Steuerberatung | 09.06.2020

Neue Bargeldgrenze ab 1. Juli

Die derzeitige Bargeldgrenze von 3000 Euro wird ab 1. Juli auf 2000 Euro gesenkt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Grenze nicht zu überschreiten. Ausnahmen gibt es nur für nicht in Italien ansässige Personen. In der Praxis sind diese jedoch sehr umständlich und kompliziert.

Ab 1. Juli gilt eine neue Bargeldgrenze von 1999,99 Euro in Italien. Foto: agrarfoto.com

Ab 1. Juli gilt eine neue Bargeldgrenze von 1999,99 Euro in Italien. Foto: agrarfoto.com

Die neue Regelung gilt ab dem 1. Juli 2020 für Beträge von mehr als 1999,99 Euro, welche nicht mehr in bar bezahlt werden dürfen. Derzeit liegt die Grenze bei 2999,99 Euro. Betroffen von dieser Neuerung sind alle Zahlungen in Italien, wobei es nur einige wenige Ausnahmen gibt. Weiterhin gilt auch, dass bei Teilzahlungen die Summe aller Zahlungen (Anzahlung und Saldo) dieses Limit nicht überschreiten darf. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, um Strafen zu vermeiden:

  • Die Bezahlung wird mittels Bancomatkarte, Kreditkarte, Banküberweisung oder „nicht übertragbarem“ Scheck und der Angabe des Begünstigten durchgeführt. Bei anderen Arten von Schecks, bei welchen es sich nicht um „nicht übertragbare“ Schecks handelt, gilt weiterhin die Grenze von 1000 Euro.
  • Es wird eine Anzahlung (ital. „acconto“) oder ein Angeld (Buchungssicherstellung – ital. „caparra confirmatoria“) verlangt, welches mittels Banküberweisung kassiert wird, damit der Differenzbetrag dann unter 2000 Euro liegt. Dieser kann in bar bezahlt werden.
  • Der Kunde wendet sich an eine Bank, diese identifiziert ihn und überweist den Betrag an den Verkäufer.

Komplizierte Ausnahme

Eine Ausnahme zur oben genannten allgemein gültigen Bargeldgrenze gibt es nur für nicht in Italien ansässige Privatpersonen (Gäste aus Österreich, Deutschland, der Schweiz usw.). Diese können Bargeldzahlungen bis zu 15.000 Euro durchführen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Verkäufer vor der Zahlung eine telematische Meldung an die Agentur der Einnahmen schickt.
Zudem muss eine Kopie des Reisepasses eingeholt werden und eine Erklärung, mit welcher der Kunde bestätigt, außerhalb Italiens ansässig zu sein. Der kassierte Betrag muss dann innerhalb des darauffolgenden Werktags bei der Bank eingelegt werden. Wird eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, so gilt die allgemeine Bargeldgrenze.

Für nicht italienische Staatsbürger gilt es auch weiterhin, die Bargeldgrenze von 1000 Euro zu beachten. Für erhaltene Beträge in bar, die diese Grenze überschreiten, muss nämlich eine jährliche Pflichtmeldung an die Agentur der Einnahmen gesendet werden.