Bauernbund | 15.10.2020

Testreihe gut abgeschlossen

Die Testreihe für Erntehelfer ist erfolgreich abgeschlossen. Der Südtiroler Bauernbund blickt dank der guten Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung, dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, dem Weißem und dem ­Roten Kreuz auf eine erfolgreiche, aber vor allem sichere Erntezeit 2020 zurück. von Josef Haller

Mit vereinten Kräften konnte die Ernte 2020 trotz aller Widrigkeiten sicher eingebracht werden.

Mit vereinten Kräften konnte die Ernte 2020 trotz aller Widrigkeiten sicher eingebracht werden.

Im Rahmen der „aktiven Betriebsquarantäne“ für Erntehelfer, welche aus Bulgarien und Rumänien eingereist sind, gelang es dem Südtiroler Bauernbund in enger Absprache mit der Landesverwaltung und dem zuständigen Amt für Hygiene eine rasche Lösung für die Absicherung der Ernte 2020 zu finden. Dank der Betriebsquarantäne wurde es möglich, dass Arbeiter mit Quarantänepflicht nach einem ersten negativem Testergebnis arbeiten konnten. 

Durch die weiteren zwei vorgeschriebenen Tests konnte die Situation und deren Entwicklung gut überwacht werden. Die zuständigen Ärzte des Amts für Hygiene sowie die Einsatzkräfte des Weißen und Roten Kreuz vor Ort spielten hierbei während der gesamten Testreihe eine wesentliche Rolle und unterstützten den Südtiroler Bauernbund in seiner Funktion als Vermittler zwischen den Mitgliedern und dem Sanitätsbetrieb. 

Testmöglichkeit für Erntehelfer ab Anfang August

Seit Anfang August konnten alle Erntehelfer, welche in den vorhergehenden zwei Wochen aus dem Ausland einreisten, einem PCR-Abstrich unterzogen werden. Bei Einreisenden mit Quarantänepflicht, wie jenen aus Rumänien und Bulgarien, wurden dabei drei Tests vorgenommen, während Einreisende aus den restlichen EU-Staaten die Möglichkeit hatten, einmalig und freiwillig getestet zu werden. 

SBB koordiniert Anmeldungen und Terminvergaben

Der Südtiroler Bauernbund koordinierte mit einem eigens dafür eingesetzten dreiköpfigen Team die Anmeldungen sowie die Terminvergaben, während der Südtiroler Sanitätsbetrieb mit großer Unterstützung des Weißen und Roten Kreuz die Abstriche vor Ort in Neumarkt, Bozen, Brixen, Meran und Latsch vornahm. Die Standorte sowie die Anzahl der Tests konnten so gut wie möglich an die verschiedenen Erntefenster angepasst werden. 

Dank an politische Vertreter

Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler bedankt sich im Namen der Bauern beim Sanitätsbetrieb und bei den zuständigen politischen Vertretern: „Dass die Regelung der aktiven Betriebsquarantäne möglich war und die Test so gut abgewickelt werden konnten, verdanken wir dem Einsatz von Landeshauptmann Arno Kompatscher sowie den Landesräten Thomas Widmann und Arnold Schuler.“ 

In einer der intensivsten Arbeitswochen wurden vom Südtiroler Bauernbund 2824 Termine vergeben, was einem Durchschnitt von 565 Tests pro Tag in Südtirol entspricht. Über den gesamten Zeitraum wurden durchschnittlich knapp 300 Tests täglich absolviert. 

12.000 Abstriche ausgewertet

Während der gesamten Erntezeit wurden etwa 12.000 Abstriche von über 5800 Ernte­helfern abgenommen. Die Anzahl der bisher positiv Getesteten liegt bei 186 und entspricht einem Prozentsatz von 3,2 Prozent. In Südtirol wurden insgesamt bis Anfang Oktober 185.000 Abstriche von 96.000 Personen vorgenommen. Der Anteil der positiv getesteten Personen (3734) an der Gesamtzahl der getesteten Personen liegt in Südtirol bei 3,9 Prozent. 

Landesräte loben Bauernbund für die Organisation

Lob für die Testreihe unter den Erntehelfern gibt es auch von der Landespolitik. Landwirtschafts-Landesrat Arnold Schuler ist mit dem Verlauf der Testreihe sehr zufrieden: „Wir haben eine große Anzahl an Test durchgeführt und somit die Ansteckungsgefahr für die Helfern und die gesamt Südtiroler Bevölkerung vermindert. Dies ist unter anderem auch der organisatorischen Hilfe seitens des Bauernbundes zu verdanken.  Die Ernte konnte soweit erfolgreich über die Bühne gebracht werden.“

Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ist überzeugt, dass der eingeschlagene Weg der richtige war: „Der Südtiroler Weg der Betriebsquarantäne hat es den landwirtschaftlichen Betrieben ermöglicht die Ernte mit den so wichtigen Arbeitskräften aus Osteuropa einzubringen. Trotz hoher Infektionsraten in den Herkunftsländern konnten wir dank unserer Teststrategie die Situation in Südtirol unter Kontrolle halten. Es gab keine Infektionsherde und die wenigen Positiven konnten sofort herausgefischt werden. Das war nur dank der guten Zusammenarbeit zwischen Bauernbund, Weißem Kreuz und Südtiroler Sanitätsbetrieb möglich.“

In der Zwischenzeit ist die gesamte Abwicklung der Tests auf den Sanitätsbetrieb übergegangen und unterscheidet sich nicht mehr von anderen Risikogruppen, die ebenfalls getestet werden. Zudem kommen nur mehr einzelne Erntehelfer ins Land, da die Ernte vielerorts dem Ende zugeht bzw. voll im Gange ist. Es bleibt zu hoffen, dass das Agrarjahr 2021 wieder in gewohnten, geordneten Bahnen stattfinden kann. 

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