Sozialberatung | 21.05.2020

Sonderelternzeit verlängert

Um die starken wirtschaftlichen Einschränkungen infolge der Covid-19-Pandemie abzufedern, hat die italienische Regierung bestehende Sondermaßnahmen für die Familie verlängert.

Die Sonderelternzeit wurde um weitere 15 Tage erhöht und bis zum 31. Juli 2020 verlängert. Foto: Pexels, Pixabay

Die Sonderelternzeit wurde um weitere 15 Tage erhöht und bis zum 31. Juli 2020 verlängert. Foto: Pexels, Pixabay

Durch die Schließung der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen wurden die Eltern von heute auf morgen vor ein großes Problem gestellt: Wer passt auf die Kinder auf? Zusätzlich zur vorgesehenen Elternzeit hat der Staat bereits mit dem ersten Dekret „Cura Italia“ eine Sonderelternzeit verabschiedet, welche bisher im März und April für insgesamt 15 Tage beansprucht werden konnte, um die Familien zu entlasten. Mit dem neuen Dekret „Rilancio“, welches am 19. Mai 2020 in Kraft getreten ist, wird die Sonderelternzeit auf weitere 15 Tage – insgesamt also 30 Tage – erhöht und bis zum 31. Juli 2020 verlängert.

Nachtrag vom 20. Juli 2020: Mit Inkrafttreten des Gesetzes „Rilancio“ Nr. 77 vom 17. Juli 2020 wird die Sonderelternzeit auf 31.August 2020 verlängert.


Wer darf ein Ansuchen stellen?

Anspruchsberechtigt sind lohnabhängige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft sowie im öffentlichen Sektor, Arbeitnehmer der Sonderverwaltung NISF/INPS und Selbständige, welche in der NISF/INPS eingeschrieben sind.

Die Sonderelternzeit ist eine bezahlte Sonderfreistellung und als Ergänzung zur normalen Elternzeit gedacht. Für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr wird ab dem 5. März 2020 eine bezahlte Freistellung von insgesamt 30 Tagen (auch zeitverschoben), und für Kinder bis zum 16. Lebensjahr eine unbezahlte Freistellung bis zum 31. Juli 2020 gewährt. Bei lohnabhängigen Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft wird der bereits beanspruchte Elternurlaub in diesem Zeitraum in die Sonderelternzeit umgewandelt. Der Arbeitsplatz bleibt in der unbezahlten Freistellung für lohnabhängige Arbeitnehmer bestehen – es ist also keine Kündigung möglich. Außerdem wird die Altersgrenze für Kinder mit schwerer Beeinträchtigung (laut Gesetz 104/1992, Art. 4,1) aufgehoben. Die monatlich zustehenden Tagesfreistellungen für die Monate Mai und Juni 2020 werden auf weitere zwölf Tage angehoben.

Wie wird diese Sonderfreistellung vergütet?

Lohnabhängige Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft sowie im öffentlichen Sektor erhalten 50 Prozent ihres Gehaltes. Arbeitnehmern der Sonderverwaltung NISF/INPS stehen 50 Prozent des Einkommens zu (die Einkommensgrundlage bildet jene zur Berechnung des Mutterschaftsgeldes). Bei Selbständigen, welche in der NISF/INPS eingeschrieben sind, beträgt die Vergütung 50 Prozent des Tageskonventionallohns (2020 CD = 43,57 €, ART = 48,98 € und COM = 48,98 €).

Welche weiteren Bedingungen gibt es?

Beide Elternteile müssen eine versicherte Tätigkeit ausüben. In der Familie darf kein Elternteil vorhanden sein, welches eine Arbeitslosenleistung wegen Suspendierung oder Arbeitsbeendigung bezieht oder generell keiner Arbeit nachgeht.

Wie wird der Antrag gestellt?

Unter dem Link Link https://bit.ly/enapa-covid19 gibt es eine Checkliste für das Ansuchen. Für die Regelung der Sonderelternzeit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor ist die öffentliche Verwaltung zuständig.