Betriebsberatung, Südtiroler Landwirt | 11.06.2020

Förderung forstlicher Maschinen

Ab 15. Juni können Waldeigentümer und Holzschlägerungsunternehmen wieder um eine Förderung für den Ankauf von forstlichen Maschinen ansuchen.

Ab sofort können Waldbesitzer wieder um eine Förderung für neue Seilwinden ansuchen. Foto: Domänenverwaltung

Ab sofort können Waldbesitzer wieder um eine Förderung für neue Seilwinden ansuchen. Foto: Domänenverwaltung

Mit dieser Förderung sollen Investitionen in Techniken der Forstwirtschaft sowie in der Verarbeitung, Mobilisierung und Vermarktung forstwirtschaftlicher Erzeugnisse unterstützt werden. Eine Übersicht über die geförderten Maschinen gibt Tabelle 1. Es handelt sich dabei um eine Untermaßnahme (Nr. 8.6.) des Entwicklungsplanes für den ländlichen Raum 2014–2020. Ihr Ziel ist die Modernisierung des Maschinenparks für eine effizientere, rationellere und nachhaltigere Holzernte und Erstverarbeitung des Holzes, die Steigerung der Produktivität bzw. Kostenreduzierung in der Waldarbeit, bei gleichzeitiger Erhöhung der Arbeitssicherheit und die Förderung von boden- und ressourcenschonenderen Produktionsverfahren für das Waldökosystem.

Gefördert werden für Waldeigentümer Seilwinden mit einer Zugkraft bis zu zehn Tonnen, Holzkräne und Holzzangen (Ausrüstung und Anlagen, welche für die gute Funktionalität der Maschinen notwendig sind). Nicht unterstützt werden Forsttraktoren, Anhänger, Entrindungsmaschinen, Maschinen zur Erzeugung von Hackschnitzeln und kombinierte Holzerntemaschinen (Prozessor und Harvester) sowie Seilkräne.

Für die Schlägerungsunternehmen werden zusätzlich zu den Maschinen für Waldeigentümer auch Seilkräne, Entrindungsmaschinen und kombinierte Holzerntemaschinen (Prozessoren und Harvester) gefördert. Nicht unterstützt werden hier Erdbewegungsmaschinen und Lastwagen.

Ausbezahlt werden 40 Prozent der anerkannten Kosten ohne MwSt.

Berechtigte Gesuchsteller

Bei den Gesuchstellern wird – wie schon erwähnt – zwischen Waldeigentümern und Schlägerungsunternehmen unterschieden. Zu den Waldeigentümern gehören Privatpersonen, Interessentschaften, Gemeinden und Eigenverwaltungen bürgerlicher Nutzungsrechte. Sie müssen in der Handelskammer als „landwirtschaftliche Unternehmen“ eingetragen sein. Für den Kauf einer Seilwinde oder Zange müssen sie Eigentümer von mindestens einem Hektar Wald sein, fünf Hektar sind beim Kauf eines hydraulischen Holzkrans Voraussetzung. Als Schlägerungsunternehmen werden Kleinstunternehmen bezeichnet, die in der Handelskammer eingetragen sind.

Anerkannte Kosten

Anerkannt werden die Kosten laut Kostenvoranschlag und im Rahmen der von der Fachkommission festgelegten und genehmigten Höchstpreise ohne Mehrwertsteuer. Sind die Preise nicht in der Preisliste angeführt, können in Alternative dazu mindestens drei Kostenvoranschläge von vergleichbaren Maschinen vorgelegt werden.

Gemeinden und andere öffentliche Körperschaften müssen auch die Unterlagen für die Ausschreibung beilegen – also das Ausschreibungsprotokoll und den Beschluss über den Zuschlag.

Nur Ankauf von neuen Maschinen wird genehmigt

Antragsteller müssen berücksichtigen, dass nur der Ankauf von neuen Maschinen gefördert wird. Die zur Finanzierung zugelassenen Mindestkosten pro Maschine betragen bei Waldeigentümern 2500 Euro, die zugelassenen Höchstkosten 30.000 Euro. Bei den Schlägerungsunternehmen betragen die zugelassenen Mindestkosten pro Maschine 5000 Euro, die zugelassenen Höchstkosten 200.000 Euro (alle Beträge ohne MwSt.). Die Maschine darf fünf Jahre lang nicht veräußert werden.

Einreichen der Ansuchen zurzeit nur mit PEC oder Einschreiben

Aufgrund der herrschenden Covid-19-­Notsituation können von 15. Juni bis 24. Juli die vollständigen Gesuche samt Dokumenten nur per PEC-E-Mail (bergwirtschaft.ecmontana@pec.prov.bz.it) oder Einschreiben beim Amt für Bergwirtschaft (Brennerstraße 6, 39100 Bozen) eingereicht werden. 

