Produktion, Markt | 24.07.2020

GVE-Besatz: Ausnahme ausgeweitet

Ende Mai hat die Landesregierung wegen der Corona-Pandemie eine Ausnahmeregelung zum vorgeschriebenen Viehbesatz genehmigt. Nun folgt eine weitere Ausnahmeregelung für die Viehbesatzberechnung für die flächenbezogenen Prämien im Rahmen des ländlichen Entwicklungsprogrammes.

Bis zum 1. Oktober können Bauern ihren  GVE-Besatz in Ordnung bringen.

Bis zum 1. Oktober können Bauern ihren GVE-Besatz in Ordnung bringen.

Für alle flächenbezogenen Prämien im Rahmen des ländlichen Entwicklungsprogramms (Nr. 10 „Agrarumwelt- und Klimamaßnahme“, Nr. 11 „Ökologischer/biologischer Landbau“ und Nr. 13 „Ausgleichszulage“) wird ein jährlicher Durchschnitt des Viehbesatzes berechnet. Regulär erfolgt die Berechnung mit Stichdatum 1. Juli des Ansuchenjahres als Durchschnitt der vorhergehenden zwölf Monate. Die Berechnung mit Stichdatum 1. Juli ermöglicht eine rechtzeitige Prämienauszahlung (Vorschuss) noch im Herbst des Ansuchenjahres.  

Wird der im ländlichen Entwicklungsprogramm definierte Höchstviehbesatz laut dieser Berechnung überschritten, gibt es – je nach Schwere der Überschreitung – eine Prämienkürzung oder einen kompletten Ausschluss von den jahresbezogenen Prämien. 

Schwierigkeiten beim Tierverkauf

Im Zuge der Corona-Pandemie hatten die Landwirte aufgrund der ausfallenden Viehversteigerungen Schwierigkeiten, Vieh zu verkaufen. Das hatte zur Folge, dass viele Betriebe vor allem in den Monaten März, April und Mai überdurchschnittliche Viehbesätze im Verhältnis zu den Vorjahren aufwiesen. Der Beschluss der Landesregierung sieht daher eine Ausnahmeregelung für das Ansuchenjahr 2020 vor: Die Überprüfung zur Einhaltung des durchschnittlichen jährlichen Höchstviehbesatzes wird wie immer zum Stichdatum 1. Juli 2020 vorgenommen. 

Sofern der zulässige Höchstviehbesatz an diesem Datum nicht überschritten wird, gilt die Verpflichtung zur Einhaltung des Höchstviehbesatzes als erfüllt, und dem Antragsteller wird für das Gesuchjahr 2020 der entsprechende Vorschuss ausbezahlt. Allen anderen Antragstellern, die laut dieser Überprüfung den zulässigen Höchstviehbesatz überschreiten, wird im Gesuchjahr 2020 kein Vorschuss ausbezahlt. 

Neubewertung im Oktober

Für diese Betriebe gilt für das Ansuchenjahr 2020 folgende Ausnahmeregelung: Zum Stichdatum 1. Oktober 2020 wird eine erneute Überprüfung des Höchstviehbesatzes vorgenommen. Somit haben die landwirtschaftlichen Betriebe die Möglichkeit, ihren Viehbesatz in den Monaten Juli bis Oktober 2020 in Ordnung zu bringen. Sollte es sich erweisen, dass auch nach dieser zweiten Überprüfung einige Antragsteller ihren Höchstviehbesatz nicht regelkonform eingehalten haben, so erfolgt eine weitere Überprüfung zum selben Stichdatum 1. Oktober 2020. 

Dabei werden die 15 vorangehenden Monate berücksichtigt, aber die von den Covid-19-
Einschränkungen stark betroffenen Monate März, April und Mai 2020 von der Berechnung des durchschnittlichen Höchstviehbesatzes ausgenommen. 

Jene Betriebe, die mit der zweiten bzw. dritten Berechnung den erlaubten Höchstviehbesatz einhalten, werden für das Ansuchenjahr 2020 eine einmalige Gesamtzahlung im Frühjahr 2021 erhalten. Die Bearbeitung dieser Gesuche ist nämlich innerhalb der von der EU vorgegebenen Zahlungsfristen für den Vorschuss nicht möglich.