Verein Freiwillige Arbeitseinsätze | 04.06.2020

Schwieriger Start nach dem Corona-Lockdown

Der Verein Freiwillige Arbeitseinsätze EO hat wie viele andere Vereine und Organisationen auch unter der Coronakrise gelitten. Auf der Vollversammlung wurden die weiteren Hilfsmaßnahmen für die Bergbauern und die finanzielle Absicherung des Vereins besprochen.

Bis Ende Mai konnten die Freiwilligen nur 956 Arbeitstage leisten.

Bis Ende Mai konnten die Freiwilligen nur 956 Arbeitstage leisten.

Auf den Vollversammlungen des Vereins Freiwillige Arbeitseinsätze EO (VFA) in den vergangenen Jahren stand neben der großen Dankbarkeit immer auch die Sorge um das finanzielle Überleben im Mittelpunkt. Kleinere und größere Spender wie die Landesverwaltung (Resort für Senioren und Soziales), die Stiftung Sparkasse, Banken, öffentliche Organisationen und Private hielten dem Verein auch im letzten Jahr die Stange.
2019 konnte der Verein ein positives Jahresergebnis erzielen und damit das Negativkapital der vergangenen Jahre weiter abfedern. Zudem hat Landesrätin Waltraud Deeg zugesichert, die Unterstützung in den nächsten Jahren beizubehalten. Ein großes Geschenk machten viele freiwillige Helfer, die teils Spenden sammelten und teils auch selbst spendeten.
VFA-Obmann Georg Mayr versicherte den Spendern und Unterstützern, dass das Geld effizient eingesetzt wird: „Mit 18.500 Einsatztagen und 2.000 Helfern generieren wir einen umgerechneten Umsatz von 1,5 Millionen Euro. Die Verwaltungskosten von zehn Euro pro Tag sind da mehr als verträglich!“

Coronakrise trifft auch den Verein
Auf der Vollversammlung blickten die Vereinsmitglieder auch auf die ersten fünf Monate des heurigen Jahres zurück. Das Jahr war vielversprechend angelaufen, es hatten sich mehr freiwillige Helfer gemeldet. Der Lockdown und die damit einhergehende allgemeine Verunsicherung trafen in der Folge auch den Verein sehr hart. „Die für die Monate März, April und Mai eingeplanten Helfer mussten ihre Einsätze absagen bzw. verschieben. Ganze zwei Monate kamen keine Anmeldungen mehr an, einige Helfer zogen ihr Hilfsangebot zurück. Viele Helfer haben ihre Einsätze auf später verschoben und gar einige wollen an ihren Einsätzen weiterhin festhalten“, sagte Obmann Georg Mayr.

Leider kann nicht allen Hilfsanfragen der Bauern nachgekommen werden. Dies belegen auch die Zahlen des heurigen Jahres: Bis zum 31. Mai hatten sich zwar 1.478 Helfer angemeldet, also in etwa so viele wie die Jahre zuvor, jedoch konnten diese bis dahin nur 956 Einsatztage leisten. Das ist nur ein Drittel der Vorjahre.
Seit Ende Mai melden sich dankenswerterweise viele Südtiroler für Einsätze an - und mit der Öffnung der Grenzen kommen auch wieder Helfer aus Deutschland. So kann einigen Bauern eine Unterstützung gewährt werden, wenn auch längst nicht allen. Klar ist: Dieses Jahr ist kein normales Jahr, zumal sich die Bauern und die Helfer an die, in Italien aktuell geltenden, strengen Sicherheitsauflagen zur Eindämmung des Coronavirus halten müssen.

Großteil der Helfer aus Deutschland
Die Freiwilligen aus Deutschland machen in normalen Zeiten etwa drei Viertel der Helfer aus. Daher ist die Medienarbeit in Deutschland besonders wichtig. „In Südtirol melden sich vor allem Menschen aus städtischen Gebieten. Insgesamt helfen vor allem Menschen, die voll im Berufsleben stehen“, berichtete Mayr. Männer und Frauen halten sich dabei die Waage.

Große Anerkennung zollten dem Verein die Vertreter der vier Trägerorganisationen – Südtiroler Bauernbund, Caritas, Jugendring und Lebenshilfe. Weitere Gäste konnten  an der Vollversammlung nicht teilnehmen. Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler bedankte sich für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. "Der Obmann, der Vorstand, die neuen Mitglieder, die Koordinatorin Monika Thaler und ihre Mitarbeiter leisten jedes Jahr großartige Arbeit". Es sei nur zu hoffen, dass sich die Situation bald wieder normalisiere und die viele Organisationsarbeit Früchte trage.

Ein dickes Lob für die Leitung des Vereins kam auch von Landesrätin Waltraud Deeg. Sie wies im Besonderen auf die Solidarität hin, die gerade in schwierigen Zeiten wie diesen fundamental sei. "Es ist bewundernswert, dass so viele Freiwillige ihre Freizeit nutzen, um die Bergbauern zu unterstützen." Hubert Messner, der selbst Arbeitseinsätze leistet und nun Mitglied des Vereins ist, richtete sich hingegen an die Südtirolerinnen und Südtiroler: Nun seien sie gefragt, die bäuerlichen Familien zu unterstützen.

Bei den Neuwahlen wurden der amtierende Obmann Georg Mayr und der Vorstand mit Brigitte Hofmann, Claudia Tscholl und Kevin Hofer einstimmig wiedergewählt.