Es gilt das Datum des Poststempels oder der PEC-E-Mail. Vor und nach dem genannten Termin eingereichte Gesuche können nicht berücksichtigt werden. 

Unvollständige Gesuche werden nicht angenommen. In der PEC-E-Mail muss auf jeden Fall als Betreff „Maßnahme 8.6 - Name und Zuname des Antragstellers“ angegeben werden.

Foerderung

Erforderliche Dokumente für den Gesuchsantrag

Folgende Dokumente und Daten sind beim Gesuchsantrag vorzulegen: 

  • Gesuchsformular Vordruck ELR 1305/2013 mit Angabe von Namen, Adresse, Telefonnummer, Steuernummer, Mehrwertsteuernummer, PEC-E-Mail-Adresse und Bankdaten (IBAN-Kodex);
  • Fotokopie eines gültigen Ausweisdokumentes (beidseitig);
  • Erklärung Doppelfinanzierung;
  • detaillierter Kostenvoranschlag von einer oder mehreren Lieferfirmen ohne Mehrwertsteuer mit Angabe des Modells und der Typologie der Maschine; evtl. Zubehör; Ausstellungsdatum (die Gültigkeit des Angebotes darf in der Regel 90 Tage nicht überschreiten); evtl. Lieferdatum der Maschine;
  • INPS/NIFS-Kodex (nur für Schlägerungsunternehmen).

Zusätzliche Unterlagen können – falls vorhanden – ebenfalls mit dem Gesuchsantrag eingereicht werden:

  • Teilnahmebestätigungen über besuchte Kurse (Waldarbeitergrundkurs oder andere mit der Waldarbeit zusammenhängende Kurse oder Weiterbildungsveranstaltungen);
  • Bestätigung über eine mindestens fünfjährige Waldarbeitertätigkeit.

Mindestens fünf Punkte in der Rangordnung 

Damit ein Projekt gefördert werden kann, müssen mindestens fünf Punkte in der Rangordnung erreicht werden. Die Rangordnung wird nach den festgelegten Auswahlkriterien erstellt und dann den Gesuchstellern über die PEC-E-Mail-Adresse zugestellt. Die Anzahl der geförderten Gesuche hängt von der Verfügbarkeit der Geldmittel ab.

Die Rangliste der geförderten Projekte wird nach der Punktezahl der Kriterien festgelegt, die auf die einzelnen Projekte zutreffen (siehe ­Tabelle 2).

So erfolgt die Auszahlung des Beitrages

Die CUP-Nummer wird jedem Antragsteller nach Einlangen des Gesuches beim Amt für Bergwirtschaft zugeschickt. Diese Nummer  muss sowohl auf der Originalrechnung als auch auf dem Überweisungsbeleg als Zahlungsgrund angegeben werden. Wichtig zu wissen in diesem Zusammenhang: Die Ausstellung der CUP-Nummer garantiert nicht die Förderung der Maschine!

Für die Auszahlung des Beitrages müssen ebenfalls eine Reihe von Dokumenten eingereicht werden. Der Abgabetermin dafür ist der 31. März 2021. Abzugeben sind folgende Dokumente:

  • Formular Antrag um Auszahlung;
  • originale Rechnung mit Angabe der CUP-Nummer;
  • originaler Überweisungsbeleg mit Angabe der CUP-Nummer;
  • INAIL-Meldung: Bestätigung über die Meldung der Inbetriebnahme an das INAIL für Maschinen mit einer Tragfähigkeit von mehr als 200 kg;
  • INAIL-Meldung: Für Maschinen mit einer Tragfähigkeit von mehr als 200 kg ist die Bestätigung über die Meldung der Inbetriebnahme an das INAIL vorzulegen (zusammen mit dem Antrag um Auszahlung).

Diese Dokumente zur Auszahlung müssen im Amt für Bergwirtschaft eingereicht werden. Das Amt für Bergwirtschaft weist darauf hin, dass keine Zahlungen in bar oder mittels Schecks vorzunehmen sind. Liegt das Rechnungsdatum vor dem Gesuchsdatum, wird das Gesuch von der Förderung ausgeschlossen – ebenso, wenn bei einer Kontrolle vor Ort Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. 

Infos und Kontakte

Informationsblatt und Formulare finden Sie im Internet unter: http://bit.ly/ansuchen_forstmaschinen unter dem Punkt „ELR – Untermaßnahme 8.6“ -Förderung für Investitionen in Techniken der Forstwirtschaft. Weitere Informationen erteilt das Amt für Bergwirtschaft (Mo.–Fr., 8–12 Uhr): Elisabeth Webhofer, Tel. 0471 415316, E-Mail elisabeth.webhofer@provinz.bz.it oder  Manuela Lafogler, Tel. 0471 415308, E-Mail manuela.lafogler@provinz.bz.it