Markt | 03.06.2020

Gelungener Neustart

Der Braunviehzuchtverband hat es gewagt, am 14. Mai wieder die erste Zuchtviehversteigerung abzuhalten. Der Wiedereinstieg in die Zuchtviehvermarktung ist gut gelungen.

Die Käufer hielten sich sehr diszipliniert an die strengen Schutzmaßnahmen. Die vorgeschriebenen Abstände wurden eingehalten

Die Käufer hielten sich sehr diszipliniert an die strengen Schutzmaßnahmen. Die vorgeschriebenen Abstände wurden eingehalten

Unter Einhaltung der strengen Schutzmaßnahmen und mit dementsprechend genauer Vorbereitung hat der Ablauf der Versteigerung sehr gut geklappt. In das gesamte Versteigerungsareal wurde nur eine begrenzte Anzahl von Personen eingelassen. Trotzdem: Das Kaufinteresse war da, und so verlief die Versteigerung über alle Kategorien hinweg zügig. 

Preise konnten an Vor-Corona-Niveau anknüpfen

Als Käufer zugelassen wurden nur in der Region Trentino-Südtirol wohnhafte Personen. Nur etwa 20 Prozent der Tiere gingen außerhalb des Landes, was etwas weniger als sonst war. Die Preise konnten an das relativ hohe Niveau der Versteigerungen vor der Corona-Krise anknüpfen. Im Hinblick auf die Qualität kann man die Jungkühe als gut bezeichnen, bei den trächtigen Kalbinnen waren einige der Jahreszeit entsprechend zu fett. Zu ordentlichen Preisen fanden auch Jungrinder und Kälber einen Käufer.

Den Tageshöchstpreis von 3250 Euro erzielte eine Jeronimo-Jungkuh von Markus Oberhofer, Holza in Ennetal/Martell. Dieses gefällige Tier mit 31 Kilogramm Tagesgemelk ging per Kaufauftrag zu einem Kunden nach Bergamo. Bei den Kalbinnen war es eine Falk-Tochter, die für 2882 Euro zu einem Züchter nach Spinges wechselte. Dieses vielversprechende Tier wurde von Werner Marginter aus Tulfer/Pfitsch gezüchtet und von Siegfried Leitner, Muchner in Egg/Freienfeld, verkauft. Bei den Zuchtkälbern ging ein vielversprechendes Antonov-Kalb von Martin Frener, Prasthof in St. Leonhard/Brixen, für 968 Euro zu einem Züchter in den oberen Vinschgau.

Viehvermittlung ab Hof möglich

Somit war es beim Braunviehzuchtverband nur eine Versteigerung, die aufgrund der Corona-Krise ausgefallen ist. In der Zwischenzeit wurden vom Verband 250 Tiere ab Hof vermarktet, was gut der Stückzahl der ausgefallenen Aprilversteigerung entspricht. Somit ist man – wenn es nicht zu neuerlichen Einschränkungen im Herbst kommt – in der Zuchtviehvermarktung beim Braunvieh relativ gut davongekommen. Viehvermittlung ab Hof wird natürlich für interessierte Käufer auch weiterhin angeboten, sollte jemand auch zwischen den einzelnen Versteigerungen dringend Tiere benötigen.

Die an der Versteigerung beteiligten Verkäufer, Käufer, Transporteure und Mitarbeiter haben sich zum allergrößten Teil korrekt an die Schutzmaßnahmen gehalten und damit dazu beigetragen, dass die Voraussetzungen zur Abhaltung von weiteren Versteigerungen gegeben sind.


PreisspiegelBV

Die Preisdifferenzen zur Versteigerung vom Februar sind folgende: Jungkühe: +276,24 €; Kalbinnen -65,70 €; Jungrinder von 3–27 Mo. -23,51 €; Zuchtkälber +93,82 €. 

Am Donnerstag, dem 2. Juli 2020, findet die nächste Braunviehzuchtversteigerung in Bozen statt.