Südtiroler Landwirt, Steuerberatung | 23.07.2020

Verlustbeiträge: Jetzt ansuchen

Seit Mitte dieser Woche können UaB-Betriebe, Direktvermarkter und Gärtnereien um die sogenannte Covid-19-Förderung des Landes ansuchen. Betriebe müssen dafür im Jahr 2020 Umsatzeinbußen in der jeweiligen Tätigkeit von mindestens 20 Prozent aufweisen. Angesucht werden kann bis zum 30. September. von Walter Rier

Neben Gärtnereien und Direktvermarktern können auch UaB-Betriebe um die Beiträge ansuchen.

Neben Gärtnereien und Direktvermarktern können auch UaB-Betriebe um die Beiträge ansuchen.

Das Ansuchen erfolgt über die Internetseite https://bit.ly/covid19förderung. Für das Ansuchen ist ein SPID-Zugang notwendig. Wer noch keinen SPID-Zugang hat, erfährt unter https://my.civis.bz.it/public/de/spid.htm, wie er sich einen erstellen kann. 

Nachdem der gesetzliche Vertreter (Betriebsinhaber) die Akkreditierung für den Betrieb im persönlichen Bereich (Mein Profil) von „myCIVIS“ erstellt hat, ist es möglich, das Online-Ansuchen über das Portal zu stellen. Die Voraussetzungen für die Förderung (siehe „Südtiroler Landwirt“ Nr. 9/2020) müssen durch eine Eigenerklärung bestätigt werden. Pro Mehrwertsteuerposition darf nur ein Antrag gestellt werden. 

Wenn also jemand bereits um einen Covid-19-Landesbeitrag für die gewerbliche Wirtschaft (z. B. Privatzimmervermietung) angesucht hat, kann er um diese Förderung nicht mehr ansuchen. 

Ansuchen über Bauernbund möglich

Für Betriebe, die ihre Steuerbuchhaltung über den Südtiroler Bauernbund abwickeln und die nicht selbst ansuchen möchten bzw. die die Voraussetzungen dafür nicht haben (z. B. keinen SPID-Zugang), besteht die Möglichkeit, dass der Südtiroler Bauernbund ansucht. Der Kostenpunkt hierfür beträgt 50 Euro plus MwSt. 

Die Abwicklung der Ansuchen wird wie folgt ablaufen: 

  • Urlaub auf dem Bauernhof-Betriebe (Beherbergung, Hof- und Buschenschank) mit Buchhaltung beim Bauernbund: Betriebe, die die Voraussetzungen erfüllen, erhalten in der letzten Juli-Woche eine E-Mail mit den Buchhaltungsdaten (Gesamtumsatz, Gesamteinkommen, Umsatz für die betroffene Tätigkeit, Erreichung des Mindestumsatzes von 20 Prozent in der betroffenen Tätigkeit). Der Betrieb kann dann eigenständig ansuchen. Sollte der Betrieb den Bauernbund damit beauftragen, muss er online ein Auftragsformular ausfüllen und abschicken – der entsprechende Link wird im persönlichen Schreiben angeführt.
  • Direktvermarkter und Gärtner mit eigener getrennter Steuertätigkeit und mit Buchhaltung beim Bauernbund: Betriebe, die die Voraussetzungen erfüllen, erhalten in der letzten Juli-Woche eine E-Mail mit den Buchhaltungsdaten (Gesamtumsatz, Gesamteinkommen, Umsatz für die betroffene Tätigkeit). Der Betrieb kann dann eigenständig ansuchen. Sollte der Betrieb den Bauernbund beauftragen, muss er ein Auftragsformular online ausfüllen und abschicken (der entsprechende Link wird im persönlichen Schreiben angeführt).
  • Direktvermarkter und Gärtner ohne eigene getrennte Steuertätigkeit (Buchhaltung): Diese Betriebe erhalten keine E-Mail, da der Bauernbund die Voraussetzungen nicht automatisiert prüfen kann. Daher müssen sie sich bei der Abteilung Steuerberatung im jeweiligen Bezirksbüro melden. Die Prüfung der Voraussetzungen muss einzeln erfolgen.

Nicht angeschrieben werden jene Betriebe, die die Voraussetzungen nicht erfüllen. Das sind Betriebe mit einem Jahresumsatz über 200.000 Euro (bei Gärtnereien über 400.000 Euro), einem Jahreseinkommen über 50.000 Euro oder Betriebe, bei denen der Umsatz in der betroffenen Tätigkeit weniger als 20 Prozent am Gesamtumsatz ausmacht, oder die den Mindestumsatz von 10.000 Euro (bei Gärtnereien 20.000 Euro) nicht erreichen. 

Davon ausgenommen sind Betriebe, die ihre Tätigkeit nach dem 1. Jänner 2019 aufgenommen haben. Diese müssen bis Ende Februar 2020 nur einen Mindestumsatz von 6000 Euro in der betroffenen Tätigkeit nachweisen. 

Landesamt kontrolliert einen Teil der Ansuchen

Der Betrieb ist verpflichtet, den Beitrag zurückzuerstatten, wenn dieser Umsatzrückgang nicht erreicht wird. Sollte der erhaltene Zuschuss höher sein als der Umsatzrückgang, so ist der Betrieb verpflichtet, den überschüssigen Anteil des Zuschusses zuzüglich der ab dem Zahlungsdatum laufenden gesetzlichen Zinsen zurückzuzahlen.

Sollte diese Verpflichtung nicht eingehalten werden, kann unbeschadet eventueller strafrechtlicher Folgen für Falscherklärungen neben Verwaltungsstrafen auch ein Ausschluss von sämtlichen wirtschaftlichen Vergünstigungen für fünf Jahre verhängt werden. Das zuständige Landesamt wird sechs Prozent der Ansuchen kontrollieren.