Südtiroler Landwirt, Produktion | 29.04.2020

Eisbergsalat – der knackig Frische

Eisbergsalat mag es warm und sonnig. Er eignet sich im Anbau deshalb gut für die warmen Sommermonate. Das Versuchszentrum Laimburg hat in seinem Versuchsfeld in Eyrs Sortenversuche für die konventionelle und biologische ­Anbauweise gemacht. von Markus Hauser, Rhea Mack, Elisa Zangerle, AG Freilandgemüsebau, VZ Laimburg

Typisch für den Eisbergsalat sind die sich überlappenden Blätter, die einen geschlossenen, runden Kopf bilden. Foto: Versuchszentrum Laimburg

Typisch für den Eisbergsalat sind die sich überlappenden Blätter, die einen geschlossenen, runden Kopf bilden. Foto: Versuchszentrum Laimburg

Obwohl der Eisbergsalat (Lactuca sativa var. capitata) erst seit den 1990er Jahren in Südtirol vermehrt im Freiland produziert wird, ist er aus den Supermärkten und Küchen nicht mehr wegzudenken. Er ist züchterisch aus dem grünen Salat (Lactuca sativa) hervorgegangen und gehört zur Crisphead-­Gruppe (Krachsalat), bei der die Blätter besonders knackig sind. 

Die Sprossachse des Eisbergsalats ist gestaucht, die Blätter überlappen sich eng in einem geschlossenen, runden Kopf. Dabei sind die äußeren Blätter grün, wohingegen die innersten hellgrün bis gelb sind, da sie sich nicht vollständig ausbilden können. Sie bleiben fest, knackig und sind ineinander gefaltet. 

Der Eisbergsalat eignet sich besonders für den Anbau im Sommer, da er warmes Klima gewöhnt ist und weniger schnell zum Schossen neigt als andere Salatsorten. Neben einem warmen Klima bevorzugt der Eisbergsalat Böden mit guter Struktur, hohem Humusgehalt und einem pH-Wert von sechs bis sieben sowie einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Beim Anbau muss darauf geachtet werden, dass dem Eisbergsalat nicht zu viel Stickstoff zugeführt wird, da dies zu Qualitätsproblemen – wie zu schnelles Wachstum, lockere und unförmige Köpfe und Innenbrand – führen könnte. Eissalat kann von einer ganzen Reihe von Krankheiten und einigen Schädlingen befallen werden. Die häufigsten Pflanzenschutzprobleme sind Falscher Mehltau, Rhizoctoniafäule, Sklerotiniafäule, Grauschimmel, Blattläuse und Drahtwürmer.

Im Versuchsfeld des Versuchszentrums Laimburg in Eyrs werden seit vielen Jahren Sortenversuche mit Eisbergsalat durchgeführt. In den letzten elf Jahren – von 2009 bis 2019 – wurde die Ertragsleistung verschiedener ­Eisbergsalatsorten in konventioneller und

­biologischer Anbauweise verglichen. Die Versuchsreihe betraf ausschließlich Nasonovia-resistente Sorten, also Sorten, die resistent gegen die Große Johannisbeer-Blattlaus (Nasonovia ribisnigri) sind und somit von einem gefährlichen Schädling gar nicht befallen werden. Der Pflanztermin wurde für diese Versuche mit Anfang Mai recht früh gewählt, sodass auch gegen den Falschen Salat-Mehltau (Bremia lactucae) keine Behandlung notwendig war. 

Keine Ertragsunterschiede zwischen „bio“ und „konventionell“

Die Ernte des Salats erfolgte jeweils Anfang Juli. Die Ergebnisse von sieben Sorten unterschiedlicher Bezugsfirmen werden hier vorgestellt. Es handelt sich dabei um die Sorten Campionas (Rijk Zwaan), Jasperinas (Rijk Zwaan), Jaylinas (Rijk Zwaan), Merlinas (Rijk Zwaan), Optimist (Enza Zaden), Umbrinas (Rijk Zwaan) und Vytalist (Enza Zaden). 

Die Sorte Campionas wurde in sieben, Umbrinas in sechs, Optimist und Vytalist in fünf, Jasperinas und Merlinas in vier und die Sorte Jaylinas in drei von den elf Jahren angebaut. Die Grunddüngung gemäß Bodenprobe erfolgte im Bioanbau mit Rinderfestmist, im konventionellen Anbau mineralisch. Für die Beikrautregulierung wurde im konventionellen Anbau eine schwarze PE-Mulchfolie und im biologischen Anbau eine schwarze Bio-Mulchfolie auf Basis von Maisstärke verlegt. 

Bei den geprüften Sorten wurden zwischen den beiden Anbauweisen keine signifikanten Unterschiede im durchschnittlichen Kopfgewicht und im Hektarertrag festgestellt. Es ergaben sich in beiden Varianten ein mittleres Kopfgewicht von über 500 Gramm und durchschnittliche Hektarerträge von 25 bis  30 Tonnen. Der Anbau dürfte also wirtschaftlich interessant sein.   

Salat1

Salat2