Bauernbund, Südtiroler Landwirt | 23.07.2020

Wahlen 2020: Engagement gefragt!

Jetzt ist es fix! Die Gemeinderatswahlen finden am 20. und 21. September 2020 statt. Die Kandidatenlisten der verschiedenen Parteien müssen vom 8. bis 11. August in den Gemeindestuben hinterlegt werden.

Landesobmann Tiefenthaler: „Schaden für Landwirtschaft abwenden!“

Landesobmann Tiefenthaler: „Schaden für Landwirtschaft abwenden!“

Die bäuerlichen Kandidatinnen und Kandidaten standen zu einem Gutteil bereits fest, als Corona im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung machte. Nun gilt es, einen neuen Anlauf zu nehmen – in einer Zeit, in der es am Hof, auf dem Feld, in den Obstwiesen und den Weinbergen an Arbeit alles andere als mangelt. Trotzdem braucht es in dieser Phase starkes Engagement.

Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler betont: „Es gilt nun für die Funktionärinnen und  Funktionäre von Bauernbund, Bäuerinnen, Bauernjugend und Seniorenvereinigung im Bauernbund, sicherzustellen, dass der Bauernstand mit einer starken Mann- und Frauschaft auf den Kandidatenlisten vertreten ist. Engagierte Mitglieder sind aufgerufen, sich für eine Kandidatur zur Verfügung zu stellen.“

Gutes für die Landwirtschaft umsetzen

Es gehe in den Gemeindestuben darum, Gutes für die Landwirtschaft umzusetzen und zu verhindern, dass der Landwirtschaft geschadet wird. „Wer, wenn nicht Bäuerinnen und Bauern selbst, kann am besten über die Anliegen der Landwirtschaft bestimmen?“, fragt Tiefenthaler.

Die Landwirtschaft braucht eine starke Vertretung in der Gemeinde mehr denn je, denn eine enorme Herausforderung wartet auf die Gemeinden: Im Zuge des neuen Gesetzes für Raum und Landschaft werden durch den Gemeindeentwicklungsplan die Siedlungsgrenzen festgelegt und damit die Weichen für das nächste Jahrzehnt gestellt. 

Bauernbund-Direktor Siegfried Rinner ist daher überzeugt: „Das hat enorme Auswirkungen auf Kulturgrund und Baumöglichkeiten. Hier darf die Landwirtschaft nicht abseits stehen!“

„Wenn sich niemand für die Landwirtschaft einsetzt, gibt es andere Prioritäten und die Bauern werden übergangen: bei der Instandhaltung des ländlichen Wegenetzes, bei der Vergabe von Dienstleistungen – zum Beispiel bei der Schneeräumung und Grünraumpflege – und von lokalen Produkten für Kindergärten und Schulmensen“, erinnert Obmann Tiefenthaler. Es bestehe die Gefahr, dass über die Interessen der Landwirtschaft „drüber gefahren“ wird – bei der Freizeitnutzung von Grund und Boden (Mountainbike-Wege, Bikeparks, Skipisten usw.) oder beim Landschaftsschutz.

Positive Auswirkung für alle 

Wo es diese starke Vertretung aber gibt, spüren alle Landwirtschaftsbetriebe die positive Wirkung, egal, ob es um den Bau von Wasser- und Abwasserleitungen, um den Ausbau von Hofzufahrten, den Bau von Speicherbecken für die Beregnung, schnelles Internet für die Höfe oder einen Bus für die Kindergartenkinder auch für entlegene Gebiete geht. „Das geht nur, wenn bäuerliche Vertreter den Gemeindehaushalt mitbestimmen und sich bei der Festlegung von Steuern und Gebühren aktiv einbringen“, ist Rinner überzeugt.

„Bäuerinnen und Bauern denken in Generationen: Eine starke Vertretung im Gemeinderat von heute sichert auch die Betriebe für die nächste Generation ab“, erklärt Tiefenthaler. Deshalb gelte ihr Einsatz dem lebendigen, ländlichen Raum: der Erreichbarkeit durch den öffentlichen Nahverkehr, einer maßvollen touristischen Entwicklung, der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus, Arbeitsplätzen in erreichbarer Nähe für die heimischen Nebenerwerbsbetriebe, der Nahversorgung und den Basisdiensten (z. B. Kinder- und Seniorenbetreuung) vor Ort. 

Bauernbund unterstützt Kandidaten und Gewählte

Durch den Ortsbauernrat und die bäuerlichen Organisationen gibt es ein tragfähiges Unterstützernetz. Der Bauernbund unterstützt die Kandidaten im Wahlkampf durch spezielle Veranstaltungen und die Erarbeitung von Materialien wie Wahlbriefen und Wahlfoldern. Die Gewählten erhalten das nötige Rüstzeug über Veranstaltungen, Schulungen, das Funktionärsmedium „Kontakt“ und im Bedarfsfall durch Expertisen. „Stellen wir sicher, dass die Landwirtschaft mit fähigen Kandidatinnen und Kandidaten zur Gemeindewahl im Herbst antritt“, appelliert Tiefenthaler.