Südtiroler Landwirt, Bauernbund | 16.04.2020

AgriJobs: unkompliziert, schnell und zuverlässig

Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt für die Südtiroler Landwirtschaft durcheinandergewirbelt. Das wird noch längere Zeit so bleiben. Der Bauernbund hat sich sofort um Antworten bemüht, die neue zweisprachige Arbeitsvermittlungsplattform AgriJobs.it ist eine davon. von Josef Haller

Der Bauernbund hat an einer unkomplizierten und einfachen Lösung gearbeitet. Jetzt ist sie online unter www.agrijobs.it zu finden.

Der Bauernbund hat an einer unkomplizierten und einfachen Lösung gearbeitet. Jetzt ist sie online unter www.agrijobs.it zu finden.

Die Plattform startet am Freitag, dem 17. April, und ist rund um die Uhr verfügbar. Von Beginn an wurde an beide Seiten gedacht: Betriebe können ab sofort ihren Bedarf an Arbeitskräften eingeben. Die interessierten Arbeitnehmer erhalten mit dem neuen Portal www.agrijobs.it eine Möglichkeit, auf der sie ihre passende Tätigkeit suchen und die Betriebe direkt kontaktieren können. Schon zum Start i st die Jobplattform für alle Endgeräte (Desktop, Tablet, Smartphone) optimiert und in deutscher und Italienischer Sprache verfügbar. 

Bauernbund-Mitglieder können über das Dienstleistungsportal "mein SBB" auf die Plattform "AgriJobs" einsteigen und dort ihre Stellenanzeigen aufgeben.

 

Zur Ausgangssituation: Die Landwirtschaft sucht in der derzeitigen Ausnahmesituation rund um die Ausbreitung der Covid-19-­Pandemie händeringend nach Arbeitskräften. Das gilt für Südtirol, Italien und den Rest Europas. Dieses Thema hat es in den letzten Tagen und Wochen auf die Schlagzeilen der großen Tageszeitungen und in die Hauptnachrichten des Fernsehens geschafft. 

In der Südtiroler Landwirtschaft arbeiten seit jeher viele einheimische Arbeitskräfte. Auf sie und auf Arbeitskräfte aus dem restlichen Italien wird die Südtiroler Landwirtschaft in den nächsten Monaten umso mehr angewiesen sein. Viele von ihnen haben durch die derzeitigen Maßnahmen ihre Arbeit verloren, vor allem Arbeiter aus dem Tourismus, dem Handel, aber auch aus vielen anderen Sektoren. Auch Jugendliche und Studenten haben nun mehr Zeit als sonst und sind an einer bezahlten Arbeit interessiert. Der Bauernbund hat diese Herausforderung angenommen und gemeinsam mit Karriere Südtirol, einen erfahrenen einheimischen Anbieter, eine Plattform für die Arbeitsvermittlung entwickeln lassen. Die Plattform  bringt Angebot und Nachfrage an Arbeitern in der Landwirtschaft zusammen, schnell und unbürokratisch. 

Die Herausforderungen und die Antworten des Bauernbundes

Die Südtiroler Landwirtschaft benötigt etwa 28.000 Arbeitskräfte, viele von ihnen kamen in den vergangenen Jahren aus anderen europäischen Staaten, vorwiegend zu Ausdünnungsarbeiten im Obstbau und zur Ernte. Derzeit sind viele europäische Staaten noch stark von der Corona-Krise betroffen und halten auch weiterhin Reisebeschränkungen aufrecht. Diese Situation wird sich kurzfristig nicht völlig verändern. Es ist damit zu rechnen, dass die Bewegungsfreiheit interessierter Arbeitnehmer längere Zeit eingeschränkt bleibt. All dies führt zu Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt, und da ist ein transparentes Zusammenführen von Angebot und Nachfrage hilfreich.
Der Bauernbund hat sich um Antworten für diese Herausforderung bemüht. Wie kann es gelingen, Arbeitskräfte für die Landwirtschaftsbetriebe zu finden? Auf welchen Märkten gibt es derzeit Arbeitskräfte? Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler erklärt: „Die Antworten auf diese Fragen sind ebenso komplex wie die Zeiten, die wir derzeit durchleben. Es wird in Südtirol und auf dem italie­nischen Arbeitsmark Arbeitskräfte geben, die durch die Krise ihre Arbeit verloren haben und ihre Situation verbessern wollen.“ 

Die Plattform AgriJobs startet ab sofort in deutscher und italienischer Sprache, um diese Märkte bedienen zu können. Zusätzlich hat sich der Bauernbund sofort, zusammen mit den Senatoren Meinhard Durnwalder und Dieter Steger, um „grüne Korridore“ gekümmert, damit rumänischen Staatsbürgern auch in diesem Jahr der Weg nach Südtirol nicht versperrt bleibt. Die Landwirtschaftsministerin Bellanova hat für dieses Anliegen Verständnis gezeigt und bereits erste Gespräche mit dem rumänischen Botschafter in Italien geführt. Ebenso wurden die Aufenthaltsgenehmigungen für derzeit hier anwesende Nicht-EU-Bürger vorläufig bis zum 15. Juni verlängert. Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner betont: „Schon im Vorfeld ist es gelungen, die übermäßig strengen Südtiroler Einschränkungen bei Nicht-EU-Bürgern etwas abzuschwächen. All dies sind Maßnahmen, um den Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt begegnen zu können.“ 

Herkunftsland

Die Plattform AgriJobs.it 

Das Motto der Plattform AgriJobs ist: schnell, unkompliziert und zuverlässig. Der Einstieg zur Plattform erfolgt für die Arbeitgeber über das bewährte Portal „mein SBB“. Über eine intuitive Eingabemaske kann kann mit wenigen Klicks eine Stellenanzeige eingeben und freischalten lassen. Der Landwirtschaftsbetrieb bekommt somit alles aus einer Hand. Für die Stellenanzeige wird ein kleiner Spesenbeitrag verrechnet, um die Bewerbungs- und Wartungskosten der Seite finanzieren zu können. Für den Stellensuchenden ist der Dienst kostenlos. Für den Arbeitssuchenden wird die Plattform als Internetseite übersichtlich und einladend gestaltet. Natürlich ist das Design auch an die Nutzung per Handy angepasst.
Außerdem wurde die Internetseite so ausgeführt, dass sich jeder schnell und unkompliziert zurechtfindet. Für die nähere Zukunft kann die Seite auch in andere Sprachen übersetzt und damit in anderen Ländern beworben werden. „Wir hoffen, dass diese Seite den Landwirtschaftsbetrieben in Südtirol bei der Suche nach Arbeitskräften behilflich ist und von unseren Mitgliedern gut angenommen wird“, unterstreicht Rinner.