gültige Eigenerklärung ausfüllen. Somit gelten auch die damit verbundenen Strafen, bei Nicht Einhaltung der Bestimmungen.

Nähere Informationen sind über die Internetseite des Landes http://www.provinz.bz.it/sicherheit-zivilschutz/zivilschutz/coronavirus.asp oder unter folgender Nummer erhältlich: 800 751751.

Es handelt sich um allgemein gültige Bestimmungen. Aus diesem Grund sind davon auch die landwirtschaftlichen Arbeiter betroffen, die jetzt nach Südtirol kommen. Für sie ist aktuell keine Ausnahme vorgesehen. Ausgenommen sind nur die Beschäftigten von Spediteuren bzw. jene die Waren transportieren.

 

Ich habe einen Taglöhner bis am 30.06.2020 beschäftigt. Darf er weiterhin arbeiten?

Sofern Sie einen Landwirtschaftsbetrieb führen und die allgemein gültigen Bestimmungen (Abstand 1 Meter usw.) eingehalten werden, kann der Taglöhner weiterhin arbeiten. Dasselbe gilt natürlich auch für die Fixarbeiter. Er muss natürlich die derzeit gültige Eigenerklärung (aus Arbeitsgründen) dabeihaben.

 

Darf ich ein neues Arbeitsverhältnis melden?

Ja, es besteht die Möglichkeit, neue Arbeitsverhältnisse einzugehen. Es gelten natürlich die derzeit allgemein gültigen Regeln. Falls ein Taglöhner neu angemeldet wird, darf für diesen selbstverständlich nicht die Lohnausgleichskasse beantragt werden.

 

Aufgrund der Covid19 Krise geht die Arbeit im Betrieb zurück. Darf ich meinen Taglöhner entlassen?

Die Arbeitgeber dürfen in den 60 Tagen nach dem 17. März 2020 keine Entlassung aus objektiven, wirtschaftlichen Gründen einleiten. Als Alternative kann die Lohnausgleichskasse in Anspruch genommen werden.

 

Ich habe einen Nicht-EU-Bürger, dem die Aufenthaltsgenehmigung verfällt. Wie muss er sicher verhalten?

Der Absatz des Artikels 103 des sog. "Cura Italia" Dekret verlängert die Fälligkeit sämtlicher ausgestellten Zertifikate, Bestätigungen, Genehmigungen, Konzessionen, Ermächtigungen usw. auf den 15. Juni 2020. Dies gilt auch für die Aufenthaltsgenehmigungen, inbegriffen die saisonalen, die im Zeitraum zwischen 31.01 und 15.04 fällig sind. Die Arbeitnehmer, welche im Besitz solcher Aufenthaltsgenehmigungen sind, können somit beschäftigt werden.

 

Ist die sogenannte „Nachbarschaftshilfe“ weiterhin erlaubt?

Ja, die Nachbarschaftshilfe ist im Rahmen der bisher gültigen Regeln weiterhin möglich. Erlaubt ist nur der Arbeitsaustausch zwischen bauernversicherten Betriebsinhabern bzw. deren bauernversicherten Familienmitglieder. Es gilt das Prinzip Arbeit gegen Arbeit. Das heißt, es darf kein Geld bezahlt werden.