Steuerberatung | 07.08.2020

Steuerbonus für Desinfizierung

Infolge der Covid-19-Pandemie sieht der Staat weitere Steuerbonusse vor. Zum einen für die entstandenen ­Spesen der Anpassung von Geschäftslokalen an die neuen Hygienemaßnahmen und zum anderen für die ­Desinfizierung sowie den Ankauf von Schutzausrüstung. Die Ansuchen können nun gestellt werden.

Auch für den Ankauf von Desinfektionsmitteln für den Betrieb gilt der Steuerbonus. Foto: Adriano Gadini, Pixabay

Auch für den Ankauf von Desinfektionsmitteln für den Betrieb gilt der Steuerbonus. Foto: Adriano Gadini, Pixabay

Die zwei Steuerbonusse betreffen ähnliche Begünstigungen und betragen jeweils 60 Prozent der angefallenen Spesen im Jahr 2020. Grundsätzlich unterliegen sie aber unterschiedlichen Bestimmungen. Aus diesen unterschiedlichen Regelungen ergibt sich in der Praxis eine unnötige Komplexität.

Anpassung von Geschäftslokalen

Für die Anpassung der Geschäftslokale sind Spesen zulässig, welche entstanden sind, um die Tätigkeit an öffentlich zugänglichen Orten ausüben zu können. Dazu zählen notwendige strukturelle Maßnahmen, auch baulicher Art, sowie der Ankauf von technischen Geräten und Einrichtungen. Die getroffenen Maßnahmen müssen dabei verpflichtend vorgesehen sein, um die Wiederaufnahme der Tätigkeit zu ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise die Errichtung von Trennwänden oder Plexiglasscheiben, um die Mindestabstände einhalten zu können. Begünstigt sind deshalb ausschließlich Betriebe mit Publikumsverkehr in bestimmten Tätigkeitsbereichen, dazu zählen auch Anbieter von Urlaub auf dem Bauernhof, Hofschänke usw.

Die maximal zulässigen Spesen im begünstigten Zeitraum vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2020 betragen 80.000 Euro. Somit ergibt sich ein Steuerbonus von maximal 48.000 Euro (60 Prozent von 80.000 Euro).

Desinfizierung und Ankauf von Schutzausrüstung

Dieser Steuerbonus steht für angefallene Spesen für die Desinfizierung der Betriebsräumlichkeiten und der Arbeitsgeräte zu. Zudem fallen in diesen Bonus der Ankauf von persönlicher Schutzausrüstung, Desinfektionsmitteln, Geräten und Ausrüstung sowie Schutzvorrichtungen. 

Die Geräte und Ausrüstungen müssen ­jedoch den europäischen Vorschriften entsprechen, und die Vorrichtungen müssen dazu dienen, die Sicherheitsabstände einhalten zu können. 

Auch Gesichtsmasken, Handschuhe, Schutzbrillen, Schutzanzüge, Fiebermesser, Thermoscanner usw. fallen unter diese Begünstigung.

Für diesen Bonus betragen die maximal zulässigen Spesen im begünstigten Zeitraum 100.000 Euro. Somit entsteht in diesem Falle ein Steuerbonus von maximal 60.000 Euro (60 % von 100.000 Euro). Der maximale Prozentsatz von 60 Prozent wird jedoch im Falle ungenügender zur Verfügung stehender Geldmittel entsprechend gesenkt. 

Telematisches Ansuchen

Die angefallenen Spesen müssen mit einer entsprechenden Meldung telematisch an die Agentur der Einnahmen gesendet werden. Dafür ist ein einheitliches Formular zu verwenden – und es gelten dafür zwei unterschiedliche Termine: Für die Mitteilung der Spesen für die Anpassung der Geschäftslokale hat man bis zum 30. November des kommenden Jahres Zeit, für jene der Desinfizierung und den Ankauf von Schutzausrüstung hingegen nur bis zum 7. September dieses Jahres. Interessierte Mitglieder sollten sich deshalb so bald als möglich bei den Mitarbeitern der Abteilung Steuerberatung im Südtiroler Bauernbund melden, um dort die entsprechenden Spesen mitzuteilen und den Auftrag zur Versendung der Meldung zu erteilen.

Kompensierung über Mod. F24

Auch bei der Inanspruchnahme unterliegen die zwei Steuerbonusse zum Teil unterschiedlichen Bestimmungen. Grundsätzlich kann der erhaltene Steuerbonus jedoch immer über das Modell F24 verrechnet werden. Der früheste mögliche Termin für die Verrechnung ist jedoch unterschiedlich. Für den Steuerbonus zur Anpassung der Geschäftslokale ist es der 1. Jänner des kommenden Jahres, bei der Desinfizierung und dem Ankauf der Schutzausrüstung ist die positive Antwort der Agentur der Einnahmen ausschlaggebend. Eine Rückforderung des nicht verrechneten Guthabens ist jedoch nie vorgesehen.

Weiterverkauf an Dritte

Vorgesehen ist für beide Bonusse gleichermaßen der Weiterverkauf an Dritte, so unter anderem auch an Banken. Es ist auch ein teilweiser Weiterverkauf möglich. Es ist beispielsweise auch zulässig, den Steuerbonus an mehrere weiterzugeben. Entscheidet man sich für den Weiterverkauf, so ist dies wiederum telematisch der Agentur der Einnahmen zu melden. Diese Möglichkeit besteht bis zum 31. Dezember des kommenden Jahres.