Arbeitssicherheit | 17.07.2020

Neue Termine für INAIL-Förderung

Wie schon im Frühjahr angekündigt, fördert das nationale Unfallinstitut INAIL heuer zum zehnten Mal hintereinander den Ankauf von neuen landwirtschaftlichen Maschinen. Das Ziel dieser Förderung ist, die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu erhöhen und die Verbesserung der betrieblichen Leistung.

Hebebühnen gehören zu den Maschinen, für die es eine INAIL-Förderung gibt. Foto: www.agrarfoto.at

Hebebühnen gehören zu den Maschinen, für die es eine INAIL-Förderung gibt. Foto: www.agrarfoto.at

Die neuen Termine bzgl. der Ausschreibung „Bando INAIL 2019/2020 (Schiene Landwirtschaft)“ wurden nun veröffentlicht. Eine wesentliche Neuerung ist, dass die Ausschreibungen 2019 und 2020 zusammengelegt wurden. Auch die Fördermittel wurden dementsprechend angepasst.

Fördergelder

Für die Südtiroler Landwirtschaftsbetriebe sind insgesamt 2.402.323 Euro vorgesehen. Diese Geldmittel werden wiederum auf zwei Schienen aufgeteilt: In der ersten Schiene stehen für landwirtschaftliche Betriebe insgesamt 1.691.956 Euro (1.059.505 Euro plus 632.451 Euro) zur Verfügung. In der zweiten Schiene sind hingegen für Junglandwirte insgesamt 710.367 Euro (418.609 Euro plus 291.758 Euro) reserviert. 

Als Junglandwirt gilt dabei eine Person, die zum Zeitpunkt der Antragstellung höchstens 40 Jahre alt ist, über angemessenes fachliches Können und Wissen verfügt und sich erstmals in einem landwirtschaftlichen Betrieb als Betriebsinhaber niederlässt (Verordnung EU Nr. 702/2014 Art. 2 (34)). Dieser darf bei Abgabe des Onlinegesuchs am 24. September 2020 nicht älter als 40 Jahre sein.

Voraussetzungen

Für das Ansuchen gelten bestimmte Anforderungen, welche der jeweilige Betrieb erfüllen muss.  Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:­

  • Produktionstätigkeit in der Autonomen Provinz Bozen;
  • Eintragung in der Sondersektion Landwirtschaft beim Handelsregister vor dem 6.7.2020;
  • Inhaber einer aktiven landwirtschaftlichen MwSt. Position;
  • alle Sozialbeitragspflichten sind erfüllt;
  • keine weiteren öffentlichen Beiträge wurden für dasselbe Projekt beantragt bzw. erhalten;
  • Betriebe dürfen keine Zulassung zur Finanzierung für die Ausschreibung „Bando INAIL“ in den Jahren 2016, 2017 und 2018 erhalten haben.

Förderbare Projekte

Förderungswürdig ist ausschließlich der Ankauf neuer land- oder forstwirtschaftlicher Maschinen mit dem Ziel, die Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen zu erhöhen sowie eine Verbesserung der betrieblichen Leistung zu erreichen. Weiters müssen diese den geltenden Bestimmungen (CE-Konform) entsprechen. Beim Ausfüllen des Onlinegesuchs muss eine Mindestpunktezahl erreicht werden. Da verschiedene Parameter (Abgaswerte, Lärmwerte, usw.) beim Gesuch möglich sind, muss von Fall zu Fall überprüft werden, ob die Mindestpunktezahl erreicht wird.

Dies dürfte aber beim Ansuchen für Traktoren, Transporter, Mähtracs, Mähmaschinen Hebebühnen/Obsterntemaschinen und unter bestimmten Bedingungen für Sprüher möglich sein. 

Jeder Antragsteller kann bis zu zwei neue Arbeitsmittel ankaufen. Neu ist, dass Traktoren der Kategorie T2 und C2 (sind in der Regel Obst- und Weinbautraktoren) mit einer ROPS geprüften Kabine der Kategorie vier ausgestattet werden müssen. In diesem Fall muss mit beiden Arbeitsmitteln die Mindestpunktezahl erreicht werden. Auf jeden Fall muss jedes Gesuch einzeln überprüft werden. 

Beitragshöhe

Die Beitragsuntergrenze beläuft sich auf 1000 Euro, die Beitragsobergrenze auf 60.000 Euro. Die zuschussfähigen Kosten (ohne MwSt.) werden anhand des Kostenvoranschlages berechnet, anerkannt werden maximal 80 Prozent der geltenden Preisliste. Der Förderbeitrag beläuft sich auf 40 Prozent für die Schiene eins (für landwirtschaftliche Betriebe) und auf 50 Prozent für die Schiene zwei (Junglandwirte).

Zeitrahmen

Das Ansuchen kann seit dem 15. Juli und bis zum 24. September 2020 im Online-Portal des INAIL ausgefüllt werden. Anschließend erhält man einen Identifizierungskodex für das Abschicken des Gesuches. 

Innerhalb 1. Oktober 2020 wird dann das Datum mitgeteilt, an welchem das Online-Gesuch (Identifizierungskodex) abgeschickt werden kann. Auch heuer können die Gesuche nur online über das Portal des INAIL eingereicht werden, die Beitragsvergabe erfolgt wieder nach dem „Click-Day-Verfahren“: Das heißt, der Schnellere kommt zum Zug.

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Abwicklung und Projektabschluss

Betriebe, die in der Rangliste zum weiteren Verfahren zugelassen werden, müssen die verschiedenen Unterlagen ans INAIL übermitteln (die genaue Frist wird nach der Veröffentlichung der Ranglisten mitgeteilt). Anschließend erfolgt die technische/verwalt­ungsmäßige Überprüfung der Dokumentation durch das INAIL. Innerhalb von 120 Tagen ab der Fälligkeit der Einreichfrist erfolgt die Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag.

Wird das Gesuch positiv beurteilt, muss das Projekt innerhalb von 365 Tagen ab Datum des Erhalts der Mitteilung über die Zulassung zum Beitrag umgesetzt und abgerechnet werden. 

Der Ansuchende erhält eine Mitteilung von Seiten des INAIL, sobald er die Maschine kaufen darf.

Bauernbund hilft beim Ansuchen

Selbstverständlich hilft der Südtiroler Bauernbund seinen Mitgliedern durch Beratung und beim Online-Ausfüllen der Gesuche. Interessierte Bauern können sich im jeweiligen Bezirksbüro beraten lassen und erhalten dort alle notwendigen Informationen rund um diese Förderung. Um die vollständige Abwicklung des Gesuches gewährleisten zu können, ist es empfehlenswert sich frühzeitig im Bezirk zu melden.