Bäuerlicher Notstandsfonds | 06.08.2020

Not lindern, nachhaltig helfen

Der Bäuerliche Notstandsfonds unterstützt seit 30 Jahren unverschuldet in Not geratenen Familien: schnell und unbürokratisch. Kürzlich hat er seine Mitgliederversammlung abgehalten, auf 2019 zurückgeblickt und seine Pläne für das laufende Jahr offengelegt. von Renate Anna Rubner

Seit 30 Jahren steht der Bäuerliche Notstandsfonds Menschen bei, die unverschuldet in Not geraten sind.

Seit 30 Jahren steht der Bäuerliche Notstandsfonds Menschen bei, die unverschuldet in Not geraten sind.

Im Jahr 2019 hat der Bäuerliche Notstandsfonds insgesamt 92 Ansuchen um Notstandshilfe betreut: 52 davon waren von bäuerlichen und 40 von nichtbäuerlichen Familien im Rahmen von „Menschen helfen“ eingereicht worden. Die meisten Fälle (über 50) betrafen familiäre Notsituationen wie Tod oder Krankheit eines Familienmitglieds, während Brandfälle, betriebliche Notsituationen, Unwetterkatastrophen und dergleichen deutlich seltener Grund für Ansuchen beim Bäuerlichen Notstandsfonds waren.

Neben dieser Hilfestellung in akuten Notsituationen wurden im letzten Jahr auch 85 Personen bzw. Familien vom Bäuerlichen Notstandsfonds betreut, die längerfristig Unterstützung beanspruchen. 40 davon im Rahmen des Förderprojekts Ethical Banking
„Bäuerlicher Notstandsfonds Menschen helfen“. 

Der Vorstand des Bäuerlichen Notstandsfonds konnte so im Jahr finanzielle Unterstützungszahlungen von 1.323.500 Euro gewähren, rund 800.000 Euro davon waren zweck­gebundene Spenden. Diese Zahlen gehen aus dem Jahresbericht des Bäuerlichen Notstandsfonds hervor, der alljährlich – im Normalfall anlässlich der Jahresversammlung des BNF – veröffentlicht wird und die vielfältigen Aktionen und Aktivitäten des Vereins offenlegt.

Diese Vollversammlung des BNF konnte in diesem Jahr nicht mit Unterstützern und Mitgliedern im feierlichen Rahmen abgehalten werden wie gewohnt, sondern musste wegen der Corona-Maßnahmen ausfallen. Das schmerzt besonders deshalb, weil es heuer einen runden Geburtstag zu feiern gegeben hätte: Der BNF ist am 15. März vor genau dreißig Jahren aus der Taufe gehoben worden.  Zu diesem Anlass hätte sich der Verein gerne mit einer großen Feier bei seinen langjährigen Weggefährten, Unterstützerinnen und Gönnern bedankt. Im Laufe des Jubiläumsjahres 2020 war auch ein Konzept mit verschiedenen Aktionen und Initiativen ausgearbeitet worden. Durch Corona und die damit zusammenhängenden Maßnahmen konnte aber kaum etwas davon umgesetzt werden. 

Spezielle Hilfsprojekte

Neben der Hilfestellung in Notsituationen arbeitet der Bäuerliche Notstandsfonds auch mit Organisationen zusammen, die spezielle Hilfsprojekte mittragen: ideell und finanziell. So werden gemeinsam mit dem Kiwanis Club Bozen mit „Zukunft schenken“ Studienbeihilfen für Kinder und Jugendliche vergeben, gemeinsam mit der Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Hermann Rubner Stiftung mobile Holzhäuser als Notunterkünfte für von Brandfällen und Naturkatastrophen betroffene Familien zur Verfügung gestellt oder gemeinsam mit der Raiffeisenkasse Bozen und deren Partnerkassen Förderkredite im Rahmen von Ethical Banking vergeben.

Schnell und unbürokratisch

An die 5161 Spenderinnen und Spender haben im Jahr 2019 ihr Geld dem Bäuerlichen Notstandsfonds übergeben, damit südtirolweit schnell und unbürokratisch geholfen werden kann: Dazu zählen private Spender gleich wie Banken, Firmen oder Organisationen, die Mittel zur Verfügung stellen oder Aktionen veranstalten, um Spenden für den BNF zu sammeln. Dazu kommen Personen, die den BNF durch Sachspenden unter die Arme greifen. 

Die gute Resonanz in der Bevölkerung ist laut Vorstand ein sicheres Zeichen dafür, dass der Bäuerliche Notstandsfonds bei Spenderinnen und Spendern als vertrauenswürdig gilt und dass den Südtirolerinnen und Südtirolern die Not im eigenen Land bewusst ist. Andererseits bemüht sich der Vorstand darum, den Hilfesuchenden nicht nur rasch, sondern auch nachhaltig zu helfen, Härtefälle über längere Zeiträume zu begleiten und Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. 

Spendensammlung und Sensibilisierung

Das soll auch im Jahr 2020 so bleiben: Deshalb wird man auch in diesem Jahr wieder auf altbewährte Veranstaltungen und Aktionen setzen, um in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen und für die Not im eigenen Land zu sensibilisieren – nicht zuletzt um Spenden zu sammeln. Dazu gehören neben der Herbstmesse und dem Erntedankfest am Bozner Waltherplatz auch die Weihnachtskartenaktion, der Kössler Weihnachtskeller und die Benefizaktion auf Schloss Rametz in der Adventszeit, die Postkartenaktion der Berufsfotografen Südtirol und der Flugretter-­Kalender sowie andere Projekte, die im Laufe der Zeit zum festen Bestandteil im BNF-Jahr geworden sind. 

Neuer Auftritt

Zum 30. Geburtstag des BNF hat sich der Verein aber ein neues Erscheinungsbild zugelegt: Alle Drucksorten und Banner wurden neu gestaltet und mit aktuellen Bildern aufgewertet, in der Folge soll auch die Webseite des Vereins angepasst werden. Auch eine App zum direkten Spenden wird vom Vorstand angedacht.